01:59 27 November 2020
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    Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat in einem Interview mit dem Fernsehsender Al Jazeera Verständnis für die Gefühle der Muslime zum Ausdruck gebracht und seinen Standpunkt  zu der umstrittenen Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen klargestellt.

    „Ich kann die Gefühle der Muslime nach der Veröffentlichung  von Karikaturen nachvollziehen. Dahinter steht aber nicht die französische Regierung, sondern freie und unabhängige Medien, die mit der Regierung nicht verbunden sind“, so der französische Staatschef im Interview.

    Macron bezeichnete die Reaktion der muslimischen Welt auf seine Ansprache als „Missverständnis“. Ihm zufolge wurde der Sinn seiner Worte „verdreht“, was die „falsche Vorstellung“ hervorgerufen habe, er sei „Anhänger solcher Karikaturen“.

    Am meisten leiden die Muslime laut Macron unter dem Verhalten derjenigen, die den Islam pervertieren. „Es gibt Menschen, die den Islam pervertieren und im Namen dieser Religion zu ihrem Schutz aufrufen“, so der französische Präsident weiter.

    Am 16. Oktober hatte ein mutmaßlicher Islamist in einem Pariser Vorort den Geschichtslehrer Samuel Paty auf offener Straße mit einem Messer enthauptet. Der Lehrer hatte im Unterricht zur Meinungsfreiheit umstrittene Mohammed-Karikaturen aus dem Satiremagazin „Charlie Hebdo“ gezeigt.

    Präsident Macron verteidigte die Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen als Meinungsfreiheit und stellte Maßnahmen im Kampf gegen „islamistischen Separatismus“ vor. Es gehe darum, einen „Islam der Aufklärung“ aufzubauen und ihn von ausländischem Einfluss zu befreien. Auch die Finanzierung von Moscheen soll stärker kontrolliert werden.  Die Äußerungen des französischen Staatschefs zur Meinungsfreiheit und zum Islam hatten zwischen Frankreich einerseits und der Türkei sowie anderen muslimischen Ländern andererseits für Missstimmung gesorgt. Bei der Gedenkfeier für den ermordeten Geschichtslehrer betonte Macron, Frankeich werde „auf Karikaturen und Zeichnungen niemals verzichten“, auch wenn „sich die anderen davon zurückziehen“.

    Bei einer weiteren Messerattacke in Nizza sind am Donnerstag mindestens drei Menschen getötet und weitere verletzt worden. Das Attentat in der Kirche Notre Dame wurde am Geburtstag des Propheten Mohammed begangen. Der mutmaßliche Täter, der aus Tunesien stammen soll, soll „Allahu Akbar“ (arabisch für „Gott ist groß“) gerufen haben.  Mit den Ermittlungen wurde eine Anti-Terror-Abteilung der Staatsanwaltschaft beauftragt. Frankreich rief die höchste Terrorwarnstufe aus, Staatspräsident Emmanuel Macron sprach von einem Terroranschlag.

    ekn/sna/gs

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    Tags:
    Charlie Hebdo, Frankreich, Emmanuel Macron