15:58 21 Juli 2018
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    Wenn die Bevölkerung sich erhebt: Protest gegen US Air Base Ramstein

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    Marcel Joppa
    452008
    • Am Samstag haben laut Veranstalter rund 2500 Menschen vor den Toren der US-Militärbasis Ramstein gegen die kriegerische Politik der USA protestiert. Organisiert wurde die Demonstration von der Initiative „Stopp Air Base Ramstein“.
    • Wichtig war den Teilnehmern auch, für ein besseres Verhältnis zu Russland auf die Straße zu gehen. Die Eiszeit zwischen dem Westen und Russland müsse beendet werden, so der einhellige Tenor.
    • Es war eine der größten Aktionen der Friedensbewegung seit Jahren. Aus allen Teilen Deutschlands waren Demonstranten angereist, auch zahlreiche internationale Protestler schlossen sich der Veranstaltung an.
    • Auch russische Teilnehmerinnen und Teilnehmer mischten sich unter die Demonstranten, so wie diese beiden jungen Russinnen. Eines der vorrangigsten Ziele der Friedensbewegung ist die Völkerverständigung.
    • Die Freundschaft zu Russland habe in den vergangenen Jahren enorm gelitten, so die Kritik der Demonstranten. Das müsse umgehend geändert werden. Die Forderung: Die Bundesregierung solle ihre bisherige Außenpolitik dringend ändern.
    • Von der US Air Base in Ramstein aus steuern die USA ihren Drohnenkrieg im Nahen und Mittleren Osten. Ramstein gilt als wichtigste Drehscheibe des US-Militärs außerhalb der USA.
    • Auch die NATO stand am Samstag im Fokus der Kritik. Unter der Führung Deutschlands und der USA würde gezielt Stimmung gegen Russland gemacht. Diese „Fake News“ werden dann von westlichen Medien aufgenommen und verbreitet.
    • Die Polizei sicherte das Demonstrationsgelände weiträumig ab und begleitete den Protestzug entlang der Militärbasis. US-Militäreinheiten zeigten sich an diesem Tag nicht außerhalb ihres Stützpunktes.
    • Auch einige Politiker schlossen sich der Demonstration an. Der linke Bundestagsabgeordnete Diether Dehm und Linksfraktionschefin Sahra Wagenknecht sprachen nacheinander zu den Protestlern und ernteten großen Applaus.
    • Der Autor und Theologe Eugen Drewermann kritisierte vor allem das militärische Kräfteverhältnis zwischen Nato und Russland. Die USA hätten rund 1000 Militärbasen außerhalb des eigenen Landes, Russland ganze drei.
    • Internationale Aktivisten unterstützen die deutschen Protestler. So auch der US-Autor Pat Elder (mitte) und die US-Wistleblowerin Ann Wright (rechts). Ihr Aufruf: „Block the base, send them home!“
    • Ein Teil der Demonstranten zog während der Kundgebung vor den Eingang der Militärbasis, um mit einer Sitzblockade die Hauptzufahrtsstraße zu blockieren. Unter die sitzenden Protestler mischten sich auch einige Anwohner der US-Basis. Ein Sprechchor ertönte: „Wofür tun wir das? Für unsere Kinder!“
    • Nach rund einer halben Stunde griff die Polizei ein: Die Sitzblockade sollte aufgelöst werden. Während ein Teil der Demonstranten widerwillig Folge leistete, blieben andere zunächst sitzen. Beamte redeten vehement auf die Protestler ein.
    • Vor allem viele ältere Demonstranten wollten sich der Polizei nicht ergeben. Friedlich, aber kompromisslos trotzten Sie den Anweisungen der Einsatzkräfte. Am Ende wurden sie von Beamten fortgetragen und festgenommen.
    • Bewaffnet, aber ohne gezielte Provokationen, räumte die Polizei schließlich einen nach dem andern Demonstranten aus dem Weg. Diese wehrten sich nicht, ließen aber an ihrer Überzeugung keine Zweifel.
    • Kamerateams oder Journalisten großer deutscher Mainstream-Medien verfolgten die Blockade der Air Base nicht. Stattdessen berichteten viele kleinere und unabhängige Medien, wie die „NachDenkSeiten“ oder „WeltnetzTV“.
    • Die ältesten Teilnehmer der Sitzblockade waren ein über 80-jähriges Ehepaar. Behutsam redeten Polizeibeamte auf sie ein, doch zunächst ohne Erfolg. Bedingt durch die große Sommerhitze, pralle Sonne und Wassermangel gaben jedoch auch sie am Ende ihren Sitzplatz auf.
    • Trotz aufgelöster Blockade können die Veranstalter von einem Erfolg sprechen: Die Kritik in der Bevölkerung an US-Militärbasen in Deutschland wächst. Ebenso der Wunsch nach einer Entspannungspolitik gegenüber Russland. Der Protest wurde einmal mehr auf die Straße getragen und hat dort zahlreiche Unterstützer gefunden.
    © Sputnik / A. Werner
    Am Samstag haben laut Veranstalter rund 2500 Menschen vor den Toren der US-Militärbasis Ramstein gegen die kriegerische Politik der USA protestiert. Organisiert wurde die Demonstration von der Initiative „Stopp Air Base Ramstein“.

    Unbeachtet von den meisten deutschen Medien haben tausende Menschen am Wochenende gegen die US Air Base Ramstein nahe Kaiserslautern protestiert. Ihr Ziel: Schluss mit der Unterstützung der US-Kriege und ein Ende der Eiszeit zu Russland. Der Aktion schlossen sich auch einige Prominente an. Am Ende entschied die Polizei jedoch einzugreifen.

    Tags:
    Militärbasis, Militärstützpunkt, Militärflugplatz, Protestaktion, PdL, U.S. Air Force, Linkspartei, NATO, Sahra Wagenknecht, Ramstein, Deutschland, USA
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