20:10 24 November 2020
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    Die russischen Luft- und Weltraumstreitkräfte entsenden Hubschrauber Mi-8 und Mi-24 mit dem Auftrag der Friedenssicherung nach Bergkarabach, erklärte Russlands Verteidigungsministerium kürzlich. Ein Fachmann erläutert im Sputnik-Gespräch, welchen Einsatzzweck das Hubschrauber-Kommando erfüllen soll.

    Acht der entsandten Helikopter sind laut dem russischen Verteidigungsministerium bereits in der armenischen Hauptstadt Jerewan angekommen. Die offiziellen Auskünfte dazu sind eher allgemein gehalten: Die Hubschrauber sollen zur Luftüberwachung in den Gebieten eingesetzt werden, in denen die Feuerpause gilt. Die Maschinen können außerdem Mannschaften und Ausrüstung der Friedenstruppe in schwerzugängliches Geländes bringen, hieß es vonseiten der Verteidigungsbehörde.

    Dazu eignet sich vorwiegend der Transporthubschrauber Mi-8: eine Maschine, die sich „in allen Lagen und allen Gebieten über Jahrzehnte“ als einwandfreies Arbeitsgerät bewährt hat, sagt Militärexperte Alexander Schilin im Sputnik-Gespräch.

    „Sollte irgendwo Gewalt aufflammen, sind die Friedenstruppen mit der Mi-8 innerhalb weniger Minuten vor Ort.“

    Aber die Mi-24 – wozu brauchen die russischen Friedensstifter in Bergkarabach einen schweren Kampfhubschrauber dieser Art? Der Fachmann: „Zur Unterstützung und Sicherung. Angenommen, eine Kolonne von Flüchtlingen zieht durch ein bestimmtes Gebiet. Die muss vor Angriffen, Provokationen und Terror geschützt werden. Diese Aufgabe übernimmt die Mi-24.“

    Dabei begibt sich das Hubschrauber-Kommando selbst in unmittelbare Lebensgefahr, sagt der Experte.

    „Auch eine Mi-24 ist vor Abschüssen nicht 100-prozentig gefeit. Deshalb sage ich es ganz offen: Gott verhüte, dass es dazu kommt. Denn dann muss Russland entschlossen reagieren.“

    Vorher hatte der russische Generalstab erklärt, neben den Hubschraubern seien 414 Friedenssicherungskräfte, mehrere Dutzend Fahrzeuge und unbemannte Fluggeräte nach Bergkarabach verlegt worden. Geplant sei, eine Friedenstruppe von insgesamt 1960 Mann, 90 Truppentransportern sowie 380 Fahrzeugen und anderem Gerät aufzustellen.

    Russlands Präsident Wladimir Putin, sein aserbaidschanischer Amtskollege Ilham Alijew und der armenische Premierminister Nikol Paschinjan hatten in der Nacht zum 10. November eine Waffenstillstandsvereinbarung für Bergkarabach erzielt. Das Dokument sieht die Stationierung von Friedenstruppen in der umkämpften Region ebenso vor wie einen Gefangenenaustausch zwischen den Konfliktparteien und eine Rückkehr der Flüchtlinge.

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    Verteidigungsministerium Russlands, Kampfhubschrauber, Russland, Bergkarabach-Konflikt, Berg-Karabach