12:22 29 November 2020
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    Der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis hat am Mittwoch den Großbrand in und um das Migrantenlager von Moria kommentiert.

    Laut der von seinem Pressedienst verbreiteten Mitteilung hat Mitsotakis ein Verständnis dafür, dass die Bedingungen im Camp auf der Insel Lesbos schwer gewesen seien. Dort wurden zuvor Corona-Fälle festgestellt und entsprechende Tests gemacht.

    „Es kann trotzdem keine Ausreden für gewalttätige Reaktionen aufgrund von Gesundheitskontrollen geben. Umso weniger Unruhen eines solchen Ausmaßes“, so der Ministerpräsident.

    Ausnahmezustand ausgerufen

    Auf der ganzen Insel sei der Notstand ausgerufen worden. Europäische Behörden seien informiert worden, denn die Regelung von Migrationsströmen sei in erster Linie ein europäisches Problem. Margaritis Schinas, Vizepräsident der EU-Kommission, werde am Donnerstag Lesbos besuchen.

    „Es kann so auf Lesbos nicht weitergehen, weil das ein Thema der öffentlichen Gesundheit, des Humanismus, aber auch der nationalen Sicherheit ist“, so der griechische Regierungschef.

    Reisebeschränkung

    Alle unbegleiteten Kinder verlassen die Insel am Mitwoch, sagte Mitsotakis. Den anderen Migranten werde das Reisen aber nicht erlaubt.

    Die Menschen würden in Zelten untergebracht. Positiv auf Coronavirus getestete Patienten würden behandelt, Lesbos-Einwohner würden Entschädigungen bekommen.

    Brand im Moria-Camp

    Das überfüllte Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos war durch das in der Nacht zum Mittwoch ausgebrochene Feuer nahezu vollständig zerstört worden.

    Todesfälle hat es nach Regierungsangaben nicht gegeben, auch über mögliche Verletzte ist bisher nichts bekannt. Die griechische Regierung geht von Brandstiftung aus.

    In Moria lebten zuletzt mehr als 12.000 Menschen und damit gut vier Mal so viele wie eigentlich vorgesehen. Diese Menschen sind nun obdachlos.

    Randale nach Corona-Tests

    Im Lager Moria wurde vergangene Woche der erste Corona-Fall festgestellt, Stand Dienstag gab es 35 bekannte Infizierte. Athen hatte am Mittwoch mitgeteilt, die Randale und die Brände seien ausgebrochen, weil Migranten gegen die Quarantäne von infizierten Lagerbewohnern und gegen die zweiwöchige Abriegelung des Lagers wegen der Corona-Fälle protestiert hätten.

    mo/mt/sna

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