13:35 04 Dezember 2020
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    Nach dem beschlossenen Waffenstillstand zwischen Armenien und Aserbaidschan haben sich armenische Bewohner am Samstag auf die Rückgabe umkämpfter Gebiete an Aserbaidschan vorbereitet.  Am Tag vor der Übergabe haben die Bewohner nach Angaben der BBC ihre Koffer gepackt und daraufhin  ihre Häuser in Brand gesetzt.

    In der Nacht zum 10. November hatten Armenien und Aserbaidschan unter Vermittlung Russlands ein Waffenstillstandsabkommen für Bergkarabach erzielt. Das Abkommen sieht den vollständigen Waffenstillstand in Bergkarabach ab dem 10. November vor sowie den Austausch von Kriegsgefangenen und Rückgabe größerer Gebiete an Aserbaidschan, die bislang unter Kontrolle Armeniens gestanden haben. 

    In den Dörfern und der Stadt Kalbadschar (Verwaltungssitz der Bergkarabach-Provinz Schahumjan) bereiten sich die Bewohner nach Angaben des Nachrichtendienstes BBC auf die Flucht vor. Der Bezirk sollte gemäß dem Waffenstillstandsabkommen am Sonntag an Aserbaidschan übergeben werden.

    „Alle werden heute ihr Haus abbrennen. Uns wurde eine Frist bis Mitternacht gesetzt, um zu gehen“, sagte ein Bewohner des Dorfes Scharektar. Schon am Freitag hatten in der Umgebung nach Medienberichten Dutzende Häuser in Flammen gestanden. Damit wollen die Bewohner nach eigener Aussage die Übergabe ihrer Häuser an den „Feind“ verhindern. „Wir wollen nicht, dass Aserbaidschaner in unseren Häusern leben“, sagte eine Bewohnerin des Dorfes. 

    Nach dem gemeinsamen Abkommen mit Aserbaidschan zu Bergkarabach unter Vermittlung Russlands finden in Armenien jeden Tag Proteste statt. Der armenische Regierungschef Nikol Paschinjan  steht derzeit im Kreuzfeuer der Kritik, die Opposition des Landes wirft ihm „Verrat“ vor.  In einem Interview mit Sputnik Armenia sagte Paschinjan, das armenische Militär habe auf der Unterzeichnung des Abkommens zu Bergkarabach bestanden, weil es keinen Widerstand mehr hätte leisten können. Baku bezeichnete die Vereinbarung als Kapitulation Eriwans. 

    Laut dem Abkommen  soll Armenien drei Kreise an Baku zurückgeben. Darüber hinaus sollen entlang der Berührungslinie in Bergkarabach und des Korridors Latschin 1960 russische Friedensstifter, 90 Schützenpanzerwagen, 380 Einheiten Automobil- und Spezialtechnik stationiert werden.

    Die Situation in Bergkarabach hatte sich am 27. September zugespitzt. Armenien und Aserbaidschan gaben sich immer wieder gegenseitig die Schuld am Ausbruch der Kämpfe. Die Situation  wurde dadurch erschwert, dass Baku aktiv von der Türkei (Nato-Mitglied) unterstützt wurde. Armenien ist seinerseits Mitglied der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVKS).

    ekn/gs

     

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    Tags:
    Aserbaidschan, Armenien, Bergkarabach-Konflikt