07:00 22 Oktober 2020
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    Dem litauischen Premierminister Saulius Skvernelis zufolge wird Litauen entsprechend reagieren, falls Weißrussland die gemeinsame Grenze schließt.

    Am Donnerstag hatte der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko mitgeteilt, dass die Protestaktionen in Weißrussland in westlichen Ländern organisiert worden wären, und dabei seine Absicht geäußert, die Grenze zu Polen und Litauen dicht zu machen.

    „Im Moment ist noch keine Entscheidung getroffen worden, wir haben schon mehrmals große Worte vonseiten Weißrusslands gehört, die in erster Linie mit der Innenpolitik zu tun hatten. Falls sie diese Entscheidung tatsächlich treffen werden, werden wir entsprechend darauf reagieren. Auf jeden Fall wirken sich solche Schritte vor allem auf die Wirtschaft von Weißrussland sowie die Bürger des Landes aus“, wird Skvernelis vom litauischen Nachrichtenportal „Delfi“ zitiert.

    Laut Skvernelis würden im Falle einer Grenzschließung die in Weißrussland hergestellten Zugmaschinen und Radschlepper nicht nach Litauen gelangen, was ein heftiger Schlag für die weißrussische Wirtschaft sein würde.

    „Ich glaube nicht, dass sie dies tatsächlich machen werden. Aber falls sie es machen, wird unsere Antwort angemessen sein“, betonte Skvernelis.

    Weißrussland macht Grenze zu Litauen und Polen dicht

    Am Donnerstag hatte der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko während eines Frauenforums in Minsk mitgeteilt, dass Weißrussland gezwungen sei, die westliche Staatsgrenze, vor allem zu Litauen und Polen, zu schließen. Zudem solle die Grenze zur Ukraine verstärkt werden, so Lukaschenko.

    Außerdem hatte das Europäische Parlament am Donnerstag eine Resolution verabschiedet, in der es die offiziellen Ergebnisse der Präsidentschaftswahl in Weißrussland vom 9. August nicht anerkannt sowie zu Sanktionen gegen Lukaschenko aufgerufen hatte.

    Massenproteste  in Weißrussland

    Die Massenproteste in Weißrussland hatten am 9. August gleich nach der Präsidentschaftswahl begonnen, bei der sich Lukaschenko zum sechsten Mal in Folge zum Wahlsieger hatte ausrufen lassen. Nach Angaben der weißrussischen Wahlbehörde kam der seit 1994 regierende Lukaschenko auf 80,1 Prozent der Stimmen. Die führende Oppositionskandidatin Swetlana Tichanowskaja erhielt 10,12 Prozent.

    Allerdings erkennt sie ihre Niederlage nicht an: Laut ihrem Wahlkampfteam gewann sie die Wahl mit 70 bis 80 Prozent der Stimmen. Schon spät am Wahltag gingen landesweit Tausende Menschen auf die Straße. Die Demonstrationen waren nicht von den Behörden genehmigt.

    In der Hauptstadt Minsk errichteten Demonstranten Barrikaden aus Mülltonnen. Die Miliz (Polizei in Weißrussland - Anm. d. Red.) trieb zuerst nach eigenen Angaben die Protestierenden mit Tränengas, Wasserwerfern und Blendgranaten auseinander, verzichtete aber später auf solche Methoden.

    ac/mt/sna

     

     

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    Tags:
    Alexander Lukaschenko, Antwort, Weißrussland, Grenzschließung, Saulius Skvernelis, Litauen