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    Schwarzer Traum: Faschisten schufen ein Paradies in Afrika. Was ist davon übrig?

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    • 1885-1890 wurde Eritrea von den Italienern erobert. In die neue Kolonie strömten Umsiedler von den Apenninen. Zwischen 1921 und 1923 wurde in Asmara die Kirche Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz im romanischen Stil nach einem Entwurf von Oreste Scanavini errichtet. Im Jahr 1941 waren 28 Prozent der Einwohner Eritreas Katholiken.
    • Jetzt machen Vertreter der Völker Tigray (55 Prozent) und Tigre (30 Prozent) den größten Teil der Bevölkerung Eritreas aus. In den Wüstengebieten leben vorwiegend Beduinen. Ihr Leben änderte sich in den letzten 100 Jahren nur unwesentlich – es sind die ärmsten und am geringsten entwickelten Gebiete des Landes, was die Kinder jedoch kaum daran hindert, sich am Leben zu erfreuen.
    • Der größte Teil des Landes befindet sich auf dem Hochland von Abessinien, die Hauptstadt Asmara liegt an seinem östlichen Hang auf einer Höhe von mehr als 2000 Metern Das Gebirge trennt die fruchtbare Rote-Meer-Küste vom Wüstengebiet im Westen des Landes.
    • Das Cinema Impero sowie die Kirche Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz befinden sich an der Harnet-Straße mitten in der Stadt. Das Cinema Impero ist die Visitenkarte von Asmara. Das Gebäude im Stil des Art Déco wurde 1937 von dem Architekten Mario Messina erbaut. Viele Jahre war es das größte Kino im Land und wurde im Laufe von 80 Jahren kein einziges Mal umgebaut.
    • Die Küstenstadt Massaua ist die zweitwichtigste Stadt in Eritrea. Sie litt am stärksten unter dem Krieg gegen Äthiopien. 18 Jahre nach dem Ende der Kampfhandlungen sind viele schöne Gebäude nach wie vor verwüstet.
    • Die meisten Italiener verließen das Land nach der Eroberung der Stadt durch die Engländer 1941 bzw. nach dem Anschluss Eritreas an Äthiopien im Jahr 1952. Jetzt macht der Anteil der Katholiken nicht mehr als 15 Prozent aus, weshalb das lokale Erzbischofsamt aufgelöst wurde.
    • Die Deponie für Autos in Asmara ist ein wahres Museum. Fiat-Wagen und Land-Rover-Jeeps sind da neben chinesischen Militär-Geländewagen und sowjetischen Lastwagen zu finden. Zudem gibt es da auch Militärtechnik – von Mehrfachraketenwerfern Grad bis zu T-72-Panzern.
    • Das Postamt von Asmara wurde von 1915 bis 1916 gebaut. Lange Zeit war hier das Obergericht des italienischen Eritrea untergebracht. Das Gericht erstreckte sich über zwei nebeneinander liegende Gebäude.
    • Mehr als die Hälfte der Bevölkerung von Asmara sind Vertreter der Orthodoxen Kirche von Eritrea. Trotz ihrer Bezeichnung ist die Kirche nicht orthodox, sondern monophysitisch. Als Hauptkirche gilt für die eritreischen Monophysiten die Kathedrale Nda Mariam. Die Kirche ist Maria geweiht.
    • Eine Eisenbahnbrücke auf dem Weg von Asmara nach Massaua. Von dieser Hafenstadt aus begann die Kolonisierung des Landes durch die Italiener. Als Eritrea zu Äthiopien gehörte, hielt sich Haile Selassie I. im Winter In Massaua auf – der Kaiser, der von den Rastafari als Gott verehrt wurde.
    • Der Bau des Service-Centers Fiat Tagliero wurde 1938 abgeschlossen. Das von Giuseppe Pettazzi erbaute futuristische Gebäude unterscheidet sich stark von anderen Bauten aus den 1930er Jahren in Asmara. Pettazzi wollte, dass das Gebäude einem Flugzeug ähnelt. Die riesigen, schwebenden Beton-Flügel des Dachs sorgten für Bedenken bei den lokalen Behörden, die zusätzliche Säulen errichten ließen. Pettazzi drohte seinem Auftraggeber damit, ihn zu töten, wenn er dieser Forderung folgt. Letztendlich kam man ohne die Säulen aus. Im Unterschied zu anderen Gebäuden wurde Tagliero während der Kriege fast nicht beschädigt. 2001 wurde das Gebäude restauriert.
    • Da Asmara im Mittelgebirge liegt, ist es hier selbst im Sommer nicht heiß. Die durchschnittlichen Höchsttemperaturen liegen im Sommer bei 25 Grad. In der Küstenstadt Massaua sind es 40 Grad.
    • Im Westen Eritreas liegen die östlichen Ausläufer der Sahel-Wüste – eine sich durch ganz Afrika ziehende tropische Savanne, die den Übergang von der Sahara-Wüste zu den fruchtbareren Gebieten des tropischen Afrikas darstellt. 1914 und von 1968 bis 1973 ereigneten sich in der Sahel-Wüste starke Dürren, wonach dieser Teil Eritreas beinahe menschenlos wurde.
    • 1846 siedelte sich der Stamm Raschaida wegen der Konflikte zwischen Nomaden der Arabischen Halbinsel in Eritrea an. Jetzt sind die Vertreter dieses arabischsprachigen Volkes die letzten Nomaden Eritreas.
    1885-1890 wurde Eritrea von den Italienern erobert. In die neue Kolonie strömten Umsiedler von den Apenninen. Zwischen 1921 und 1923 wurde in Asmara die Kirche Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz im romanischen Stil nach einem Entwurf von Oreste Scanavini errichtet. Im Jahr 1941 waren 28 Prozent der Einwohner Eritreas Katholiken.

    Beim Treffen der Staatschefs von Äthiopien und Eritrea am 9. Juli ist die Beendigung der militärischen Konfrontation zwischen den beiden Ländern erklärt worden, die früher eine einheitliche Föderation bildeten. Inzwischen ist Eritrea ein wahres Paradies für Touristen.

    Das warme Rote Meer, malerische Strände, die Wüste mit hohen Dünen und natürlich die Hauptstadt Asmara mit Gebäuden im Stil des Art Déco, die in den 1930er Jahren von den besten Architekten Italiens gebaut worden waren. Doch der 1998 begonnene Krieg ließ kaum etwas übrig von diesem Erbe.

    Tags:
    Architektur, Nazis, Der Zweite Weltkrieg, Zweiter Weltkrieg, Italien, England, Äthiopien, Eritrea
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