15:07 18 Februar 2020
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    Ostdeutsche im Sucher: Gesichter der untergehenden DDR – Bilder einer Ausstellung

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    • Stefan Moses: Junge Pioniere, Cottbus Fotografie 1991
    • Stefan Moses: Köchin, Cottbus Fotografie 1991
    • Stefan Moses: Schäferin, Priemen Fotografie 1991
    • Stefan Moses: Arbeiter im Tagebau Borna Fotografie 1991
    • Stefan Moses: Heiner Müller, Hellersdorf Fotografie 1991
    • Stefan Moses: Schweißer, Neetzow Fotografie 1991
    • Stefan Moses: Die Schauspielerin Steffie Spira, Berlin Fotografie 1991
    • Stefan Moses: Schornsteinfeger, Berlin Fotografie 1991
    • Stefan Moses: Köchinnen, Neukirchen-Wyhra Fotografie 1991
    • Stefan Moses: Neue Wache Berlin Fotografie 1991
    © Foto : Else Bechteler-Moses
    Stefan Moses: Junge Pioniere, Cottbus Fotografie 1991

    Ein Westdeutscher portraitiert Ostdeutsche: Ab Herbst 1989 fotografiert der Münchner Stefan Moses die Serie „Abschied und Anfang“ – Bilder der Bevölkerung eines untergehenden Staates. Bei der Wiedervereinigung ging es nicht nur um Politik, würden die Fotografien noch heute vermitteln, so Fabian Reifferscheidt, Kurator der Schau im Museum Bröhan.

    Um den „Übersiedlern“ ein fotografisches Denkmal zu setzen gab der Direktor des Deutschen Historischen Museums zur Wendezeit eine Arbeit bei Stefan Moses in Auftrag: Getreu dem Motto „Eine Einheit werden“, so der junge Kurator der aktuellen Werkschau im Berliner Bröhan-Museum.

    Als Moses` „Ostdeutsche Porträts“ seinerzeit 1991 zum ersten Mal in Berlin gezeigt wurden, waren sie künstlerische Berichterstattung, bereits zehn Jahre später dienten sie schon als kultureller Rückblick und Reflexionsgrundlage.

    Heute – 30 Jahre nach dem Mauerfall gelte dies noch mehr: Für die junge Generation – Kurator Reifferscheidt selbst ist Jahrgang 1984 – sind es entpolitisiert schlicht Bilder von Menschen: „Eben wie normale Nachbarn aus Düsseldorf, Duisburg oder München“. Und hier offenbare sich die zeit- und grenzenlose Bedeutung dieser Fotografien, als aktuell erneut darüber gesprochen würde, Mauern zwischen Staaten zu errichten.

    „Man sieht Lachen und Skepsis, aber das sind Mimiken und menschliche Emotionen, wo es mir schwer fällt, es auf einen politischen Moment zu reduzieren – ob da nun konkret ein Wendeverlierer oder Wendegewinner zu sehen sei“, sagt Reifferscheidt.

    Die Fotos selbst dienen als Grundlage für solche Diskussionen. Im Grunde würden schlicht fotografisch festgehalten Werte vermittelt, die es sich immer lohne anzusehen, äußert Reifferscheidt. Eine kritische Einordnung allerdings, was aus den Ostdeutschen geworden sei, auch eine Einbindung einst Portraitierter als Zeitzeugen, hätte wohl den Rahmen dieser Schau gesprengt.

    Einen ersten Eindruck der neuen Fotoausstellung sehen Sie hier in der Sputnik-Fotostrecke.

    Die Ausstellung „Stefan Moses – Abschied und Anfang. Ostdeutsche Porträts 1989-1990“ eröffnet am 7. November 19:00 Uhr im Bröhan-Museum – Berliner Landesmuseum für Jugendstil, Art Deco und Funktionalismus – und soll bis zum 19. April 2020 zu sehen sein.

    Hier das gesamte Interview mit Fabian Reifferscheidt zum Nachhören:

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    Tags:
    Mauerfall, 30 Jahre Mauerfall, Bürger, Fotos, Einheit, Ostdeutschland
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