23:27 22 November 2019
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    FEEL RUSSIA – in Wien!

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    Da muss ich mich jetzt regelmäßig umsehen, in Wien ist diesbezüglich viel mehr los als ich auch nur geahnt habe. So richtig aufmerksam auf den russisch-österreichischen Kulturaustausch wurde ich eigentlich erst durch die Vernissage in der Albertina mit den russischen Malern der Avantgarde.

    Neuerlich von RBTH bekam ich den Anstoß, auf der Website der Botschaft der Russischen Föderation in Wien diesbezüglich zu suchen. Aber der Reihe nach: Mindestens in dieser Hinsicht hat ja der kürzliche Besuch von Österreichs Bundespräsident Fischer in Moskau bei Präsident Putin schöne Früchte getragen, als man wechselseitig das Jahr 2017 zum Tourismusjahr erklärt hat.

    Wieder einmal eine jener positiven Aktionen, mit denen sich Österreich bei den Betreibern der Sanktionen gegen Russland wahrscheinlich unbeliebt machen wird, aber das ist uns schön langsam egal. Irgendwann reicht’s und uns reicht es schon seit einer Weile. Es wurde weiters berichtet, dass die beiden Länder außer den kulturellen Beziehungen auch in humanitären Belangen große Pläne hätten. Ein bisschen genauer wurden die Gespräche und deren Ergebnisse schon in einem früheren Artikel geschildert.

    Dieser Besuch in Moskau dürfte für Bundespräsident Fischer so etwas wie ein Abschiedsbesuch gewesen sein, seine letzte Amtsperiode geht ja in absehbarer Zeit zu Ende, man wollte anscheinend für die nächsten Jahre sauber die Weichen stellen zwischen Russland und Österreich, vor allem nichts versäumen, übersehen oder gar einschlafen lassen, wollte offensichtlich Haus und Hof bestellen.

    Ich erinnere mich ja – besonders in den jetzigen beschämenden Zeiten eines regelrechten Bildersturms gegen sowjetische Gedenkstätten und Denkmäler in diversen Staaten – immer wieder mit Freude daran, dass gegen beachtlichen Widerstand das schöne, große Denkmal für die sowjetischen Gefallenen des 2. Weltkriegs in Wien erhalten geblieben ist. Wir verdanken diesen Soldaten viel zu viel, als dass man dieses Denkmal pietätlos einfach abtragen dürfte. Sehr prominent auf dem ebenso prominenten Schwarzenbergplatz aufgestellt, war es manchen ein Dorn im Auge. Mag der Dorn meinetwegen da geblieben sein – das Denkmal ist auch noch da und im Jahr 2014 hat Präsident Putin bei seinem Besuch in Wien in dieser schwierigen Zeit den Soldaten, deren Opfer dort gedacht wird, mit großer Würde die Ehre erwiesen, wie das seine Art ist.

    So sollten diplomatische Beziehungen sein, auch unter nicht ganz einfachen Umständen. Auch wenn es anderen gar nicht recht ist. Irgendwo unter vielen anderen Meldungen fiel mir unlängst auf, dass Washington die freundlichen Beziehungen zwischen Russland und Österreich regelrecht verbieten wollte. So weit käme es noch mit der Bevormundung, ließen wir das wirklich zu!

    Letztlich hat die räumliche Nähe zwischen dem Denkmal am Wiener Schwarzenbergplatz und der Russischen Botschaft samt der wunderschönen Russisch-Orthodoxen Kathedrale zum Heiligen Nikolaus (sie steht auf dem Gelände der Botschaft, ich war vor Jahrzehnten einmal zu einem Ostergottesdienst dort, beides ein Erlebnis) mich auf die Idee gebracht, bei der Botschaft direkt nachzusehen. Wenn überhaupt jemand, dann musste mann dort über russische kulturelle Aktivitäten in Wien Genaueres wissen, umso mehr als ich flüchtig davon gehört hatte, dass Anfang Mai 2016 auf dem Schwarzenbergplatz auch schon eine russische Freiluftveranstaltung stattfinden sollte, keinen ganzen Kilometer entfernt. Also auf zur Botschaft, im Internet.

    Das Botschaftsgebäude ist ja für sich schon eine Sehenswürdigkeit, die Reisnerstraße an der es steht verläuft in einem jahrhundertealten, traditionellen Viertel der Hochkultur in Wien und das herrliche Palais ist wirklich seit 1891 in russischem Besitz! Damals – also noch in der Zarenzeit – wurde es zu diesem Zweck vom Herzog von Nassau erworben (Fürst Aleksej Lobanow-Rostowskij war damals der russische Botschafter, er hat das Palais selbst gekauft) und dient seither bis heute als Botschaftsgebäude. Nicht ganz durchgehend, die beiden Weltkriege brachten abgebrochene Beziehungen, Pausen und auch grobe Schäden am Gebäude durch zwei Bombentreffer, aber siehe da – es ist immer wieder alles so geworden wie es von Anfang an bestimmt war, die Immobilie ebenso wie die Beziehungen zwischen beiden Ländern. Geschmacklos-neudeutsch könnte man sagen: Russland ist unkaputtbar. Hässliches Wort, aber richtig. Das kleine österreichische Kernland allerdings auch! Unbeschadet des —zigfachen Größenunterschieds eignet beiden eine gewisse Sturheit. Passt gut zusammen. Wäre ein wohliges Gefühl, den Russischen Bären als freundlichen Schutz benachbart zu haben.

    Da stand ich also auf der Homepage der Botschaft und hatte ein weiteres Mal den Beweis vor mir, dass Kunst, Wissenschaft und Sport über alle politischen Zäune hinweg immer besondere, gemeinsame Wege gegangen sind. Sehen Sie sich bloß an, was es da alles gibt, ca. vom 7. Mai an. Das FEEL-RUSSIA-Festival findet dann am 28. Und 29. Mai 2016 statt, im Museumsquarter, bei freiem (!) Eintritt, davor, danach und dazwischen gibt es die unterschiedlichsten Veranstaltungen, bis hin zu so hochkarätigen Gästen wie dem Eifmann-Ballet, diesmal mit dem Ballett „RODIN“. Die Wiki-Informationen über Eifmann sind mehr als mager, aber es gibt unzählige Treffer zu dem Suchbegriff. Wem Auguste Rodin kein Begriff sein sollte – über ihn gibt es auch viel Information im Netz. Zum FEEL RUSSIA möchte ich selbst hinfahren, und damit liefere auch ich dann den Beweis dafür, dass sich die Kultur- und Tourismus-PR lohnt. — Falls ich ein Nachtquartier finde, das nicht gerade „Hotel Imperial“ oder „Hotel Sacher“ heißt.

    Das hätte ich fast vergessen: Die Website der Botschaft bietet – neben vielem anderem wie z.B. Sprachkursen — auch einen kleinen, aber interessanten Nachrichtenteil an. Es sind dies Auszüge aus den verschiedensten Medien und da stören einen garantiert keine unhöflichen Trolle, dafür ist gesorgt! Erholsam.

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    Tags:
    Kultur, Sanktionen, Heinz Fischer, Wladimir Putin, Österreich, Russland