06:59 03 Dezember 2020
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    Österreich hat mit einem der größten Transportflugzeuge der Welt ein umfassendes Hilfspaket für die Migranten aus dem abgebrannten Lager Moria nach Griechenland geschickt.

    An Bord der Antonow 124 waren nach Angaben des österreichischen Innenministeriums 400 mit Heizung und Beleuchtung ausgestattete Familienzelte mit Platz für jeweils fünf Menschen, 2.700 aufblasbare Matratzen samt Polster und Bettwäsche, 7.400 Decken und 2.000 Hygienepakete.

    Die 150 Paletten mit 55 Tonnen an Hilfsgütern übergab Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) am Nachmittag am Athener Flughafen.

    „Wir lassen unseren Worten Taten folgen“, sagte Österreichs Außenminister Alexander Schallenberg am Mittwoch in Wien.

    Während andere Staaten noch diskutierten, ob sie vielleicht in einigen Wochen oder Monaten vereinzelt Menschen aufnehmen sollen, würde Österreich rasch helfen.

    Die Grünen als Koalitionspartner der konservativen ÖVP fordern ergänzend zur Soforthilfe weiter die Aufnahme von Flüchtlingen in Österreich. Wie der österreichische Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) sagte, würden die Grünen sich weiter dafür einsetzen, wobei der österreichische Regierungschef und ÖVP-Vorsitzende Sebastian Kurz strikt gegen diesen Schritt ist.

    „Wir werden dem deutschen Weg hier nicht folgen“, sagte Kurz im Zusammenhang mit dem Brand im Flüchtlingscamp auf Lesbos.

    Kurz vermutete weiter, dass „sehr viele europäische Länder diesem Weg“ nicht folgen und Flüchtlinge in großer Zahl aus Griechenland nicht aufnehmen würden.

    Flüchtlingscamp auf Lesbos

    Das heillos überfüllte Lager Moria auf der Insel Lesbos war in der vergangenen Woche bei mehreren zeitgleichen Bränden zerstört worden. Über 12.500 Flüchtlinge und Migranten wurden wegen des Feuers vertrieben, einige in einem neu errichteten Ersatz-Zeltlager untergebracht.

    Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel und Innenminister Horst Seehofer verständigten sich darauf, rund 1500 weitere Migranten von den griechischen Inseln aufzunehmen. Es geht dabei um Familien mit Kindern, die in Griechenland bereits als schutzbedürftig anerkannt wurden.

    Seehofer hatte am Freitag mitgeteilt, Deutschland werde von insgesamt 400 unbegleiteten Minderjährigen, die aus Griechenland in andere europäische Länder gebracht werden sollen, 100 bis 150 Jugendliche aufnehmen.

    ac/mt/dpa/sna

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    Tags:
    Sebastian Kurz, Flugzeug, Hilfsgüter, Österreich, Hilfe, Brand, Lesbos, Flüchtlingscamp