13:03 18 November 2019
SNA Radio
    Bau der Brücke über die Straße von Kertsch

    Eine Brücke, aber diesmal wirklich (3)

    © Foto: Informationszentrum „Krim-Brücke“
    Zum Kurzlink
    Von
    0 135
    Abonnieren

    Unterwegs zur Vollendung.

    Bau der Brücke über die Straße von Kertsch
    © Sputnik / Georgi Simarev
    Letzten Endes war der Entwurf fertig, die Zauderer und Dauer-Nein-Sager zum Schweigen gebracht, die Finanzierung sichergestellt und vor allem ist der Arbeitsplan gestanden. Die Visionen in den Köpfen waren schon lange vorher da. Die Vorstellung einer sich in sanften Kurven über die Meeresenge bewegenden Wasserschlange wohl als erste. Tatsächlich haben die schrägen Linien der sichtbaren Konstruktion teilweise etwas vom Zick-zack-Muster einen schönen Schlange. Das sieht man in dieser Video-Animation besonders gut:

    Es ist schon im August 2015 erschienen, ist ein bisschen länger (22 Min.) und enthält besonders in den ersten Minuten sehr viele informative Texte auf Englisch, recht angenehm, wahrscheinlich kann nicht jeder Zuschauer Russisch. Die Regie des Videos ist anfangs ein bisschen sprunghaft, der Schnitt etwas zu schnell, aber es lohnt sich durchzuhalten, man erfährt wirklich viel. Nach der Hälfte kommt eine lange Sequenz einer Nachfahrt über eine Brücke, die ist einfach nur schön, alles untermalt mit verschiedener, durchwegs epischer Musik, den Schluss bilden eine kurze Ansprache von Präsident Putin und noch einige schöne Landschaftsbilder.

    Die im Bau befindliche Brücke über die Straße von Kertsch
    © Sputnik / Georgi Simarev
    Natürlich ist seither viel geschehen, es geschieht ohne Pause. Mittlerweile ist es schon deutlich zu sehen, sogar von sehr hoch oben, genau gesagt von der ISS aus.

    Das Bild sieht in dieser Darstellung ein bisschen verwirrend aus, hat man die normale Landkarte im Kopf. Um 90° im Uhrzeigersinn gedreht, passt die Perspektive wieder. Beeindruckend, wie der Bau gewachsen ist, sich allmählich nach Osten schiebt, zusammenwächst. Es hat mich richtig verblüfft, wie klar das bereits sichtbar ist.

    Über die Neuigkeiten der letzten Zeit muss ich Ihnen wohl nicht mehr viel erzählen; wenn sie regelmäßig den SPUTNIK frequentieren sind wir alle gleichermaßen auf dem Laufenden. Annähernd der Schlag getroffen hat mich aber, wie der türkische Frachter „LIRA“  in einen Pfeiler der Behelfsbrücke hinein gerauscht ist.

    Das war heftig. Immerhin hat man ihn eindringlich zur Kursänderung aufgefordert, das habe sogar ich begriffen aus einigen Schlüsselwörtern. Seltsam … ausgerechnet ein türkisches Schiff … dabei dürfte man, nach dem veröffentlichten Dialog zu schließen, an Bord sehr wohl Russisch verstanden haben! Man mag mich jetzt voreingenommen schelten oder mir Vorverurteilung vorwerfen — ich fühle mich außerstande, das für einen Zufall zu halten, tut mir leid. Ich lasse mich gerne über meinen Irrtum belehren, sollte nach Abschluss der Untersuchung (die nach ca. 2 Monaten wohl noch im Gang ist, das war ja keine Kleinigkeit) ein anderes Ergebnis feststehen. Falls ich es erfahre.

    Dass dabei nicht noch mehr passiert ist – vielleicht hat Kater „Mostik“ die Pfote ausgestreckt und das Schiff ein Stück weggeschoben?

    Ist das ein süßes Kerlchen! Pardon für die Verkleinerung, sehr geehrter Herr Mostik, aber gegen uns Menschen ist eine Katze halt immer noch etwas Kleines (und viel Graziöseres). Mein Lieblingsbild aus der Geschichte ist übrigens jenes, wo er in der Röhre sitzt, da zeigt er den Löwen, der in jeder Katze steckt.

    Interessant ist auch die Info-Grafik über das ganze Projekt, diese ist im gleichen Artikel eingebettet, ich muss sie nicht extra verlinken. Bis die Brücke fertig ist, wie hier entworfen, wird noch viel Zeit vergehen, hoffentlich ohne weitere grobe Zwischenfälle.

    Die kommende Phase dürfte der zähere, weil langwierigere Teil der Arbeiten werden, wir alle müssen uns jetzt in Geduld fassen, voraussichtlich bis 2018. Dieses Jahr wird überhaupt spannend, nicht nur wegen der Brücke. Den einen oder anderen Zwischenbericht bekommen wir ja sicher.

    In der Zwischenzeit können wir, weil es mit oder ohne Geduld nicht schneller geht, ein bisschen „in Geschichte machen“:

    Erst kürzlich habe ich im RUSSIA INSIDER einen Bericht über eine erstaunliche Tatsache entdeckt, der sich an LiebhaberInnen von Brücken und anderen speziellen Bauwerken richtet, aber vor allem an jene Leser und —Innen, die der Amtsführung von Präsident Putin positiv gegenüber stehen (die Geister der Verneinung werden es leider ohnehin nicht lesen).

    Haben Sie gewusst, dass in Russland seit Beginn der ersten Amtszeit des jetzigen Präsidenten (also etwa seit dem Jahr 2000) mehr große Brücken gebaut wurden, als in der gesamten Geschichte Russlands vorher? Nein? Ich auch nicht. Sehen Sie sich die Zahlen und Fakten an! Da habe ich schon ziemlich gestaunt, fast noch mehr als über die ästhetischen Bilder.

    So geht das, wenn ein Staatsoberhaupt sein Land und dessen Völker liebt. Bauen lassen für die Menschen, ob das nun phänomenale Sportanlagen sind wie in Sotschi oder Verkehrswege wie Brücken und Bahnstrecken samt Superzügen, damit sie schneller zusammen kommen können, aus dem Inland oder von weither. Versorgungswege wie die Stromleitungen für die Krim sind da schon fast selbstverständlich.

    Bleiben Sie dran?— Sehr gut, ich auch!

    Ob wir uns bei der Eröffnung der Brücke treffen werden, vielleicht in den Hügeln sitzend, mit Kameras und Ferngläsern versehen und abends gibt es ein Fest am westlichen Brückenkopf?

    Es wäre ein echter Traum.

    Bis dann – hoffentlich!

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Brücke, Krim, Russland