16:04 25 November 2020
SNA Radio
    Аusland
    Zum Kurzlink
    13865
    Abonnieren

    Nach der kürzlich abgegebenen Erklärung von Moskau, Eriwan und Baku über einen Waffenstillstand in Bergkarabach hat Armeniens Premier Nikol Paschinjan seinen Verdruss mit früheren Entscheidungen zum Ausdruck gebracht.

    Aus der Sicht des armenischen Politikers hätte Eriwan eine andere Lösung der Situation in der Kaukasus-Region erzielen können, wenn sich Armenien bereit erklärt hätte, an Aserbaidschan fünf Gebiete um Bergkarabach zurückzugeben.

    „Wer in Armenien hätte aber geglaubt, dass dies ein richtiger Weg wäre? Sehr wenige. Auch ich hätte daran nicht geglaubt, denn es hat viele Ungewissheiten gegeben“, so Paschinjan.

    Die armenische Seite habe von der Maßnahme in den ersten Tagen nach der Eskalation des Konflikts im September abgesehen, weil die Kampfhandlungen damals erfolgreich gewesen seien. Die Bedingungen für die Rückgabe der Territorien hätten sich dabei nicht geändert.

    „Wir haben uns dafür entschieden, nachdem offensichtlich geworden war, dass wir keine Wende im Krieg vollziehen können. Die Aufgabe war dann, eine schlimmere Entwicklung zu vermeiden.“

    Ende der Kämpfe vereinbart

    Russland, Armenien und Aserbaidschan haben eine Erklärung über die Einstellung der Kampfhandlungen in Bergkarabach unterzeichnet. Die Vereinbarung sieht unter anderem den vollständigen Waffenstillstand in Bergkarabach ab Dienstag, dem 10. November, vor. Aserbaidschan und Armenien bleiben dabei in den von ihnen besetzten Stellungen.

    Das Dokument sieht außerdem den Austausch von Kriegsgefangenen vor. Entlang der Berührungslinie in Bergkarabach und des Korridors Latschin wird ein russisches 1960 Mann starkes Friedenskontingent mit Kleinwaffen, 90 Transportpanzern und 380 Fahrzeugen und Sondertechnik stationiert.

    Laut Paschinjan war dieses Abkommen für ihn sehr peinlich. Nach der Bekanntgabe der Vereinbarungen hätten in Eriwan Proteste begonnen.

    Die Situation in Bergkarabach hatte sich am 27. September zugespitzt. Armenien und Aserbaidschan gaben sich immer wieder gegenseitig die Schuld am Ausbruch der Kämpfe. Die Situation erschwerte sich dadurch, dass Baku aktiv von der Türkei (Nato-Mitglied) unterstützt wurde. Armenien ist seinerseits Mitglied der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit.

    Bei dem in der Nacht zum Dienstag signierten Dokument handelt es sich um den vierten Versuch, eine stabile Deeskalation durchzusetzen. Die vorherigen drei Versuche waren erfolglos. Die jetzigen Vereinbarungen sind kurz nach dem tragischen Vorfall mit einem russischen Hubschrauber zustande gekommen, der über Armenien abgeschossen worden war.

    mo/mt/sna

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    „Ihr verdammten Kinder- und alte Menschen-Mörder“: Auto fährt in Tor des Bundeskanzleramts
    Medizinprofessor kritisiert Corona-Politik: „Die Zahlen des RKI sind das Papier nicht wert“
    Auch Verteidigungsamt betroffen: Trumps Regierung bereitet umfassende Sanktionen gegen Russland vor
    Tags:
    Bergkarabach-Konflikt