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    „Was wir Menschen anbeten“: Von Pop bis Gott – Ikonen in der Kunsthalle Bremen – Fotos

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    • Sturtevant, Triptych Marilyn, 2004 Synthetischer Polymer-Siebdruck und Acryl auf Leinwand, 55 x 130 cm
    • Mandylion, Russland, 2. Viertel 16. Jahrhundert Eitempera auf Holz, 71 x 58 cm. Das „Mandylion“ gehört zur Gruppe der sogenannten Acheiropoieta, der nicht von Menschenhand gemachten Bilder. Es ist in der Bremer Ausstellung durch eine bedeutende russische Kopie vertreten.
    • Kehinde Wiley, Porträt von Malak Lunsford, 2019 Blattgold und Öl auf Holzplatte, 101,6 x 60,96 cm
    • Caspar David Friedrich, Gebirgslandschaft mit Regenbogen, 1809/10 Öl auf Leinwand, 69 x 102 cm
    • Kasimir Malewitsch, Schwarzes Quadrat, 1929 Öl auf Leinwand, 79,1 x 79,1 cm. Im Jahr 1915 stellte Kasimir Malewitsch sein „Schwarzes Quadrat“ in St. Petersburg aus und platzierte es oben in der östlichen Ecke des Ausstellungsraumes – in der „heiligen“ Ostecke hängt traditionell die russische Ikone. In der radikalen Abstraktion und Präsentation des Werks setzte Malewitsch sich mit den Traditionen der religiösen Andachtskunst auseinander und schuf zugleich eine „Ikone der Kunstgeschichte“.
    • James Turrell, Above – Between – Below, 2011 Permanente Lichtinstallation durch drei Etagen Kunsthalle Bremen
    • Hilma af Klint, Ohne Titel, Gruppe IX/UW, Die Taube, Nr. 3, 1915 Öl auf Leinwand, 155,5 x 115,5 cm
    • Beyoncé
    • Anonym, Deutsch oder Niederländisch, Mona Lisa, 16./17. Jahrhundert (Kopie nach Leonardo da Vinci) Öl auf Eichenholz, 73 x 53,7 cm
    • Marcel Duchamp, Fountain, 1917/1964 Keramik, Glasur und Farbe, 38,1 x 48,9 x 62,55 cm. Marcel Duchamp funktionierte 1917 ein gewöhnliches Pissoir zum Kunstwerk um. „Fountain“ wurde allein dadurch zur künstlerischen Arbeit, dass der Künstler das Urinal im Kontext einer Ausstellung in der Horizontalen präsentierte, signierte und mit einem Titel ausstattete. Duchamp stellte den Kunstbegriff damit radikal in Frage und löste einen Eklat aus. Heute zählt „Fountain“ zu den bedeutendsten Werken der Kunst des 20. Jahrhunderts. Das Werk ist schließlich in genau jene „Kunsttempel“ eingezogen, die der Künstler ursprünglich kritisieren wollte.
    • Greta Thunberg vor dem Schwedischen Parlament, 2018
    • Elizabeth II in Berlin 2015
    • Jeff Koons, Balloon Dog (Red), 1994-2000 Hochglanzpolierter Edelstahl mit transparenter Farbbeschichtung, 307,3 x 363,2 x 114,3 cm
    • Vincent van Gogh, Selbstbildnis mit grauem Filzhut, 1887 Öl auf Leinwand, 44,5 x 37,2 cm
    • Kissing the War Goodbye
    Courtesy Galerie Thaddaeus Ropac, London, Paris, Salzburg, © Estate Sturtevant, Paris, Foto: Charles Duprat
    Sturtevant, Triptych Marilyn, 2004 Synthetischer Polymer-Siebdruck und Acryl auf Leinwand, 55 x 130 cm

    Altrussisches Heiligenbild, Beyoncé und die Queen, ein Van Gogh oder die Mona Lisa – was gilt als eine Ikone? Marilyn Monroe vielleicht? Heute wird fast alles und jeder als „iconic“ bezeichnet: selbst Events, Marken und Alltagsprodukte. Die Kunsthalle Bremen widmet dem Phänomen eine am Sonnabend startende Sonderausstellung.

