01:16 03 April 2020
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    Mit Faustkämpfen in die Fastenzeit in Russland – die Butterwoche ist vorbei

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    • Faustkampf zur Butterwoche im Moskauer Ismailowski Kreml. Hier wird richtig hart zugeschlagen, aber unter Einhaltung bestimmter Regeln, damit niemand ernsthaft verletzt wird. Insgesamt waren 80 Teilnehmer bei der „Massenschlägerei“ dabei.
    • Faustkämpfer und Schaulustige im Moskauer Ismailowski Kreml.
    • Am Kletterpfahl mit Preisen für Kinder wird ausnahmsweise einmal geschummelt. Der wesentlich höhere und dickere Klettermast für die Erwachsenen ist traditionell ziemlich glatt, um das Erringen eines Preises so schwierig wie möglich zu machen. Ursprünglich wurden die Klettermasten auch noch mit Seife eingerieben.
    • Ein Anziehungspunkt für Selfiefans waren diese beiden etwa vier Meter großen Menschen, die sich anscheinend ganz ungezwungen auf ihren Stelzen im Ismailowski Kreml bewegten.
    • Strohpuppen (Vogelscheuchen), deren Verbrennen am letzten Tag der Butterwoche die Vertreibung des Winters symbolisiert.
    • Das aus Heuballen zusammengesetzte Labyrinth im Gorkipark zieht Groß und Klein an. Ob das wohl teilweise an dem Duft von frischem Heu liegt?
    • Eine „Kissenschlacht“ auf dem Balken im Gorkipark bereitet den Kleinen viel Vergnügen. Das Ziel besteht darin, den „Gegner“ mit dem Kissen aus dem Gleichgewicht und somit zum Fallen zu bringen.
    • Am letzten Tag der Butterwoche ist auf der Bühne im Ismailowski Kreml der ukrainische Popsänger Andrij Danylko, der unter dem Künstlernamen „Verka Serduchka“ große Bekanntheit erlangte, aufgetreten. Die Moskauer haben ihn mit großem Beifall empfangen. Im Eurovision Song Contest 2007 in Helsinki hatte Danylko als Verka Serduchka die Ukraine mit dem Titel Dancing Lasha Tumbai vertreten und den zweiten Platz belegt.
    • Hier werden „Bliny“, also die traditionellen Pfannkuchen gebacken, die zur Butterwoche unbedingt dazugehören. Stände mit Pfannkuchen gibt es an allen Orten, an denen die Butterwoche begangen wird, massenweise.
    • Ob die wohl alle gegessen werden?
    • Die Vertreibung des Winters durch das Verbrennen einer Vogelscheuche ist der Höhepunkt und auch Abschluss der Butterwoche.
    © Sputnik / Hans-Georg Schnaak
    Faustkampf zur Butterwoche im Moskauer Ismailowski Kreml. Hier wird richtig hart zugeschlagen, aber unter Einhaltung bestimmter Regeln, damit niemand ernsthaft verletzt wird. Insgesamt waren 80 Teilnehmer bei der „Massenschlägerei“ dabei.

    Russland hat am vergangenen Wochenende noch einmal so richtig gefeiert – das Ende der sogenannten Butterwoche vor den sieben Wochen währenden großen Fasten. Noch einmal so richtig schlemmen, bevor Fleischgerichte und an manchen Tagen sogar Fischgerichte verpönt sind. Das ist mit der orthodoxen Tradition verbunden.

    Ich selbst kenne kaum jemanden, der sich bis Ostern, dann ist die Fastenzeit vorbei, daran hält. Wie ein hoher Würdenträger der Russisch-Orthodoxen Kirche sagte, ist die Enthaltsamkeit beim Essen kein Selbstzweck, sondern lediglich ein Mittel, welches dem Christen helfen soll, in reichlichem Maße Bewusstheit zu erreichen – mittels der Teilnahme an den Gottesdiensten.

    Blaumeise. Der Erdnusskern scheint wohl doch etwas zu groß als Futter zu sein… Laien wie ich können die weiblichen und männlichen Vögel nicht unterscheiden, dabei ist besonders die Ausprägung des schwarzen Halsbandes von Bedeutung.
    © Sputnik / Hans-Georg Schnaak
    Aber zurück zur Butterwoche: Neben dem reichlichen und guten Essen finden in diesen Tagen überall Volksbelustigungen statt. Dazu gehören traditionell sogar Faustkämpfe, die in Vergangenen Zeiten zwischen verschiedenen Dörfern ausgetragen wurden. Im Moskauer Ismailowski Kreml (Anfang der 2000er Jahre am Gelände des bekannten Moskauer Ismailowski-Flohmarktes errichtet) hatten sich am Samstag etwa 80 rauflustige Männer zum Faustkampf eingefunden. Aber auch andere Spiele, auch speziell für Kinder, wurden organisiert. Insgesamt fanden in Moskau auf 29 Plätzen Veranstaltungen zur Butterwoche statt. Das bestimmende kulinarische Symbol dabei sind Eierkuchen, die an die Sonne erinnern, denn gleichzeitig mit dem Ende der Butterwoche wird auch der Beginn des Frühlings (laut Kalender der 1. März) gefeiert. Deshalb ist der abschließende Höhepunkt der Butterwoche das Verbrennen einer Vogelscheuche (früher war es meist eine Strohpuppe), womit der Winter endgültig vertrieben werden soll. Ich selbst habe zwei Veranstaltungsorte in Moskau aufgesucht: den Ismailowski Kreml und den Gorkipark, um einige Eindrücke festzuhalten.

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    Tags:
    Moskau, Butterwoche, Russland
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