11:47 15 November 2019
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    Die Mauer fiel, die Mauer steht

    Folge 5: Tage der Entscheidung

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    Chronik
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    Wie würde unsere Geschichte aussehen, wenn die #BerlinerMauer im Zeitalter der sozialen Netzwerke fallen würde und @realMichailGorbatschow und @ErichHoneckerDDR mithilfe der Twitter-Diplomatie das Schicksal Europas bestimmen würden?

    In der fünften Folge der interaktiven Sputnik-Serie „Die Mauer fiel – die Mauer steht“ nehmen Sie zusammen mit Gorbatschow und Honecker am 40. Jahrestag der DDR-Gründung teil und chatten höchst geheim mit SED-Funktionären – und das alles im vertrauten Format sozialer Netzwerke mit Likes und Kommentaren.

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    Folge 5

    Während die ersten beiden Sonderzüge mit Botschaftsbesetzern aus Prag noch ohne Zwischenfälle die Bundesrepublik erreichen, eskalieren ab dem 1. Oktober die Ereignisse an den Zugstrecken. Menschen versuchen, nicht nur auf die Züge aus Prag aufzuspringen, sondern auch auf jene, die inzwischen auch aus Warschau in Richtung Bundesrepublik unterwegs sind.

    In Prag versammeln sich am 1. Oktiber mehrere tausend DDR-Bürger vor der Botschaft der BRD, trotz Gegenaktionen der tschechoslowakischen Polizei. Die DDR-Regierung gestattet zwei Tage später auch ihnen die Ausreise.

    Unterdessen ist die Menschenmenge, die in Leipzig an der Montagsdemonstration des 2. Oktober teilnimmt, auf rund 20.000 Personen angewachsen, wie Schätzungen an dem Abend ergeben. Die DDR-Behörden versuchen, die Demonstration gewaltsam aufzulösen. Das ist der Auslöser für Ängste und diverse Gerüchte, wonach die DDR-Regierung für die nächste Montagsdemonstration in Leipzig, nach den offiziellen Feierlichkeiten zum 40. Jahrestag der Staatsgründung in Ost-Berlin, die gewaltsame Unterbindung der Demonstration in Leipzig auch mit militärischen Mitteln und unter Hinnahme möglicher Schäden für Leib und Leben der Demonstranten geplant hatte, was sich erst Jahre später als unzutreffend herausstellen sollte. 

    Am 7. Oktober begeht die DDR in Ost-Berlin ihren 40. Jahrestag mit allen üblichen Paraden und Festen. Unter den Staatsgästen auch der sowjetische Partei- und Staatschef Michail Gorbatschow. Er düpiert die SED-Führung unter Erich Honecker mit frei übersetzten Äußerungen, die als „wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“ Einzug in die Geschichtsbücher finden werden.

    Im Umfeld des Staatsempfangs im Palast der Republik kommt es zu Demonstrationen, die mit Verhaftungen durch die DDR-Sicherheitsorgane beantwortet werden. In der gesamten DDR finden an diesem Tag Proteste statt. Das Staatsbankett und die anschließende Party im Ost-Berliner Palast der Republik während vor dem Gebäude demonstriert und Menschen verhaftet werden, wird von vielen DDR-Bürgern als „Tanz auf der Titanic“ empfunden. In  Schwante bei Berlin gründet sich an diesem Tag die Sozialdemokratische Partei in der DDR (SDP). Sie soll als Nachfolgepartei der SPD fungieren, die 1946 in der SED aufgegangen ist, also vorerst auf dem Gebiet der DDR nicht neu gegründet werden kann.

    Am 9. Oktober kommt es in Leipzig nicht zu den befürchteten gewaltsamen Auseinandersetzungen. Die Sicherheitskräfte verhalten sich zurückhaltend. 70.000 Menschen marschieren einmal um den Leipziger Innenstadtring. Dabei wird immer wieder „Wir sind das Volk“ und „Keine Gewalt“ skandiert. Überraschend präsentiert sich an diesem Abend ein ungewöhnliches Bündnis aus Kirchenvertretern und Funktionären der SED-Bezirksleitung, die unter Führung von Gewandhauskapellmeister Kurt Masur für eine Beruhigung der angespannten Situation und Stimmung sorgen können und später zu einem Motor der Bürgerdialoge und Foren werden sollen.

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    Tags:
    Untergang, Mauerfall, 30 Jahre Mauerfall, Geschichte, DDR