05:19 27 Oktober 2020
SNA Radio
    Аusland
    Zum Kurzlink
    0 238
    Abonnieren

    Vor sechs Monaten ereignete sich in Louisville bei einer nächtlichen Razzia ein Unfall, bei dem Breonna Taylor erschossen wurde. Auch ihr Tod war einer der Auslöser für das Erstarken der Black-Lives-Matter-Bewegung. Am Mittwoch gab der Generalstaatsanwalt nur die Klage gegen einen Polizisten bekannt - Allerdings nicht wegen der Tötung Taylors.

    Am Mittwochabend gab der Generalstaatsanwalt des Bundesstaates Kentucky, Daniel Cameron, die Anklage gegen die Polizisten im Falle Breonna Taylor bekannt. In einer nächtlichen Razzia wurde die Schwarze Rettungssanitäterin in der Nacht am 13. März erschossen. Gegen die insgesamt drei Polizisten, die beim nächtlichen Vorfall anwesend waren, wurde nur gegen Brett Hankinson eine indirekte Anklage erhoben: Nicht wegen dem Tod Breonna Taylors, sondern aufgrund von fahrlässiger Gefährdung des Lebens anderer. Gegen die anderen beiden wurde bisher keine Anklage erhoben.

    Der „Spiegel“ schreibt, dass die Ermittler zum Schluss gekommen seien, dass die Beamten nur Selbstverteidigung ausgeübt hätten. Es handelte sich um eine nächtliche Drogenrazzia, bei der die Beamten in Zivil gekleidet waren – der Freund Taylors war von einem Überfall ausgegangen und hatte somit als erster einen Schuss abgefeuert. Mit diesem Schluss habe er auch einen der drei Polizisten verletzt. Anschließend feuerten die Beamten ihre Dienstwaffen ab. Da mehrere Schüsse unkontrolliert in die Nachbarwohnung geschossen wurden, erhielt Hankinson eine Anklage auf fahrlässige Gefährdung.

    Große Proteste als Reaktion

    Die Reaktion über den Beschluss der Generalstaatsanwaltschaft stieß bisher auf tiefes Unverständnis und Empörung. An vielen Orten fanden sich deswegen Demonstranten zusammen, um gegen den Beschluss zu protestieren. Bei den Protesten in Louisville kam es auch zu Verletzungen: Zwei Polizisten wurden angeschossen. Nach einem Bericht der „Tagesschau“ würden sie nicht in Lebensgefahr schweben und im Krankenhaus behandelt werden. Ein Verdächtiger wurde bereits festgenommen.

    ​Aber auch in anderen Städten der USA wurde protestiert. So gibt es Aufnahmen aus Chicago, Washington D.C., Portland, Los Angeles und weiteren Städten. Allgemein gab es viel Unverständnis gegenüber dem Entschluss der Generalstaatsanwaltschaft. Der bisher einzige Angeklagte, Brett Hankinson, wurde als Konsequenz bereits im März gefeuert, während die anderen Beamten im Dienst blieben. Breonna Taylor wird oft als einer der Auslöser für die Black-Lives-Matter-Bewegung und die Massenproteste gegen Rassismus angesehen, zusammen mit George Floyds Tod im Mai.

    ​Ein Twitter-Nutzer schreibt, dass die sogenannte „Grand Jury“ (die Gesamtheit aller Geschwornen bei einem Strafprozess) gewissen Strafen für die Ermordung hätte zustimmen müssen und nicht die, für die Gefährdung der Nachbarn.

    Während viele Stimmen sich ähnlich über die Entscheidungen empören, gibt es auch kritischere Stimmen, die die Entscheidung des Generalstaatsanwalts Cameron akzeptieren und ihm zustimmen. So beispielsweise der konservative Radiomoderator Larry Elder, für den die Annahme, dass die Morde von George Floyd und Breonna Taylor mit ihrer Hautfarbe zusammenhängen, nicht ersichtlich ist. „Die Polizei hat mindestens genauso viele unbewaffnete Weiße ermordet, wie Schwarze.“

    lm

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Thai-König in Bayern: Maas droht mit Konsequenzen bei Rechtsverstößen
    Corona-Pleitewelle – Massive Arbeitslosigkeit: Oder Mut zu radikaler Steuerreform?
    Biden bezeichnet Russland als „größte Bedrohung für Amerika“
    Tags:
    Polizeigewalt, Tod, Afroamerikaner, USA