06:35 22 Oktober 2020
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    Die Konfliktparteien im Jemen wollen rasch eine große Zahl an Gefangenen austauschen. Eine Gruppe aus etwa 1080 Menschen, die in Zusammenhang mit dem Bürgerkrieg in dem arabischen Land in Gefangenschaft sitzen, sollten freigelassen werden.

    Vertreter der jemenitischen Regierung und der verfeindeten Huthi-Rebellen einigten sich auf den Schritt nach Gesprächen in Genf. Das teilten der Jemen-Beauftragte der Vereinten Nationen, Martin Griffiths, und das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (ICRC) am Sonntag mit.

    Die Ankündigung macht vorsichtige Hoffnung auf eine teilweise Entspannung des jahrelangen Konflikts. Ob sie umgesetzt wird, ist aber unklar. Schon im Dezember 2018 hatten sich die Huthis, die vom Iran unterstützt werden, mit der Regierung von Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi auf den Austausch von 16.000 Gefangenen verständigt. Zwar wurden schrittweise Dutzende Gefangene ausgetauscht. Komplett umgesetzt wurde die Vereinbarung aber nicht.

    Griffiths sprach trotzdem von einem „sehr wichtigen Erfolg”. Der Austausch der mehr als 1000 Menschen würde „die größte Freilassung in der Geschichte des Konflikts” markieren. Es sei ein „wichtiger Tag für mehr als tausend Familien, die eine Rückkehr ihrer Liebsten hoffentlich sehr bald erwarten können”. Die Gefangenen müssten nun rasch freigelassen und der Austausch weiterer beschlossen werden. Damit würde die „Misere vieler jemenitischer Familien” beendet.

    Einem Huthi-Vertreter zufolge soll der Austausch Mitte Oktober beginnen. Mit der Einigung vom Sonntag würde „das Eis gebrochen nach vier Verhandlungsrunden”, sagte Abdel-Kadir al-Murtada, Vorsitzender eines Kriegsgefangenen-Komitees der Huthis. Die Rebellen seien bereit, den 2018 vereinbarten Austausch umzusetzen, die Regierung aber nicht, sagte Al-Murtada dem Rebellen-nahen Fernsehsender Al-Masirah zufolge. Die Regierung äußerte sich zunächst nicht zu der Einigung.

    Im Jemen kämpft ein von Saudi-Arabien angeführtes Militärbündnis seit 2015 an Seite der Regierung gegen die aufständischen Huthi-Rebellen. Sie hatten das Land überrannt und kontrollieren heute die Hauptstadt Sanaa sowie große Gebiete vor allem im Norden und im Westen.

    ai/dpa

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    Tags:
    Austausch, Gefangene, Jemen