08:04 23 Oktober 2020
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    Die Bewohner des französischen Überseegebiets Neukaledonien haben sich am Sonntag zum zweiten Mal nach 2018 gegen eine Trennung von Frankreich ausgesprochen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron begrüßte das Votum.

    Bei dem Referendum auf dem Archipel im Südpazifik östlich von Australien stimmten laut vorläufigen Angaben des Hochkommissariats in Neukaledonien 53,26 Prozent der Stimmberechtigten für einen Verbleib. Für die Unabhängigkeit waren 46,74 Prozent. 2018 hatten sich noch 56,7 Prozent gegen eine Abspaltung ausgesprochen.

    Die Wahlbeteiligung war erneut sehr hoch und lag bei über 85 Prozent. Etwa 180.000 Neukaledonier durften teilnehmen.

    Macron zufolge ist das Ergebnis ein „Zeichen des Vertrauens in die französische Republik", erklärte der 42-Jährige auf Twitter. Den Anhängern einer Unabhängigkeit sagte er, das Neukaledonien der Zukunft solle gemeinsam geschaffen werden.

    Ein drittes Unabhängigkeits-Referendum kann in Neukaledonien 2022 stattfinden.

    Neukaledonien

    Der Name des Archipels Nouvelle-Calédonie bedeutet wörtlich „Neuschottland“. Die Mehrheit seiner Bevölkerung bilden Zuwanderer von anderen Pazifikinseln, aus Europa und Asien. Seit 1853 wird die pazifische Inselgruppe mit der Hauptinsel Grande-Terre von Paris regiert. Grundlage ist der Sonderstatus einer Collectivité sui generis nach den Artikeln 76 und 77 der französischen Verfassung.

    Zur Europäischen Union gehört Neukaledonien aber nicht. Bezahlt wird nicht mit dem Euro, sondern mit dem Pazifischen Franc. Bei Europawahlen dürfen die Neukaledonier aber mitstimmen. Zudem wird die Infrastruktur auf den Inseln aus den EU-Kassen mitfinanziert.

    Unabhängigkeitsbestrebungen

    Die Unabhängigkeitsbestrebungen werden vor allem von den Kanaken angeführt, einem indigenen Volk, das seit Jahrhunderten auf der Insel lebt. Sie machen rund 40 Prozent der Bevölkerung aus.

    Um die Unabhängigkeit von Neukaledonien geht es bereits seit Jahrzehnten. Schon 1987 gab es einen Volksentscheid, wobei die Bewohner der Inselgruppe damals mit überwältigender Mehrheit gegen die Unabhängigkeit von Frankreich gestimmt hatten. Die meisten Ureinwohner boykottierten jedoch das Referendum. Während der französischen Präsidentschaftswahlen 1988 eskalierten die Auseinandersetzungen zwischen Europäern und Einheimischen. Damals kamen mehr als 20 Menschen ums Leben.

    mo/mt/sna

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