11:43 25 Oktober 2020
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    Der vor Kurzem ernannte libanesische Ministerpräsident Mustapha Adib ist am Samstag von seinem Amt zurückgetreten. Es ist ihm nicht gelungen, trotz wochenlanger Anstrengungen eine Regierung zu bilden.

    Er gebe die Aufgabe der Regierungsbildung auf, teilte Adib nach einer Zusammenkunft mit Präsident Michel Aoun mit. Zuvor war in erster Linie die Besetzung des Postens des Finanzministers umstritten. 

    Adib schrieb auf Twitter, er entschuldige sich dafür, dass er seine Aufgabe zur Kabinettsbildung nicht erledigt habe. Er wünsche demjenigen, der für das Amt des Regierungschefs vorgeschlagen werden würde, viel Erfolg bei der Bewältigung von Gefahren, denen das Land ausgesetzt sei. 

    Der Libanon überlebt die tiefste Krise seit dem Ende des 15-jährigen Bürgerkriegs 1990. Das Land versinkt in Schulden, seine Banken sind gelähmt und die Währung ist im freien Fall. Die vorrangige Aufgabe einer neuen Regierung wäre es, die festgefahrenen Verhandlungen mit dem Internationalen Währungsfonds über ein Rettungspaket wieder in Gang zu bringen.

    Adib, der ehemalige Botschafter des Libanons in Deutschland, war Ende August zum neuen Ministerpräsidenten seines Staates ernannt worden und sollte eine aus Experten bestehende Ministerriege benennen. 

    Vor allem Frankreich hatte starken Druck auf die Vertreter der Religionsgemeinschaften in dem Land ausgeübt, sich rasch auf eine neue Regierung zu einigen. Muslime und Christen teilen sich im Libanon die Macht, das Amt des Finanzministers wurde bislang von einem Schiiten bekleidet. Über die Besetzung des Postens war es zum Streit zwischen dem Sunniten Adib und den beiden größten Schiiten-Parteien Amal und Hisbollah gekommen. 

    ao/mt/rtr

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    Tags:
    zurücktreten, Ministerkabinett, Ministerpräsident, Libanon