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11:52 21 August 2019
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    Situation an der syrisch-türkischen Grenze

    Traurige Zahlenspiele mit Lücken

    © Sputnik / Ilya Pitalev
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    von Ambuya
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    Von Natur aus alles eher als ein Zahlenmensch, muss ich mir manche Nachrichten regelrecht notieren um sie überhaupt erst einmal zu überblicken. Dabei habe ich mich nicht einmal mit „X-Komma-Dingsda“-Zahlen aufgehalten, sonst wäre mir der Kopf geplatzt.

    Gestern, 11.2.2016, ist im Teletext des ORF eine Meldung aufgetaucht, wonach der britische „Guardian“ eine Meldung vorliegen hatte vom Syrian Centre for Policy Research die wohl so etwas wie eine Zwischenbilanz über die Kriegsopfer in Syrien darstellen sollte. Diese NGO spricht von 470.000 Toten. Interessanterweise gibt die UNO nur etwa die Hälfte an, wie das? Übertreiben die einen? Verschweigen die anderen etwas? In beiden Varianten: warum?

     Fast 2 Millionen Menschen sollen verwundet worden sein, das ergäbe ca. 11% der Bevölkerung, 45% der syrischen Einwohner sollen vertrieben worden sein, also fast 10 Millionen von ursprünglich knapp 21 Millionen. Nun ja, das erscheint plausibel, blickt man an diverse Staatsgrenzen. Furchtbar. Noch furchtbarer ist aber, dass sich in diesen notleidenden Scharen auch noch diverses Gesindel versteckt. Das auch noch verbrecherisch auszunützen – was müssen das für Menschen sein? Dass unter diesen Umständen in Syrien nur mehr eine äußerst rudimentäre Infrastruktur existiert muss wirklich nicht verwundern.

    Wie in allen Kriegen ist natürlich auch die statistisch durchschnittliche Lebenserwartung drastisch gesunken, nämlich von ca. 70 Jahren auf derzeit 55.

    Ein wenig gewundert haben mich aber die Zahlen für Aleppo:

    Hier hat die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte die Zahlen zur Verfügung gestellt.

    Sieht man sich die Bilder dieser zertrümmerten Stadt an, erwartet man eigentlich noch schrecklichere Ergebnisse, nach Prozenten und absoluten Zahlen. Entweder sind Stadtviertel heil geblieben, die man in den Videos nicht sieht oder die Menschen sind rechtzeitig aus der Stadt geflüchtet. Dann müsste diese Zahl aber höher sein, so ganz laienhaft nach Augenmaß.

    Aus Aleppo sind 50.000 Menschen vertrieben worden (von ursprünglich 2,5 Millionen), es gibt ca. 500 Todesopfer, etwa 275 von ihnen sind syrische Rebellen und ausländische Djihadisten, unter den Gefallenen sind auch 89 Zivilisten (von diesen leider auch 23 Kinder).

    So, und nun möge der geneigte Leser das bitte nachrechnen. – Erledigt? Gut.

    Dabei müsste sich nämlich eine Differenz von etwa 136 Todesopfern gezeigt haben, über die die obige NGO keinen Bericht legt. Nach aller Logik müssten das syrische Daesh-Leute gewesen sein, sie werden jedoch mit keinem Wort erwähnt. Immerhin machen sie aber mehr als ein Drittel der berichteten Todesopfer aus, ein Drittel dessen Identifikation man glatt unter den Tisch fallen läßt!

    Will man hier um jeden Preis einerseits dem syrischen Militär, anderseits aber der russischen Luftwaffe den Erfolg vorenthalten in der Öffentlichkeit? Wenn ja, wer hat das angeordnet?

    Wären es syrische Soldaten gewesen, dann war es falsch diese Gefallenen den Einwohnern von Aleppo zuzurechnen. Irgend etwas stimmt nicht mit diesen ca. 136 Toten. Vielleicht finde ich es noch heraus, das müsste aber ein Zufall sein. Vielleicht bekäme man das aus den Berichten der Klinik(en) heraus, aber an diese komme ich erstens nicht heran, wie denn auch, zweitens dürfte da vieles im Schutt liegen. Das Gesundheitswesen von Aleppo steht vor dem Kollaps.

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    Tags:
    Menschenrechte, Nichtregierungsorganisationen (NGO), Uno, Aleppo, Syrien