06:42 20 Oktober 2020
SNA Radio
    Аusland
    Zum Kurzlink
    12323
    Abonnieren

    Der Präsident des Europäischen Rates, Charles Michel, hat Armenien und Aserbaidschan zur Einhaltung des Waffenstillstands in der Region um Bergkarabach sowie zur Fortsetzung der Gespräche ohne Vorbedingungen aufgerufen.

    „Der humanitäre Waffenstillstand zwischen Armenien und Aserbaidschan ist ein wesentlicher Schritt zur Deeskalation. Ich fordere die Konfliktparteien auf, den Waffenstillstand einzuhalten und weitere Gewalt zu vermeiden, um die Zivilbevölkerung nicht in Gefahr zu bringen“, twitterte Michel.

    Laut Michel ist es notwendig, die Gespräche ohne jegliche Vorbedingungen fortzusetzen.

    Waffenstillstand in Bergkarabach beschlossen

    Am Freitag hatten in Moskau auf Initiative des russischen Präsidenten Wladimir Putin Beratungen zwischen den Außenministern Russlands, Armeniens und Aserbaidschans zu der Lage in der Region Bergkarabach stattgefunden. Die Gespräche hatten mehr als zehn Stunden gedauert und waren damit die längsten Verhandlungen in den letzten 20 Jahren.

    Als Ergebnis dieser Gespräche wurde ein Waffenstillstand in der Konfliktregion um Bergkarabach vereinbart. Dieser gilt seit 12 Uhr (Ortszeit) am 10. Oktober und soll den Seiten erlauben, Kriegsgefangene und Gefallene unter Vermittlung des Roten Kreuzes auszutauschen. Zusätzliche Bedingungen werden später bestimmt.

    Allerdings scheint es einzelne Verstöße gegen die vereinbarte Waffenruhe zu geben. Wie das aserbaidschanische Verteidigungsministerium am Sonntagmorgen mitteilte, sei die zweitgrößte Stadt Aserbaidschans, Gjandscha, von armenischem Territorium aus beschossen worden. Das Verteidigungsministerium Armeniens wies diese Information jedoch zurück.

    Nach Angaben des aserbaidschanischen Zivilschutzministeriums seien aus den Trümmern Leichen und Verletzte geborgen worden.

    Eskalation im Südkaukasus

    Am 27. September hatte sich die Situation in der selbsterklärten Republik Berg-Karabach zugespitzt. Zwischen Armenien und Aserbaidschan kam es zu schweren militärischen Auseinandersetzungen, die seitdem andauern. Auf beiden Seiten gibt es inzwischen Tote und Verletzte zu beklagen. Baku und Jerewan machen sich gegenseitig für die Verschärfung der Lage verantwortlich. Armenien rief wegen der Zuspitzung den Kriegszustand und eine allgemeine Mobilmachung aus. Das aserbaidschanische Parlament beschloss ebenfalls, in einigen Städten und Regionen das Kriegsrecht auszurufen.

    Am 8. Oktober lud der russische Präsident Wladimir Putin die Außenminister beider Länder nach Moskau ein, um einen Waffenstillstand zu schließen.

    ac/sb/sna

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Reisen nur noch mit Anmeldung? – Spahn-Ministerium plant strengere Auflagen
    Nawalny von Kolonne deutscher Polizisten beim Spaziergang begleitet – US-Sender zeigt Video
    „Direkt über uns!“: Dieses Flugzeug möchten Nato-U-Boote lieber meiden
    Tags:
    Bergkarabach-Konflikt, Waffenstillstand, Einhaltung, Aufruf, Europäischer Rat, Charles Michel