18:12 19 Oktober 2020
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    Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat Telefongespräche mit seinen Amtskollegen in Aserbaidschan und Armenien geführt, die sich zu dem vereinbarten Waffenstillstand in der Region um Bergkarabach bekannt haben.

    Wie das russische Außenministerium mitteilte, hätten der Außenminister Aserbaidschans, Jeyhun Bajramow, sowie sein armenischer Amtskollege Sohrab Mnazakanjan die Notwendigkeit betont, die vereinbarte Waffenruhe strikt einzuhalten.

    Am Vortag hatten auf Initiative des russischen Präsidenten Wladimir Putin in Moskau Beratungen zwischen den Außenministern Russlands, Armeniens und Aserbaidschans zu der Lage in der Region Bergkarabach stattgefunden. Die Gespräche hatten mehr als zehn Stunden gedauert und waren damit die längsten Verhandlungen in den letzten 20 Jahren.

    Waffenstillstand in Bergkarabach beschlossen

    Als Ergebnis dieser Gespräche wurde ein Waffenstillstand in der Konfliktregion um Bergkarabach vereinbart. Dieser gilt seit 12 Uhr (Ortszeit) am 10. Oktober und soll den Seiten erlauben, Kriegsgefangene und Gefallene unter Vermittlung des Roten Kreuzes auszutauschen. Zusätzliche Bedingungen werden später bestimmt.

    Allerdings warfen die beiden Konfliktparteien am Samstag einander vor, gegen den Waffenstillstand zu verstoßen. Später teilte der Sprecher des armenischen Verteidigungsministeriums mit, dass sich die beiden Seiten im Laufe des Tages an die Vereinbarung gehalten hätten, obwohl es „einzelne Provokationen“ gegeben hätte.

    Am Samstag rief auch UN-Generalsekretär António Guterres die Konfliktparteien dazu auf, die Waffenruhe einzuhalten und möglichst schnell deren Details auszuarbeiten.

    Eskalation im Südkaukaukasus

    Am 27. September hatte sich die Situation in der selbsterklärten Republik Berg-Karabach zugespitzt. Zwischen Armenien und Aserbaidschan kam es zu schweren militärischen Auseinandersetzungen, die seitdem andauern. Auf beiden Seiten gibt es inzwischen Tote und Verletzte zu beklagen. Baku und Jerewan machen sich gegenseitig für die Verschärfung der Lage verantwortlich. Armenien rief wegen der Zuspitzung den Kriegszustand und eine allgemeine Mobilmachung aus. Das aserbaidschanische Parlament beschloss ebenfalls, in einigen Städten und Regionen das Kriegsrecht auszurufen.

    Am 8. Oktober lud der russische Präsident Wladimir Putin die Außenminister beider Länder nach Moskau ein, um einen Waffenstillstand zu schließen.

    ac/sb/sna

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    Waffenstillstand, Bergkarabach-Konflikt, Aserbaidschan, Armenien, Außenminister, Telefongespräch, Sergej Lawrow