    Die Schau „Ikonen. Was wir Menschen anbeten“ illustriert, wie sich auch heute noch mit dem Begriff der Ikone kultische Verehrung und die Idee des Mystischen verbinden. „Es geht um die Sehnsucht nach starken Bildern. Es geht um die Sehnsucht nach dem Übersinnlichen», so Museumsdirektor Christoph Grunenberg.

    Monika Michalko My own shop, 2018 Öl auf Papier 105 x 157 cm
    © Foto : Courtesy of the artist & Produzentengalerie Hamburg / Jan Michalko
    Kult auf dem gesamten Museumsgelände: Zu sehen in allen 60 Räumen des Kunsthauses auf sportlich erlaufbaren 4500 Quadratmetern beginnt der „Parcours“ mit mittelalterlichen Andachtsbildern, denen ein göttlicher Ursprung und Wunderkraft zugeschrieben werden. Denn nach ostkirchlicher Auffassung ist Gott in der Ikone.

    Durch die einmalige inselartige Inszenierung der „Ikonen“ in einzelnen Räumen des Hauses bestehe die Möglichkeit, die spirituelle Kraft von Kunst in konzentrierten Begegnungen unmittelbar zu erfahren.

    Ikonen-Inflation

    Der Begriff der Ikone hat sich heute weitgehend von den Heiligenbildern gelöst und wird inflationär in unterschiedlichen Zusammenhängen verwendet.

    Mittlerweile kann fast alles und jeder „iconic“ sein: Die weiteren Themenräume behandeln die Verehrung von Kunstwerken und Künstlern, geschichtsträchtige Momente und illustre Personen, die alle irgendwie als „ikonisch“ gelten – eine begriffliche Inflation. Da wären zum Beispiel die US-Popstars Beyoncé und Jay-Z, die im Louvre in Paris vor der „Mona Lisa“ von Leonardo da Vinci posieren.

    Den privaten Leidenschaften für Personen oder Objekte, die sich in individuellen „Hausaltären“ manfestieren, wird auch raum gegeben: Fotografien von Hausaltäre, die Besucherinnen und Besuchern dem Museum zur Verfügung gestellt haben, zeigen, wie wir verehren, zelebrieren und inszenieren. Ob Lady Gaga, der SV Werder Bremen oder Schneekugeln – jeder Hausaltar ist anders und signalisiert das Gleiche: Ich verehre!

    Hochkarätige Leihgaben in Bremen

    Die Kunsthalle zeigt in ihrer Ausstellung Meisterwerke aus neun Jahrhunderten, hat die Objekte aus vielen anderen Museen ausgeliehen.

    Weltberühmte Leihgaben stammen aus bedeutenden Museen wie dem San Fransisco Museum of Modern Art, der Tretjakow-Galerie in Moskau, der Tate in London, dem Stedelijk-Museum und dem Van-Gogh-Museum in Amsterdam, dem Louisiana-Museum in Kopenhagen, der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf und zahlreichen Privatsammlungen: Ein spätes Selbstporträt von Vincent van Gogh ist in Bremen zu sehen, eine Version des „Schwarzen Quadrats“ von Kasimir Malewitsch, gewaltige, meditativ wirkende Leinwände von Mark Rothko und Barnett Newman. Jeff Koons hat seine Skulptur „Balloon Dog“ zur Verfügung gestellt.

    Die Ausstellung in der Kunsthalle Bremen ist vom 19. Oktober 2019 bis zum 1. März 2020 zu sehen.

    Tags:
    Kasimir Malewitsch, Kultur, Kunst, Ausstellung, Vincent Van Gogh, Bremen, Marilyn Monroe, Beyoncé
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