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    Mit Gott und Machete – ein Priester im Dschungel unter Goldgräbern und Prostituierten

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    • Nach zehn Jahren in Boca Colorado schicken die Kirchenoberen den Priester in eine andere Stadt. Eine Familie der Kirchengänger lud ihn zum Abschied zu sich nach Hause ein, um hier einen Gottesdienst abzuhalten. Pablo Zabala konnte die Einladung nicht ablehnen, obwohl er mehr als drei Kilometer fahren und noch anderthalb Kilometer zu Fuß gehen musste.
    • Die illegalen Goldgruben sind von Bordellen umgeben, wo die Goldgräber Unterhaltung finden. Die Prostituierten sind die treuesten Kirchengänger von Padre Pablo. Ihm zufolge halfen die Frauen ihm, zwei Kirchen zu bauen.
    • Padre Pablo scheut sich nicht, Bier mit den Goldgräbern und Prostituierten zu trinken. Er erinnert sich daran, dass man einst versuchte, ihm abzuraten, nach Boca Colorado zu fahren. Kollegen warnten ihn, dass dieser Ort Sodom und Gomorra ähnelt. „Gott gibt es überall“, sagte er zu ihnen.
    • Junge Männer gehen nur aus einem Grund nach Boca Colorado – Gold. Sie hoffen, dass sie Glück haben und reich werden. Doch nur wenige Menschen haben Glück, die anderen leben in Elend und kommen in den Goldgruben ums Leben.
    • Pablo Zabala sah den Amazonas erstmals 1978 – damals war er noch kein Priester. Der junge Biologe kam aus Spanien nach Südamerika, um Schmetterlinge für das Universitätsmuseum zu sammeln. 16 Jahre später war er wieder dort und blieb für immer.
    • Nach 24 Jahren hat er sich am Rand der Welt eingelebt und ist heute kaum noch von den Einheimischen zu unterscheiden. Er hat Hühner und baut Bananen auf dem Kirchenhof an, die er mit der Machete abschneidet.
    • Der Papst rief vor kurzem dazu auf, die Wälder des Amazonas zu schonen. Padre Pablo weiß, was die Einheimischen denken und zweifelt daran, dass ihnen die Worte des Papstes gefallen werden. In Boca Colorado mag man die Umweltschützer nicht. „Es ist einfach, daher zu reden, wenn man in Lima bzw. Rom sitzt“, sagte der Priester. „Was werden diese Menschen essen, wenn sie von hier vertrieben werden?“.
    • In Boca Colorado versteht man, dass Amazonas auch wegen der Handlungen der Einheimischen stirbt. Einheimische Goldgräber nutzen Quecksilber, um Gold zu gewinnen, wodurch das tödliche Metall ins Wasser gelangt und die Flüsse verseucht. Die Situation ist so schwer, dass die Behörden von Peru 2016 den Notstand im verseuchten Dschungel ausriefen.
    • Dabei geht es nicht nur um Quecksilber. Um Straßen zu verlegen und Goldgruben zu bauen, holzen illegale Goldgräber den Dschungel ab.
    • Einheimische verwandelten einen Pool in einen Naturteich und setzten dort Fische aus.
    • Padre Pablo segnet einen Goldgräber, dem  bei einem Konflikt mit Indianern in den Bauch geschossen wurde.
    • Der letzte Gottesdienst von Padre Pablo in Boca Colorado.
    • Eine Kirchgängerin verabschiedet sich von dem Priester, der Boca Colorado anscheinend für immer verlässt.
    • Der Gottesdienst erfolgt bei Kerzenlicht, das hängt nicht mit der Religion zusammen. In der Stadt ist erneut der Strom ausgefallen, die Reparaturarbeiten dauerten fast 30 Stunden.
    © AP Photo / Rodrigo Abd
    Nach zehn Jahren in Boca Colorado schicken die Kirchenoberen den Priester in eine andere Stadt. Eine Familie der Kirchengänger lud ihn zum Abschied zu sich nach Hause ein, um hier einen Gottesdienst abzuhalten. Pablo Zabala konnte die Einladung nicht ablehnen, obwohl er mehr als drei Kilometer fahren und noch anderthalb Kilometer zu Fuß gehen musste.

    Der 70-jährige katholische Priester Pablo Zabala dient im peruanischen Boca Colorado, das bis heute nach den Gesetzen des Wilden Westens lebt. Der AP-Fotojournalist Rodrigo Abd reiste an den Rand des Amazonas-Dschungels und fing Eindrücke vom dortigen Leben mit der Kamera ein.

    Tags:
    Priester, Katholische Kirche, AP, Spanien, Amazonasgebiet, Peru
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