04:42 29 Oktober 2020
SNA Radio
    Аusland
    Zum Kurzlink
    34712
    Abonnieren

    Der kirgisische Präsident Sooronbai Dscheenbekow tritt zurück, teilte sein Pressedienst am Donnerstag mit.

    „Ich halte nicht an der Macht fest. Ich möchte nicht in die Geschichte Kirgisistans als Präsident eingehen, der Blut vergoss und auf seine eigenen Bürger schoss”, erklärte er in seiner Ansprache an die Bürger.

    Zudem rief er den neuen Premier, Sadyr Schaparow, sowie andere Politiker dazu auf, ihre Anhänger aus Bischkek hinauszuführen und „ein friedliches Leben zurückzubringen“.

    „Keine Macht ist die Integrität unseres Staates und die Harmonie in der Gesellschaft wert“, so Dscheenbekow. 

    Wie Sputnik berichtete, hätten die Protestierenden, die sich am Donnerstagmorgen vor dem Hotel „Issyk-Kul“ in der Hauptstadt Bischkek versammelt hatten, auf die Nachricht über den Rücktritt  Dscheenbekows mit freudigen Rufen und Pfiffen reagiert.

    Daraufhin hätten sie eine neue Forderung gestellt – nämlich, das Parlament aufzulösen und dessen Sprecher, Kanatbek Issajew, der nun die Vollmachten des Präsidenten inne habe, zu entlassen.

    Parlament ernennt Schaparow zum Premierminister

    Am Mittwoch hatten sich rund hundert Menschen vor dem Regierungsgebäude in Bischkek versammelt, um den Rücktritt des Präsidenten zu fordern. Das kirgisische Parlament stimmte am selben Tag der Kandidatur von Schaparow als Premierminister sowie der Zusammensetzung der neuen Regierung zu. Auch wurde das Programm des neuen Kabinetts unter Premierminister Sadyr Schaparow einstimmig unterstützt.

    Proteste nach Parlamentswahlen in Kirgisistan

    In Kirgisistan war es am 5. Oktober zu Massenprotesten gegen die Ergebnisse der Parlamentswahlen vom 4. Oktober gekommen. Die Demonstranten – Anhänger der Parteien, die den Einzug ins Parlament nicht geschafft hatten – forderten in der Hauptstadt Bischkek und in anderen Städten, die Wahlergebnisse zu annullieren und Neuwahlen durchzuführen. Nach Zusammenstößen zwischen Protestierenden und Sicherheitskräften drangen Anhänger von Oppositionsparteien ins Parlamentsgebäude vor, in dem auch die Administration des Präsidenten ihren Sitz hat.

    Bei den Zusammenstößen wurden mehr als 1200 Menschen verletzt, ein Mann kam ums Leben. Der kirgisische Premierminister Kubatbek Boronow trat zurück. 

    Am vergangenen Freitag sind die Unruhen in Bischkek wieder entflammt. Auf dem zentralen Platz kam es zu Zusammenstößen zwischen den Anhängern und Gegnern von Sadyr Schaparow. Sieben Menschen wurden dabei verletzt.

    ns/sna/ae

     

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    MdB Hansjörg Müller (AfD) zum Fall Nawalny: Die deutsche Seite will nicht kooperieren
    Grenzverletzung verhindert: Su-27 verjagt französische Kampfflugzeuge – Video
    Hohe Corona-Zahlen: Drosten fordert „Mini-Lockdown“ und Lauterbach Kontrollen in Privatwohnungen
    Tags:
    Wahlen, Proteste, Parlament, Kanatbek Issajew, Rücktritt, Sooronbai Dscheenbekow, Kirgistan