01:31 27 November 2020
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    Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft Armeniens nehmen türkische Spezialeinsatzkräfte an den Kampfhandlungen in der Region um Bergkarabach teil. Dies teilte die Behörde gegenüber der Nachrichtenagentur RIA Novosti mit.

    Seit Beginn des Konflikts in der Region hatte die Türkei ihre Unterstützung von Aserbaidschan bekanntgeben, hatte dabei mehrmals betont, an dem Konflikt nicht beteiligt zu sein. Auch der aserbaidschanische Präsident Ilham Alijew hatte im Interview mit dem amerikanischen TV-Sender Fox gesagt, dass es keine Hinweise für die Beteiligung der Türkei an den Kampfhandlungen gebe. Alijew zufolge unterstützt Ankara Aserbaidschan nur politisch.

    Die armenische Generalstaatsanwaltschaft teilte aber mit, dass die Spezialeinheiten der türkischen Streitkräfte schon seit August 2020 intensive Kampftrainingskurse für aserbaidschanische Soldaten durchgeführt haben sollen.

    Aus dem Bericht der Generalstaatsanwaltschaft geht auch hervor, dass das aserbaidschanische Militär seit Mitte September Artilleriesysteme in dicht besiedelten aserbaidschanischen Dörfern und an unauffälligen Orten stationiert hätte, die laut Eriwan auch an Kampfeinsätzen beteiligt gewesen seien.

    Eskalation in Bergkarabach

    Am 27. September war es zu Kämpfen an der Berührungslinie in der international nicht anerkannten Republik Bergkarabach gekommen. Nach Angaben der lokalen Behörden wurden friedliche Siedlungen in Karabach, einschließlich der Hauptstadt Stepanakert, mit Artillerie beschossen. Die Behörden erklärten später den Kriegszustand und eine Mobilmachung in der Republik. Baku und Eriwan machten sich gegenseitig für die Verschärfung der Lage verantwortlich.

    Soldat in Bergkarabach feuert Geschütz ab
    © REUTERS / PRESS OFFICE OF ARMENIAN DEFENSE

    Auch Armenien verkündete den Kriegszustand und eine allgemeine Mobilmachung. Aserbaidschan führte den Kriegszustand in einigen Regionen des Landes sowie eine landesweite Ausganssperre ein und verkündete eine teilweise Mobilmachung.

    Gespräche in Moskau

    Am 9. Oktober kamen die Außenminister von Armenien und Aserbaidschan auf Einladung von Wladimir Putin zu Vermittlungsgesprächen nach Moskau. Die Gespräche dauerten mehr als zehn Stunden.

    Im Ergebnis dieser Gespräche wurde ein Waffenstillstand in der Konfliktregion um Bergkarabach vereinbart, der am 10. Oktober in Kraft trat und den beiden Konfliktparteien ermöglichen soll, Kriegsgefangene und Gefallene unter Vermittlung des Roten Kreuzes auszutauschen. Doch schon am selben Tag warfen die Seiten einander vor, gegen die Waffenruhe verstoßen zu haben. Ein zweiter Versuch, einen humanitären Waffenstillstand zu organisieren, wurde in der Nacht zum 18. Oktober unternommen. Allerdings kommt es in der Region immer wieder zu Kampfhandlungen.

    ac/mt/sna

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    Bericht, Generalstaatsanwaltschaft, Armenien, Bergkarabach-Konflikt, Beteiligung, Spezialeinsatzkräfte, Türkei