19:59 24 November 2020
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    Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hat der Türkei ein „kriegerisches Verhalten“ gegenüber den Alliierten des Militärbündnisses Nato vorgeworfen. Sein türkischer Amtskollege Recep Tayyip Erdogan soll laut dem französischen Präsidenten die EU und Frankreich respektieren und auf „Lügen“ und „Beleidigungen“ verzichten.

    Wenn man Verbündeter sei, müsse man die Dinge offen aussprechen, sagte Macron nach Angaben seines Amts dem Fernsehsender Al-Dschasira am Samstag. Er hat sich für eine Beruhigung in den Beziehungen zwischen Frankreich und der Türkei ausgesprochen. Dafür sei aber gegenseitiger Respekt notwendig, so Frankreichs Staatschef.

    Das Verhältnis zwischen Macron und Erdogan ist seit Wochen angespannt. Der türkische Staatschef hatte im Streit um Mohammed-Karikaturen dazu aufgerufen, französische Waren zu boykottieren. Hintergrund für Erdogans Appell waren Aussagen Macrons über die Meinungsfreiheit und das Veröffentlichen von Karikaturen. Die französische Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ hatte Mohammed-Karikaturen wiederveröffentlicht und damit Protest in Teilen der muslimischen Welt ausgelöst. Viele Muslime lehnen eine bildliche Darstellung des Propheten ab und empfinden sie als beleidigend, explizit verboten ist sie im Koran aber nicht.

    Macron sagte, er verstehe die Gefühle, die durch die Veröffentlichung geweckt worden seien, und er respektiere sie. Er bekräftigte seine mehrfach geäußerte Haltung, wonach Karikaturen und Zeichnungen durch die Meinungsfreiheit geschützt sind. „Ich habe es auch vielen Führungspersönlichkeiten gesagt: In Frankreich ist die Presse frei“, so Frankreichs Staatschef.

    Nach drei mutmaßlichen Terrorangriffen in den vergangenen Wochen, bei denen mehrere Menschen getötet wurden, sagte Macron, Frankreich bekämpfe den Terrorismus, der im Namen des Islams begangenen werde, und nicht den Islam selbst. Erst am Donnerstag hatte ein Angreifer in der südfranzösischen Metropole Nizza drei Menschen brutal ermordet, zwei Opfer wurden in einer Kirche gefunden.

    ekn/dpa/gs

     

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    Tags:
    Charlie Hebdo, Streit, Türkei, Frankreich, Emmanuel Macron