01:07 23 Oktober 2018
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    Erdöl (Symbolbild)

    Wo kommt das Erdöl her?

    © Flickr/ Eelke
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    von Zivilist
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    Es gibt viele Erklärungsversuche, aber keiner überzeugt. Dabei ist es ganz einfach.

    Vor einiger Zeit las ich bei Engdahl, dass die klassische Theorie das Erdöl aus Dinosauriern entstehen läßt, dass aber allein für das Öl der Saudis bei vollständiger Umwandlung ein Saurier- Würfel von 30 km Kantenlänge erforderlich gewesen wäre. Die Russen haben eine eigene Theorie, das Öl käme aus dem Erdinneren und sei mineralischen und abiotischen Ursprunges, und mit dieser Theorie haben die Russen eine signifikant höhere Erfolgsquote bei ihren Bohrungen. Yukos-Chodorkowski sei aus dem Vekehr gezogen worden, weil er im Begriffe war, das russische Know How an die Amis zu verkaufen und spätestens da sind wir knallwach! Die Theorien, jedenfalls soweit sie bei Wikip oder den staatlichen Medien ihren Niederschlag gefunden haben, sind krudes Zeug, lassen Sie sich nicht verkohlen!

    Mehr zum Thema: Sinnlose Kriege um Erdöl/Wie ist Erdöl entstanden?

    Stattdessen möchte ich den Leser auf eine kleine Exkursion einladen, bei der er feststellen kann, dass selber denken noch schöner ist, als selber kochen. Wir bewegen uns auf bekanntem, aber selten betretenem Terrain, dem medienkompetenten Leser ist es ein Leichtes, sich die Zusammenhänge selbst zu er-googel-n, er-bing-en, oder zu er-Yandex-en, zum Vergleich habe ich meine schönsten URL's eingefügt.

    Wann haben Sie zuletzt ein Porridge gekocht, oder einen Haferschleim oder einen Grießbrei? können sie sich's ungefähr vorstellen?

    Die Masse wird unten erwärmt, steigt irgendwo auf, oben bildet sich eine Haut, sie bewegt sich zäh in eine Richtung und taucht auch wieder unter und die Haut löst sich auf, das Ganze ist eine Konvektionswalze. Blasen steigen auf, Sie streuen einige Rosinen drauf und rühren um, damit es nicht anbrennt. Genauso funktioniert unsere Erde. Innen ist es heiß, es gibt mehrere Schichten, also Kugeln, Sphären, unten, also innen sind die schwersten Bestandteile: Nickel und Eisen, glühend aber angeblich fest, da kann nichts anbrennen, oben, also außen, die leichten, es hat eine Entmischung stattgefunden, es wurde lange nicht mehr umgerührt. Uns interessiert die obere Schicht, es haben sich Konvektionswalzen gebildet, wo sie auftauchen, bildet sich ein Tiefseegraben, die Haut heißt Erdkruste und die Kontinente sind die Rosinen.

    Die Haut taucht auch wieder ab und schmilzt, wenn sie sich unter den Rand eines Kontinentes schiebt, entstehen Anden, wenn sich 2 Hautlappen verhaken, entstehen die steilen Berge Neuseelands, meistens verschwindet die Haut aber ganz unspektakulär unter dem Meer, manchmal hakt es, bis die Massen mit einem Ruck sich weiter aneinander vorbeischieben, die Menschen nennen das Erdbeben.

    Das Eisen im Inneren bewegt sich auch, ein feiner Dynamo, dessen Magnetfeld hält die kosmische Strahlung fern und gelegentlich findet eine Umpolung des Erdmagnetfeldes statt. Das Gestein der dünnen Erdkruste des Ozeanbodens zeigt die Richtung des Erdmagnetfeldes im Zeitpunkt der Entstehung der Erdkruste.

    Da man die Geschwindigkeit kennt, mit der sich die Erdkruste vom Tiefseegraben entfernt, weiß man, in welchen Zeitintervallen sich das Erdmagnetfeld umgepolt hat: Ein Magnetband, wie einst  zur Ton- und Datenaufzeichnung gebräuchlich.

    Biomasse bildet sich da, wo Sonne und Wasser vorhanden sind, 70 Prozent der Erde sind von Meeren bedeckt, seit Etablierung des Begriffes der Biomasse vor knapp 100 Jahren ist weder klar, was genau wir darunter verstehen wollen, noch, wieviel davon jedes Jahr entsteht.

    Klar ist aber, dass erheblich mehr Biomasse im Ozean entsteht, auf den Ozeanboden absinkt und vom Förderband der Erdkruste ins Erdinnere transportiert wird, als wir Erd-Gas und —Öl verbrauchen. Was geschieht, wenn Biomasse unter Luftabschluss und hohem Druck erwärmt wird, wissen wir, auf der Erdoberfläche nennen wir das eine Erdölraffinerie: Kohlenwasserstoffketten werden aufgespalten, das Gas steigt auf, kondensiert, schließt sich bei Abkühlung zu längeren Ketten zusammen und kondensiert oder bleibt Gas.

    Mehr zum Thema: Erdplatten sind biegsamer als gedacht

    Wer sich schon mal mit der energetischen Ertüchtigung seines Hauses beschäftigt hat, weiß, was eine Dampfsperre ist und was eine Dampfbremse ist. Die von der Erde ausgeschwitzte Biomasse wird sich also unter einer Dampfsperre sammeln und eine Gas- oder/und Ölblase bilden, in einer Dampfbremse hängen bleiben, um später von Halliburton gefrackt zu werden, am Meeresgrund zu Methanhydrat einfrieren oder im Bermudadreieck nach oben sprudeln und ein Schiff versenken.

    Und das ist eigentlich auch schon die ganze biotisch — abiotische Geschichte der Entstehung des Erdöls und wenn sie sich mal wieder ein Porridge auf Ihrem Gasherd kochen, nicht zu dick, wünsch ich Ihnen ganz besonders viel Vergnügen und wenn sie noch ein Stückchen Butter drauf tun, können Sie sich das als schmelzende Polkappe denken, Rosinenkontinente im Buttermeer!

    Eigentlich ist dies nur die Plattentektonik zu Ende gedacht, die 'plattentektonische Theorie der Erdölgenese' auf wissenschaftlich und wer mit der Plattentektonik vertraut ist, hätte sich den ganzen Haferschleim schenken können. Wenn man's verstanden hat, fragt man sich natürlich nach den Implikationen. Zunächst ist dies, trotz Meinungsmedium, keine Meinung, sondern eine Theorie, die grundsätzlich falsifizierbar ist und wenn es Ihnen gelingt, ist Ihnen meine Hochachtung sicher. Erdöl ist genauso nachhaltig, wie alle Biomasse.

    Erdöl und —Gas sind die vorverdaute Biomasse der Ozeane. Eigentlich sind Blasen von Öl und Gas deren unkonventionelle Vorkommen. Benzin statt Brot, biofuel, ist angeblich fürs Klima gut, für eine Lebensmittelkalorie verbrennen wir ca. 10 Erdölkalorien, für eine biofuel- Kalorie dürften es weniger sein, das Klima ist aber so stabil, dass es solchen Blödsinn toleriert.

    Der Aufwand für eine fossile Kraftstoffkalorie ab Zapfsäule dürfte deutlich geringer sein. Zu dieser Thematik liegen mir aber keine belastbaren Zahlen vor und ich hoffe daher auf die Kommentatoren. 'Graue Energie' und 'Erntefaktor' sind Begriffe in der richtigen Richtung.

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    Erdöl