05:44 27 Oktober 2020
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    UN-Generalsekretär Antonio Guterres hat Baku und Eriwan dazu aufgerufen, den Waffenstillstand einzuhalten und sich möglichst schnell auf eine Friedenslösung zu einigen, teilte der Sprecher des Generalsekretärs, Stefan Dujarric, mit.

    Am Freitag fanden in Moskau Verhandlungen zwischen den Außenministern Armeniens und Aserbaidschans unter Vermittlung Russlands statt. Die beiden Diplomaten wurden von Präsident Wladimir Putin in die russische Hauptstadt eingeladen. Nach den Gesprächen trat heute um 12 Uhr (Ortszeit) ein Waffenstillstand für den Austausch von Kriegsgefangenen und Gefallenen in Kraft. Bereits am Samstag warfen sich die Parteien jedoch gegenseitig vor, den Waffenstillstand verletzt zu haben.

    „Der Generalsekretär begrüßt die in Moskau erreichte Vereinbarung eines humanitären Waffenstillstands zwischen Armenien und Aserbaidschan. Er dankt der Russischen Föderation für ihre Vermittlungsbemühungen“, sagte Dujarric.

    Guterres begrüße die Verpflichtung Armeniens und Aserbaidschans, unter Vermittlung der Ko-Vorsitzenden der Minsk-Gruppe der OSZE substanzielle Verhandlungen aufzunehmen, hieß es weiter.

    Der Generalsekretär der Vereinten Nationen forderte die internationale Gemeinschaft auf, das Waffenstillstandsabkommen in Karabach zu unterstützen. Ihm zufolge ist es nach wie vor notwendig, die Konfliktparteien zu einer friedlichen Lösung des Konflikts zu ermutigen.

    Größtenteils hielten sich die Parteien im Laufe des Tages an den Waffenstillstand, jedoch habe es einige Provokationen gegeben, so der Vertreter des armenischen Verteidigungsministeriums, Artsrun Hovhannisyan. In einigen Teilen der Kontaktlinie erlaubte das karabachische Militär Aserbaidschan, die Leichen der Gefallenen zu übernehmen, aber der Austausch könne nicht abgeschlossen werden, sagte er.

    „Von nun an wird der Austausch nur unter Vermittlung des Roten Kreuzes stattfinden, da auch hier Provokationen im Spiel sind“, betonte Hovhannisyan.

    Dabei teilte die Generalstaatsanwaltschaft von Aserbaidschan mit, es sei infolge des Beschusses durch die armenischen Streitkräfte ein Zivilist getötet worden.

    Zuvor wies das aserbaidschanische Außenministerium darauf hin, dass die Absprachen im Rahmen des Waffenstillstandsabkommens noch nicht umgesetzt werden, da es keine Bedingungen dafür gäbe. Abteilungsleiter Jeyhun Bayramov warf Armenien Provokation vor.

    Eskalation in Berg-Karabach

    Am 27. September hatte sich die Situation in der selbsterklärten Republik Berg-Karabach zugespitzt. Zwischen Armenien und Aserbaidschan kam es zu schweren militärischen Auseinandersetzungen, die seitdem andauern. Auf beiden Seiten gibt es inzwischen Tote und Verletzte zu beklagen. Baku und Jerewan machen sich gegenseitig für die Verschärfung der Lage verantwortlich. Armenien rief wegen der Zuspitzung den Kriegszustand und eine allgemeine Mobilmachung aus. Das aserbaidschanische Parlament beschloss ebenfalls, in einigen Städten und Regionen das Kriegsrecht auszurufen.

    ekn/sb/sna

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    Tags:
    UN, Russland, Waffenstillstand, Aserbaidschan, Armenien, Bergkarabach-Konflikt