06:53 20 Oktober 2020
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    Der aserbaidschanische Präsident Ilcham Alijew hat Frankreich dazu aufgefordert, sich für die Worte des Präsidenten Emmanuel Macron über die angebliche Verlegung syrischer Kämpfer nach Baku für die Teilnahme an den Gefechten in der Region Bergkarabach zu entschuldigen.

    Zuvor hatte der französische Staatschef mitgeteilt, dass Frankreich über Informationen verfüge, die darauf hindeuten, dass Mitglieder dschihadistischer Terrormilizen das Operationsgebiet in Syrien verlassen hätten, um sich an Kampfhandlungen im Konflikt um Bergkarabach zu beteiligen.

    „Wir haben keine Kämpfer aus Syrien, wir haben eine Armee, die aus 100.000 Soldaten besteht. Ich fordere Frankreich dazu auf, eine Entschuldigung vorzubringen und Verantwortung zu übernehmen“, sagte Alijew im Interview mit dem Nachrichtesender al-Arabiya.

    Am Mittwoch hatte das russische Außenministerium seine Besorgnis über die Verlegung der Mitglieder etlicher Terrormilizen in die Region Bergkarabach geäußert und die Behörden der beteiligten Länder dazu aufgerufen, Maßnahmen gegen eine mögliche Teilnahme ausländischer Terroristen an Kampfhandlungen zu treffen. Dabei teilte auch die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, mit, dass Moskau über Informationen bezüglich syrischer Kämpfer in Bergkarabach verfüge.

    Situation um Bergkarabach spitzt sich zu

    Am 27. September hat das aserbaidschanische Verteidigungsministerium mitgeteilt, dass die armenischen Streitkräfte Ortschaften an der Berührungslinie in Karabach beschossen hätten. Nach den Angaben gebe es Tote unter Zivilisten und Soldaten.

    Laut einer Erklärung des armenischen Verteidigungsministeriums war „Karabach Luft- und Raketenangriffen ausgesetzt“.

    Wie es in Eriwan hieß, habe Baku eine Offensive in Richtung Karabach gestartet. Nach Angaben aus der nicht anerkannten Republik Bergkarabach wurden friedliche Siedlungen, darunter die Hauptstadt Stepanakert, unter Artilleriebeschuss genommen.

    In Armenien wurden inzwischen der Kriegszustand und die allgemeine Mobilmachung ausgerufen.

    Der Präsident von Aserbaidschan verhängte eine Ausgangssperre im Land. Zudem kündigte er eine teilweise Mobilmachung sowie den Kriegszustand in einer Reihe von Städten und Regionen an.

    Die Staatschefs Russlands, der USA und Frankreichs – Co-Vorsitzende der Minsker OSZE-Gruppe für Bergkarabach – riefen die Konfliktseiten zur unverzüglichen Einstellung der Kampfhandlungen auf. Die Präsidenten Wladimir Putin, Donald Trump und Emmanuel Macron sprachen den Familien der getöteten und verletzten Soldaten ihr tiefempfundenes Beileid aus.

    ac/mt/sna

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    Tags:
    Bergkarabach-Konflikt, Syrien, Kämpfer, Emmanuel Macron, Entschuldigung, Al-Arabiya, Interview, Ilcham Alijew