06:26 03 Dezember 2020
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    Das peruanische Parlament hat den Präsidenten des Landes, Martín Vizcarra, seines Amtes enthoben. Die Entscheidung löste Proteste in der Hauptstadt Lima und in anderen Städten des Landes aus.

    Dem Staatschef wird vorgeworfen, während seiner Zeit als Gouverneur der südlichen Region Moquegua von 2011 bis 2014 Bestechungsgelder in Höhe von 2,3 Millionen Soles (546.000 Euro) für die Vergabe von öffentlichen Bauaufträgen angenommen zu haben.

    Am Montag stimmten im Kongress 105 Abgeordnete für die Absetzung, 19 dagegen. Vier Parlamentarier enthielten sich. Um Vizcarra aus dem Amt zu drängen, waren 87 Stimmen nötig.

    Vizcarra erklärte am Dienstag, er verlasse den Regierungspalast, ohne mit der Entscheidung des Parlaments einverstanden zu sein. Der Politiker hatte zuvor die Korruptionsvorwürfe als „grundlos“ und „falsch" zurückgewiesen. Es wird erwartet, dass Parlamentspräsident Manuel Merino die Präsidentschaft des Landes bis Juli übernimmt. Im April stehen in dem südamerikanischen Land Präsidenten- und Parlamentswahlen an.

    Proteste

    Medienberichten zufolge kam es in Lima sowie in einer Reihe anderer Städte, wie etwa in Trujillo, Arequipa, Chiclayo, Iquitos, Cusco und Huancayo, zu Kundgebungen gegen Vizcarras Amtsenthebung. In der peruanischen Hauptstadt sollen Hunderte Protestteilnehmer zusammengekommen sein. Es wird von Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizisten sowie von Verletzten und Festnahmen berichtet.

    Auch in Arequipa gab es laut Medien eine Festnahme. In mehreren anderen Städten, beispielsweise in Huancayo oder in Piura, wurde die Parlamentsentscheidung aber auch unterstützt.

    mo/sb/sna

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