06:04 27 Oktober 2020
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    Die antirussische Position der baltischen Staaten wurde zur Grundlage ihrer Staatlichkeit. Belarus kann diesem Weg folgen. Professor Nikolai Meshewitsch präsentierte in Moskau den Bericht „Der baltische Weg: vom Nationalismus zum Autoritarismus, vom Autoritarismus zur Verherrlichung des Faschismus“.

    Meshewitsch, der sich 33 Jahre lang mit den baltischen Studien befasst hat, äußerte sich besorgt über die jüngsten Ereignisse in Belarus und gab zu, dass er das Szenario erkenne, das man 1987 in Estland, Lettland und Litauen beobachtet habe.

    „Es ist wichtig, eine Brücke zu einer anderen postsowjetischen Republik zu schlagen – Belarus (Weißrussland). Der Bericht beschreibt die Ereignisse von 1987 bis 1991, wie sie sich damals in Estland, Lettland und Litauen entwickelt haben. Die Führung der baltischen Staaten versprach, dass es keine Verletzung der Rechte der russischsprachigen Bevölkerung geben werde, dass die Geschichte und die Ergebnisse des Zweiten Weltkriegs nicht umgeschrieben würden. Sie sagten, der Sieg im Großen Vaterländischen Krieg sei ein gemeinsamer Sieg. 1991 (Zerfall der UdSSR) wurden diese Gespräche sofort eingestellt. Dann trat das neutrale Estland der Nato bei. Die antirussische Position, insbesondere Litauens, sieht heute so aggressiv aus, dass selbst die Nato-Partner eingeschüchtert sind. Überraschenderweise sagen die Vertreter der belarussischen Opposition buchstäblich dasselbe, was ich vor 30 Jahren in derselben russischen Sprache gehört habe, aber vielleicht mit einem anderen Akzent“, sagte Meshewitsch bei einer Pressekonferenz in der Nachrichtenagentur „Rossiya Segodnya“.

    Senator Anatoli Schirokow wies bei der Präsentation des Berichts seinerseits darauf hin, dass die baltischen Staaten ihre Absicht, ebenfalls neutral zu bleiben, nicht beibehalten haben und 2004 der Nato beigetreten sind. Seitdem sind sie zur Basis für die militärischen Bemühungen derjenigen geworden, die Russland als ihren wichtigsten ideologischen Gegner betrachten und die militärische Infrastruktur an der Grenze zu Russland erweitern.

    „Es gibt ein noch fehlendes Verbindungsglied – Belarus“, fügte Veronika Krascheninnikowa, Leiterin des Instituts für außenpolitische Studien, hinzu. Sie glaubt, dass sich der moderne Faschismus der europäischen Gesellschaft auf Zehenspitzen nähere, dabei aber einen falschen Namen trage: „Skinheads haben sich die Haare wachsen lassen, Anzüge angezogen und gehen an die Macht.“

    Alexander Djukow, Direktor der Stiftung „Historisches Gedächtnis“, ist ebenfalls besorgt über das seltsame Verhalten der baltischen Nachbarn Russlands. Er merkte an, dass der lettische Verteidigungsminister am 8. Mai dieses Jahres auf dem Friedhof der an Kriegsverbrechen beteiligten Legionäre öffentlich Blumen niedergelegt habe. Russland sollte die Frage der Verantwortung der baltischen Länder für Verbrechen während des Zweiten Weltkrieges aktiver ansprechen und seine Position verschärfen, glaubt der Historiker.

    „Wir haben in den letzten Jahren mehrmals darüber gesprochen, dass die baltischen Behörden systematisch Verbrecher unterstützt haben, die auf Hitlers Seite gekämpft haben und an den NS-Verbrechen beteiligt waren. Wir müssen nach Beweisen für ihre Beteiligung suchen und diese Verbrechen untersuchen. Es ist äußerst wichtig, die Frage nach der rechtlichen Verantwortung der baltischen Länder für die Ereignisse dieser Zeit zu stellen“, so Djukow.

    Nikolai Meshewitsch, Professor an der Universität St. Petersburg und Präsident der Assoziation für baltische Studien, gibt in seinem Bericht eine Klassifizierung verschiedener faschistischer Bewegungen, die in den baltischen Staaten vor und während des Zweiten Weltkrieges agiert haben und an Massenverbrechen gegen die Menschlichkeit, am Holocaust und an Massenmorden beteiligt waren. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion suchten ihre Republiken nach ihrer eigenen Souveränität. Wenn jedoch lokale Nationalisten anfangs nur ihre „dramatische Zwangsmitgliedschaft“ in der ehemaligen UdSSR bewiesen haben, seien sie dann allmählich zur Schaffung nationalistischer autoritärer Regime übergegangen. Die neuen „Nationalhelden“ seien diejenigen geworden, die nach den Nürnberger Prozessen als Kriminelle gegolten haben, schreibt der Autor.

    Dem Historiker zufolge kann die Anziehungskraft der rechten konservativen Parteien für Estland, Lettland und Litauen damit erklärt werden, dass das der ideale Weg ist, heute an der Macht zu bleiben. „Weil es von Europa gebilligt und von den Vereinigten Staaten unterstützt wird sowie gute Ergebnisse liefert“, sagte Meshewitsch.

    Laut ihm kann die Transformation des Nationalismus in den baltischen Ländern wiederholt werden. 2021 werden die baltischen Staaten den 30. Jahrestag ihrer postsowjetischen Existenz feiern, was zweifellos zu neuen Interpretationen der Geschichte führen werde.

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    Machtumsturz, Präsidentschaftswahl, Alexander Lukaschenko, Protest, Weißrussland