22:25 27 November 2020
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    Martin Luther King III. hält die Präsidentschaftswahl 2020 für „vielleicht die wichtigste Wahl seines Lebens“. Ihm mache Angst, dass Donald Trump mit seinem Handeln die „Rassenunruhen“ befeuert habe. In einem Interview mit „Sky News“ zeigt er sich zutiefst besorgt über die Spaltung seines Landes und ihre Folgen für die Welt.

    Eine Woche vor den US-amerikanischen Präsidentschaftswahlen blickt auch Martin Luther King III. in tiefer Sorge auf die Entwicklungen in seinem Land. Unter Donald Trump seien die USA gespalten worden, und dieser Riss finde in der ganzen Welt Widerhall, so der 63-Jährige im Gespräch mit „Sky News“. Was ihm Angst mache, sei, dass der amtierende US-Präsident Donald Trump offenbar ein Rassist sei. Man könne zwar nicht sagen, was in dessen Innerem vorgehe, man könne nur sein Handeln beurteilen. „Und sein Handeln sagt definitiv: Rassist.“

    Trump habe zu den „Rassenunruhen“ beigetragen, als hätte er „Benzin ins Feuer geschüttet“.

    Daher sei die kommende Wahl ganz besonders wichtig, und zwar nicht nur für die schwarze Bevölkerung, sondern für die ganze Welt, ist King überzeugt.

    Martin Luther King hatte einen Traum

    Noch immer würden sehr viele schwarze Amerikaner in Armut leben und der Traum, den sein Vater 1963 in seiner berühmten Rede am Lincoln Memorial formuliert habe, sei für viele seiner schwarzen Mitbürger noch immer nicht in Erfüllung gegangen. Damals hatte Martin Luther King gesagt, er träume von einer Nation, in der seine Kinder nicht nach ihrer Hautfarbe beurteilt werden würden, sondern nach ihrem Charakter.

    Die bestürzenden Fälle von Polizeigewalt gegenüber schwarzen Amerikanern wie George Floyd, Breonna Taylor oder Rayshard Brooks zeigten doch, dass man in den USA nicht das Niveau von Rasseninklusion erreicht habe, wo jeder gleichbehandelt werde, hält der älteste Sohn der Ikone der schwarzen Bewegung fest.

    Martin Luther King III. hat eine Hoffnung

    Doch er habe noch Hoffnung, und diese setze er in seine Mitbürger, dass sie die Trump-Ära zu beenden helfen. Andernfalls sei die Demokratie in den USA ernsthaft bedroht. „Der Präsident verhält sich manchmal so, als wäre er König oder Königin oder ein Diktator“, so Martin Luther King III. gegenüber „Sky News“.

    „So funktioniert Demokratie nicht. Er agiert in einer faschistischen Art und Weise, und das Tragische ist, dass seine Unterstützer das offenbar nicht sehen.“

    King, der zusammen mit seinen Geschwistern das geistige Erbe des berühmten Vaters stets zu bewahren suchte, macht sich Sorgen, dass Wähler eingeschüchtert und nicht alle Stimmen gezählt werden könnten. So habe es in Georgia, das traditionell republikanisch gewählt hat, jetzt aber in Richtung der Demokraten umzudrehen scheint, lange Schlangen bei der Stimmabgabe gegeben sowie Probleme mit Wähler-IDs. Sollten alle Stimmen richtig gezählt werden, dann könne Trump besiegt werden. „Wenn es damit aber Probleme gibt, was gut möglich wäre, und nicht alle Stimmen gezählt werden, dann könnte er gewinnen. Und das wäre sehr traurig.“

    Zutiefst besorgt sei er über eine mögliche Anfechtung der Wahl und Gespräche über Bewaffnung. „Alle decken sich mit Waffen ein, auf beiden Seiten. Und was mir Sorgen bereitet, ist, dass sogar die Rede von Bürgerkrieg ist. Für mich ist das ein sehr trauriges Zeichen. Und beängstigend. Denn man kann das Problem nicht in einer Schießerei lösen.“

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    Tags:
    Rassismus, Joe Biden, Donald Trump, George Floyd, Black Lives matter (BLM), US-Wahlen, Bürgerkrieg, Martin Luther King