12:10 03 Dezember 2020
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    Ein Jahr ist es her, seit die Schweizer Bevölkerung das Parlament gewählt hat. Nun in der Corona-Pandemie haben sich einige Prioritäten der Schweizer verschoben. Inwiefern hat sich die Krisen-Situation politisch auf die Bevölkerung ausgewirkt? Und welche politischen Probleme betreffen die Bevölkerung mehr als vor einem Jahr?

    Die Parlamentswahlen der Schweiz fanden vor einem Jahr im Oktober 2019 statt. In diesen Wahlen hat sich ein stark grüner Trend bemerkbar gemacht: Die Grüne Partei Schweiz (GP) und die Grünliberale Partei (GLP) haben an Stimmen gewonnen, während die anderen Parteien gleichbleibend oder schlechter abgeschnitten haben. Die jährliche Umfrage des SRG (Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft) für den November diesen Jahres zeigt, dass sich diese politische Trend fortsetzt.

    Genauer: Die Tendenz ist weiterhin auf dem Pfad des Oktober 2019. Die GLP hätte weitere zwei Prozentpunkte an Wählern gewonnen. Die Grünen hätten zwar nur einen Prozentpunkt verloren, dennoch wären sie damit die vierstärkste Partei der Schweiz – stärker als die Christlichen Volkspartei (CVP). Die letztere habe einen halben Prozentpunkt an Wählern gewonnen, würde jedoch die Fusion mit der BDP berücksichtigt – die einen halben Prozentpunkt verloren hat – wäre die neu-fusionierte Partei „die Mitte“ am selben Ort wie davor. Angenommen man überträgt die Stimmen beider Parteien, dann würde diese die Grünen aufholen und wäre somit die vierstärkste Partei im Land.

    Die SVP war mit Abstand die größte Verliererin in den Parlamentswahlen im Oktober 2019. Der Verlust betrug 3,8 Prozentpunkte ihrer Wähler. Auch dieser aktuelle Trend des Verlustes setzt sich fort, indem sie weitere 1,5 Prozent der Wählerstimmen verlieren würde. Dennoch bleibt sie als stärkste Partei der Schweiz mit einem Wähleranteil von 24,1 Prozent bestehen. Die Wählerschaften der zweitstärksten Partei – der FDP, und der drittstärksten Partei –der SP, bleiben stabil: Beide Parteien gewinnen und verlieren nichts.

    Politische Herausforderungen

    Das Jahr 2020 brachte viele neue Entwicklungen in das Leben der Schweizer Bevölkerung. Die globale Situation lässt sich kaum mit der im Oktober 2019 vergleichen, da aufgrund der Corona-Krise sich viele Umstände verändert haben. Dies spiegelt auch das Wahlbarometer der SRG wider. Neben den Parteien wurden die fast 20.000 Teilnehmer der Umfrage auch nach den für sie wichtigsten politischen Herausforderungen gefragt. Dabei durften die stimmberechtigten Teilnehmer der Umfrage maximal 3 Antworten geben.

    Dabei ist es keinesfalls überraschend, dass 61 Prozent der Befragten Covid-19 als die wichtigste Herausforderung der Politik ansehen. Das zweitwichtigste Thema mit 34 Prozent stellt der Klimawandel und CO2-Austoß der Schweiz dar. Auch dies kann man als wenig überraschend deuten, da dieses Thema schon im Vorjahr eine große Bedeutung für die Schweizer Bevölkerung einnahm. Im Wahlbarometer des SRG im Oktober 2019 sagten 42 Prozent der Wähler, dass der Klimawandel das Hauptthema darstelle. Verglichen mit Covid-19 ist diese Zahl zwar gesunken, steht jedoch wie auch im Jahr 2019 auf Platz zwei der politisch wichtigsten Herausforderungen der Schweiz.

    Das im Jahr 2019 wichtigste Problem – nämlich die Krankenkassenprämien – sinken im Hintergrund der Corona-Maßnahmen auf Platz fünf mit 22 Prozent. Generell lässt sich die Tendenz feststellen, dass vor allem wirtschaftliche Themen an Relevanz gewonnen haben. So stieg beispielsweis die Prozentzahl beim Thema Arbeitslosigkeit von 11 auf 29 Prozent und beim Thema Wirtschaft von 11 auf 30 Prozent. Themen, die weder einen direkten noch indirekten Bezug auf das Coronavirus haben, verloren deutlich an Relevanz. Beispielhaft dafür sind die Beziehung zur EU oder die Gleichstellung von Frauen.

    Relevanz nach Wählerschaft

    Interessant ist auch das Betrachten der relevanten Themen nach der Wählerschaft der Parteien. Für die Wähler aller Parteien steht das Thema Covid-19 im Vordergrund, nämlich auf dem ersten oder dem zweiten Platz. Abgesehen von zwei Parteien halten alle die Corona-Pandemie für die größte politische Herausforderung. Ausgenommen davon ist einerseits die SVP, deren Wählerschaft das Thema Zuwanderung und Ausländer mit 45 Prozent als größte Herausforderung sieht. Entgegengesetzt dazu stehen die Befürworter der Grünen, für welche der Klimawandel immer noch das größte Problem ist – mit einem Höchstwert von 71 Prozent.

    lm

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    Tags:
    Wirtschaft, Klimawandel, Covid-19, Schweiz