06:27 03 Dezember 2020
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    In Weißrussland sind nach Angaben der Menschenrechtsgruppe „Wesna“ im Zuge der landesweiten Proteste am Sonntag mehr als 300 Menschen festgenommen worden. 

    Nach jüngsten Angaben der Menschenrechtler handelt es sich dabei um 305 Personen, von denen die meisten in der weißrussischen Hauptstadt Minsk festgenommen worden seien. Es habe auch in anderen Städten Weißrusslands Festnahmen gegeben, darunter Grodno, Brest und Pinsk.

    Die Daten auf der Internetseite von „Wesna“ werden weiterhin aktualisiert. Das weißrussische Innenministerium hat bislang keine offizielle Statistik zu den Festnahmen bekannt gegeben. 

    Die weißrussische Opposition veranstaltet ihre größten Protestaktionen traditionell am Sonntag. Die nicht genehmigten Proteste finden in der Hauptstadt Minsk sowie in anderen Städten Weißrusslands statt. Diesmal sollen die oppositionellen Telegram-Kanäle die Protestierenden dazu aufgerufen haben, den Protestmarsch in einem neuen Format abzuhalten. Die Teilnehmer sollten sich zunächst in kleinen Gruppen in den Innenhöfen versammeln und danach je nach Bezirk  zu den gemeinsamen Treffpunkten marschieren. Von dort aus sollte der Protestmarsch beginnen. 

    Die Demonstranten bildeten Kolonnen in verschiedenen Stadteilen von Minsk und bewegten sich ins Zentrum der Hauptstadt. Sicherheitskräfte spalteten die gebildeten Menschenkolonnen und nahmen mehrere Demonstranten fest.

    Proteste in Weißrussland

    Bei den Präsidentenwahlen in Weißrussland am 9. August hatte Alexander Lukaschenko mit mehr als 80 Prozent der Wählerstimmen nach offiziellen Angaben zum sechsten Mal in Folge gesiegt. Die Opposition erkannte das Ergebnis nicht an und erklärte seine Herausforderin Tichanowskaja zur wahren Siegerin.

    Daraufhin kam es landesweit zu Protesten, die von den Ordnungskräften zunächst gewaltsam niedergeschlagen wurden. Die Opposition fordert seither Lukaschenkos Rücktritt, die Freilassung aller politischen Gefangenen und Neuwahlen. Die Beziehungen von Belarus zu den EU-Ländern hatten sich nach den Präsidentschaftswahlen vom 9. August stark verschlechtert. Die Europäische Union hat Lukaschenko nicht als legitimen Präsidenten von Belarus anerkannt.

    ekn/sna/gs

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    Proteste, Weißrussland