03:11 14 Dezember 2017
SNA Radio
    Todesengel (Symbolbild)

    Todesengel an der Macht

    © Pixabay
    Zum Kurzlink
    von Karl Petterson
    4232

    Die vor wenigen Tagen installierte britische Premierministerin Theresa May scheint aus einem finsteren Polit-Zombie-Theater zu stammen. Am 18. Juli erklärte sie vor dem britischen Parlament, sie sei bereit, hunderttausende Menschen in einem Atomangriff zu ermorden.

    Die vor wenigen Tagen installierte britische Premierministerin Theresa May scheint aus einem finsteren Polit-Zombie-Theater zu stammen. Am 18. Juli erklärte sie vor dem britischen Parlament,  sie sei bereit, hunderttausende Menschen in einem Atomangriff zu ermorden.

    Im Gegensatz zu ihren Vorgängern, die der Frage stets auswichen, ob sie bereit seien, jemals auf den atomaren Knopf zu drücken, erklärte die neue britische Premierministerin Theresa May ohne jedes Zögern, dass sie dazu bereit sei.

    Während der Aussprache im britischen Parlament ging es um die Modernisierung der vier britischen TRIDENT-Atom-U-Boote, die mit Atomraketen (sea-launched ballistic missiles, SLBM’s) bestückt sind. Das Parlament wurde gefragt, ob es bereit sei, ca. 30 Milliarden Pfund für diese Modernisierung auszugeben. Dass es bei diesem Betrag nicht bleiben wird, kann als sicher angenommen werden.

    Im Rahmen der Parlamentsdebatte wurde May vom Abgeordneten der Scottish National Party George Keveran herausgefordert:

    „Sind Sie darauf vorbereitet, einen Atom-Angriff zu autorisieren, der hunderttausende Männer, Frauen und Kinder töten könnte?“

    Frau May antwortete: “Ja“.

    Ohne jedes Zögern sagte May, sie würde einen Atom-Angriff anordnen, um tausende Menschen zu töten, wenn sie dies für notwendig erachtete, so der Independent vom 19. Juli.

    Über eines sollten sich die Menschen im Klaren sein: Im Gegensatz zu den Atombomben, die erstmals in der Geschichte dieser Terrorwaffen auf japanische Städte abgeworfen wurden, können „moderne“ Atomwaffen Millionen von Menschen direkt und durch ihre Folgewirkungen töten.

    Unfassbare Antwort — oder system-immanente Logik?

    Mit diesem „Ja“ hat sich May als verbrecherisches Element aus der menschlichen Gesellschaft und aus jedem völkerrechtlich kodifizierten Regime ausgeschlossen. Dennoch muss gesehen werden, dass die Herrschaftsriegen des so genannten freien Westens, die über den Einsatz von Atomwaffen entscheiden, den Biozid/ Genozid und damit den finalen Terrorakt gegen Menschheit und Natur in ihre Nuklearstrategien fest eingebaut haben. Damit nicht genug: Der atomare Erstschlag ist integraler Bestandteil westlich-nuklearer Strategieplanungen.

    Insoweit kann die Antwort Mays als zwar maximal verbrecherisch, jedoch innerhalb der kranken Konstruktionen und Perversionen der Atomkriegsplaner als in sich logische Strategie der Weltbeherrschung verstanden werden.

    Ein „regime-change“, der es derartigen menschenverachtenden Figuren verunmöglicht, an der Macht zu bleiben, ist überfällig. Nicht nur in Großbritannien.

    Perfide Atomwaffen-Enthusiasten

    Als der Labour-Führer Jeremy Corbyn an der Reihe war, sagte er: „Ich glaube nicht, dass der Massenmord ein legitimer Weg in den internationalen Beziehungen ist.“

    Auch wenn es kaum zu glauben ist, steht Corbyn damit im Gegensatz zur offiziellen Position der Parlamentskader seiner Partei. Zur Erläuterung: Die Labour-Party befindet sich in einem intensiven Machtkampf zwischen Basis und ihren Parlaments-Repräsentanten. Es ist seit 1989 offizielle Politik der Labour-Party, an TRIDENT festzuhalten. Corbyn steht hierzu in massivem Gegensatz. Und so ist es kein Wunder, dass er während seiner Rede von den eigenen Parteigenossen permanent unterbrochen wurde, er solle die Parteimeinung, nicht seine eigene vertreten. Corbyns Antwort darauf war, dass der Verteidigungs-Schattenminister der Labour-Party Clive Lewis eine Revision der Labour-Verteidigungspolitik erarbeite.

    Die professionellen „Regierungsangestellten“ des medialen Mainstream waren sofort zur Stelle, um Corbyn, aber auch Caroline Lucas von der Green Party als unzurechnungsfähige Extremisten in den Schmutz zu ziehen, die die „Nationale Sicherheit“ aufs Spiel setzten würden, wenn sie sich der TRIDENT-Modernisierung verweigerten.

    Dazu passt die Einlassung Mays: „Es wäre ein Akt großer Verantwortungslosigkeit, wenn Großbritannien seine Nuklearwaffen einmotten würde.“ Auch seien die Gegner des TRIDENT- Raketensystems „die ersten, die die Feinde des Landes verteidigen würden“.

    Grenzenlose Niedertracht und Eroberungsfantasien als System

    Diese Nummer ist grenzenlos beschränkt und Ergebnis von Propaganda. Sie zieht als Legitimation nicht. Nachweislich und absichtlich haben die Herrschaftsetagen in den westlichen Regierungen und ihrer Nato den Kalten Krieg 2.0 über Osterweiterung, Putsche, „regime-changes“ und „Farbrevolutionen“ vom Zaun gebrochen. Ihr Ziel war es von Anfang an, den Nahen Osten —  mit den bekannten Ergebnissen — unter ihre Knute zu zwingen und EURASIEN für den „freien Markt“ zu erobern. Wer dies alles nicht glauben will, sollte das Buch von Zbigniew Brzezinski lesen: „Die einzige Weltmacht. Amerikas Strategie der Vorherrschaft.“ Brzezinski ist nicht irgendwer, er ist die Nr.1 des außenpolitischen Establishments der USA und hat in diesem Buch die amerikanische EURASIEN-Strategie formuliert, die sich real entfaltet.

    Die zentrale, unbeantwortete Frage steht im Raum: Wie gelangen derart offensichtlich psychisch Kranke, Empathie-freie und zu jedem erdenklichen Verbrechen bereite Figuren in Regierungsspitzen und Parlamente? Auch wenn diese Frage hier nicht geklärt werden kann, sollte sie im Zentrum aller politischen Diskussionen ab sofort einen hervorragenden Platz einnehmen. Von der Beantwortung dieser Frage und der Lösung des Problems hängt das Leben und Überleben auf diesem Planeten ab.

    Die Meinung des Autors muss nicht mit dem Standpunkt der Redaktion übereinstimmen.

    Tags:
    Atomwaffen, NATO, Jeremy Corbyn, Theresa May, Großbritannien
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren