18:06 26 November 2020
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    Der französische Regierungssprecher Gabriel Attal hat am Mittwoch auf die Kritik seitens der Türkei und weiterer muslimischer Länder im Streit um Karikaturen des Propheten Mohammed reagiert.

    Bei einem Pressebriefing nach einer Sitzung des Ministerrates verurteilte der Sprecher die „Destabilisierungsversuche“, die gegen Frankreich unternommen würden.

    „Trotz aller Einschüchterungen verzichtet Frankreich nie auf seine Prinzipien und auf seine Werte, insbesondere auf die Meinungsäußerungsfreiheit und die Pressefreiheit.“

    Das Land sei in der letzten Zeit mit einer „zunehmenden terroristischen Bedrohung“ konfrontiert, die durch „Hassaufrufe genährt“ werde, so Attal. Dies bestärke aber Frankreich in seiner Bereitschaft, „beständig gegen den Islamismus und alle seine Erscheinungsformen zu kämpfen“.

    Spannungen wegen Karikaturen

    Nach dem brutalen Mord an den Lehrer Samuel Paty durch einen mutmaßlichen Islamisten hatte der französische Präsident Emmanuel Macron mehrmals die Meinungsfreiheit und Veröffentlichung von Karikaturen des islamischen Propheten Mohammed in der Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ verteidigt. Der Lehrer hatte im Unterricht die Bilder als Beispiel für Meinungsfreiheit gezeigt.

    Macron stellte Maßnahmen im Kampf gegen „islamistischen Separatismus“ vor. Es gehe darum, einen „Islam der Aufklärung“ aufzubauen und ihn von ausländischem Einfluss zu befreien. Auch die Finanzierung von Moscheen soll stärker kontrolliert werden.

    Die Äußerungen des französischen Staatschefs zur Meinungsfreiheit und zum Islam hatten zwischen Frankreich einerseits und der Türkei sowie anderen muslimischen Ländern andererseits für Missstimmung gesorgt.

    Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan hatte dazu aufgerufen, französische Waren zu boykottieren, und Macron persönlich angegriffen. Er empfahl seinem französischen Amtskollegen, sich psychisch untersuchen zu lassen.

    Erdogan-Karikatur

    Auf der Titelseite der Mittwochausgabe von „Charlie Hebdo“ erschien eine Zeichnung, die den türkischen Präsidenten in Unterhose neben dem nackten Hinterteil einer verschleierten Frau zeigt. Der Titel lautet: „Erdogan – privat ist er sehr lustig“. „Ohh! Der Prophet!“, heißt es dazu in einer Sprechblase.

    Wegen der Karikatur verklagte Erdogan am Mittwoch die Zeitschrift.

    mo/mt/sna

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