15:11 25 November 2020
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    Der Verwaltungspräsident des Pharmakonzerns Roche kritisierte am Mittwoch in einem Interview mit der Schweizer „Handelszeitung“ den Schweizer Bundesrat. Zudem sprach er sich auch für einen Impfzwang aus – besonders für die künftige Corona-Impfung, an der auch BioNTech und Pfizer arbeiten. Damit löst der Industrie-Vertreter jedoch viel Kritik aus.

    Der Schweizer Pharmakonzern Roche forscht nicht nach einem Impfstoff gegen das Coronavirus, zeigte sich jedoch begeistert zum Impfstoffkandidaten von BioNTech und Pfizer. Roche-Chef Severin Schwan zeigte sich positiv überrascht und bezeichnete den Impfstoff als „Durchbruch“.

    „Das ist wirklich beeindruckend, dass diese Technologie zu greifen scheint“, zitiert ihn das Schweizer Tagesblatt „Blick“.

    Auch der Schweizer Bundesrat zeigte sich positiv, denn es wurden bereits drei Millionen Dosen des Impfstoffs von BioNTech/Pfizer für die Schweiz gesichert und reserviert. Am Mittwoch erklärte der Schweizer Gesundheitsminister Alain Berset: „Der Impfstoff wirkt sehr vielversprechend.“ Auch wenn die Schweizer Regierung sich bemüht zeigt, an den bestmöglichen Impfstoff zu kommen, versichert Berstet immer wieder, dass es zu keiner Impfpflicht kommen wird.

    Roche-Verwaltungspräsident gegen Bundesrat

    Genau dieser Punkt wird nun kritisiert von niemand anderem als dem Verwaltungspräsidenten von Roche, Christoph Franz. „Ich persönlich bin für Impfobligatorien“, sagte der Verwaltungspräsident zur „Handelszeitung“, der größten Wirtschaftszeitung der Schweiz. Er sieht an, dass seine Position höchst umstritten sei, doch es brauche in seinen Augen einen „gesellschaftlichen Konsens“.

    „Mit einer Impfung trägt jeder, jede auch dazu bei, dass die ganze Bevölkerung geschützt ist und damit auf Einschränkungen verzichtet werden kann“, so Franz zur „Handelszeitung“. „Insofern schafft eine Impfpflicht Freiheiten an anderer Stelle“, fügte er weiter hinzu.

    Kontroverse Meinung stößt auf Reaktionen

    Das Interview mit Franz löste viele Empörung im Netz aus. Die Kritik kam sowohl von Seiten der Impfgegner als auch der Befürworter. Die deutlichste Kritik betrifft die Position des Verwaltungspräsidenten. Auch wenn Roche nicht an der Entwicklung eines Impfstoffes beteiligt ist, so könnte dennoch der Verdacht aufkommen, dass ein Eigeninteresse besteht. In einem Kommentar der Schweizer Zeitung „Tages-Anzeiger“ schreibt die Autorin Isabel Strassheim: „Dennoch gerät er mit seiner Forderung in den Ruch, auf Umsatz und Gewinne seiner eigenen Branche zu schielen und die Corona-Krise für die Durchsetzung ihrer Interessen auszunutzen.“

    Auch auf Twitter gab es viele Reaktionen zum Thema Franz und Impfobligatorium. Viele Beiträge fokussierten dabei den Punkt, dass Franz weder Politiker noch Wissenschaftler, sondern Vertreter der Pharmaindustrie sei.

    Bereitschaft zur Impfung - Umfrage

    Ebenso wurde die Haltung an sich kritisiert. Einer Umfrage der „SRG“ zufolge würde sich nur ein kleiner Prozentsatz der Schweizer „sofort impfen lassen“ – nämlich 16 Prozent. 28 Prozent sagten „Nein“ zur Impfung, 18 Prozent würden abwarten wollen und 29 Prozent würden sich impfen lassen, angenommen, dass keine Nebenwirkungen anfallen. Acht Prozent würden sich impfen lassen, wenn ein vollständiger Schutz garantiert werden kann. Der kleinste Prozentsatz würde „Ja“ zur Impfung sagen, wenn der Druck aus dem Umfeld groß genug sei. Insgesamt haben 40.000 Personen an der Umfrage teilgenommen.

    lm

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    Tags:
    Schweiz, Pfizer, Impfstoff, Coronavirus