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    Das „sowjetischste“ Stadion Deutschlands heißt Bundesteam und Sbornaja willkommen

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    • Der Vorgänger von Red Bull Arena, der Sportkomplex Zentralstation, wurde 1956 errichtet und galt als eine der ersten großen Bauprojekte der jungen sozialistischen Republik. Aber schon im Dritten Reich trug man sich mit Plänen, eine große Baugrube in eine Fußballarena umzuwandeln und sie zu Ehren des Führers zu benennen. Die Pläne scheiterten aber am Zweiten Weltkrieg, der Leipzig und dessen Vororte in Schutt und Asche legte.
    • Das Zentralstadion bot Platz für 100.000 Zuschauer. Die Anlage galt bis hin zu ihrer Rekonstruktion im Jahr 2000 als zweitgrößtes Stadion Europas. Sie war sogar größer als das legendäre Camp Nou im spanischen Barcelona. Die Anlage war Heimstadion für mehrere Fußballclubs. Dort spielte auch die Nationalmannschaft und fanden sonstige Massenveranstaltungen statt.
    • Im November 1957 errang die UdSSR-Auswahl im Zentralstadion einen 2:0-Sieg gegen Polen – dank dem legendären Stürmer Eduard Strelzow – und qualifizierte sich somit für die Weltmeisterschaft. 1987 war das Stadion Zeuge eines Erfolgs des örtlichen Clubs Lokomotiv Leipzig, der sich nach einem Sieg gegen FC Bordeaux im Elfmeterschießen für das Finale des Cups der Pokalsieger (Vorgänger von Europa League) qualifiziert hatte.
    • Anfang der 2000er Jahre wurde das Stadion im Vorfeld einer Heim-WM komplett umgebaut. In das alte Stadion wurde im Grunde genommen eine neue Arena „eingepflanzt“. Vor dem neuen Stadion sind noch alte Sitzreihen erkennbar.
    • Das Projekt hatte 116 Millionen Euro gekostet, 51 Millionen davon flossen vom Staatsfiskus. 44 Millionen Euro stellte nach Angaben der „Leipziger Volkszeitung“ der deutsche Unternehmer Michael Kölmel zur Verfügung. Für die restlichen 21 Millionen kamen die Stadtbehörden auf.
    • Gleich nach der Eröffnung war das neualte Stadion mit einem Problem konfrontiert: Leipzig hatte keinen einzigen professionellen Fußballclub. Erst nach dem Verkauf der Arena an den Konzern Red Bull zog hier die gleichnamige Mannschaft ein. Seither heißt das Stadion Red Bull Arena.
    • Zentralstadion Leipzig nach dem Umbau 2005
    • Fußball-WM 2006. Spanien gegen Ukraine (4:0) im neuen Zentralstadion (die Arena wird erst vier Jahre später umbenannt).
    • 2006 wurden im Stadion fünf WM-Spiele ausgetragen. Darüber hinaus wurde im Zentralstadion Weltstar Michael Ballack aus Sachsen nach seinem letzten Spiel verabschiedet.
    • Der jetzige Besitzer des Stadions – die RasenBallsport Leipzig e. V., kurz RB Leipzig – stieg von der Regionalliga Sachsen auf Platz drei in der Bundesliga auf. Der Club nimmt auch an europäischen Pokalturnieren teil.
    • Die deutsche Nationalelf hatte in der Red Bull Arena bislang fünf Spiele ausgetragen.
    © AFP 2020 / Patrik Stollarz
    Der Vorgänger von Red Bull Arena, der Sportkomplex Zentralstation, wurde 1956 errichtet und galt als eine der ersten großen Bauprojekte der jungen sozialistischen Republik. Aber schon im Dritten Reich trug man sich mit Plänen, eine große Baugrube in eine Fußballarena umzuwandeln und sie zu Ehren des Führers zu benennen. Die Pläne scheiterten aber am Zweiten Weltkrieg, der Leipzig und dessen Vororte in Schutt und Asche legte.

    Das Stadion Red Bull Arena in Leipzig, auf dem in Kürze das Bundesteam gegen die russische Sbornaja antritt, hat seinen Ursprung noch in der DDR-Zeit. Aber auch für den sowjetischen Fußball war dieses Stadion von großer Bedeutung.

    Mehr über die Geschichte von Red Bull Arena Leipzig ist in dieser Fotostrecke von Sputnik zu erfahren.

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    Tags:
    Nationalelf, Freundschaftsspiel, Fußball, Deutscher Fußball-Bund (DFB), Red Bull, UEFA Europa League, Stanislaw Tschertschessow, Joachim Löw, Bordeaux, Sowjetunion, DDR, Leipzig, UdSSR, Deutschland, Russland
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