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22:53 20 September 2019
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    Ribbon Microphone der BBC

    Das Establishment ist die Verschwörung und die BBC seine Stimme

    © Flickr/ Simon Harriyott
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    Heute wird das Totschlagargument 'Verschwörungstheorie' als große Keule geschwungen. Verschwörung ist immer und überall und die Geschichte ist alt, älter auch, als der erste Kennedymord.

    George Orwells Wahrheitsministerium wird den Meisten heute geläufig sein, auch, dass er im Zweiten Weltkrieg für die BBC in Indien im Einsatz war und von da einige Inspiration bezog. Das von den Briten beanspruchte Indien war etwas größer, auch in Richtung Afghanistan, die Grenze hatte man noch mit dem Zar verhandelt, zwischen den Kriegen wurde eifrig gegen die SU infiltriert, wie man bei KISCH nachlesen kann. Erst später haben die Briten einige konfliktgarantierende Grenzen eingezogen. Eine viel wichtigere Anregung bezog Orwell aber von Jewgenij SAMJATIN und dessen Werk 'Wir'. Orwell kannte das Werk, er hat 1946 eine Rezension darüber veröffentlicht.

    Orwells Kollege Henry Jones FAIRLIE entwickelt die Theorie des Establishments: Das Establishment IST die Verschwörung, daß die BBC seine Stimme sei, sagt er und noch deutlicher sagt das der Kollege Malcolm Muggeridge.

    Nach der Ermordung Kennedys propagiert dasselbe US Establishment, dass ihn aus dem Weg geräumt hat, den Un-Begriff der 'Verschwörungstheorie'. Kennedys Vorgänger Eisenhower, kurz IKE, war im zweiten Weltkrieg General, nach Meinung Montgommerys ein schlechter Stratege, aber er war beliebt. Er hat für seine Leute gesorgt, er war ein Mann des Militärisch-Industriellen Komplexes, hat aber in seiner Abschiedsrede die US-Amerikaner vor der Bedrohung der Zivilgesellschaft durch den MIK gewarnt. Weltpolitik hat nicht IKE gemacht, sondern die Dulles-Brüder, deren einer war Außenminister, der Andere CIA-Chef. Die Kennedys wollten auf Chruschtschjows Zug aufspringen, Rüstung beschränken und die Wirtschaft entmachten, sie zu friedlicher Produktion zwingen. Robert war Justizminister unter John Fitzgerald und wurde während seines eigenen Präsidentschaftswahlkampfes 1968 ermordet.

    Die besondere pointe der 'conspacy theory' besteht darin, dass es in den USA den §371 gibt, von dem gesagt wird, er sei das Äquivalent zum Deutschen §129: Bildung einer kriminellen Vereinigung. Das ist aber nicht ganz richtig. Während in Deutschland das gemeinsame Verbrechen besonders pönalisiert wird, sind in den USA legale Handlungen, die gemeinsam (also von einer Verschwörung) zum Schaden der USA durchgeführt werden, strafrechtlich zu verfolgen. Der Staatsanwalt muss also tätig werden, theoretisch und praktisch, um solche Verschwörungen aufzuklären und gegebenenfalls zu bestrafen. Leider versagt er oft schon bei der Verschwörungstheorie und es kommt selten zu einer Bestrafung.

    Den weiteren Teil der Reise spare ich mir, über 9/11 wurde genug geschrieben, wir alle kennen den Faux Pas der BBC bei WTC7 (immerhin so hoch, wie der für den Pragsattel, Stuttgart projektierte Trump- Tower, der an seiner Höhe scheiterte). Aber über die weniger bekannten Personen, die ich vorgestellt habe, möchte ich noch einen Vergleich anstellen.

    SAMJATIN war als Ingenieur gewiss kein Dummer, er war ein früh desillusionierter Bolschewik.

    Muggeridge war nicht gerade ein Bolschewik, sagen wir ein Lenin-Sympathisant, ein früh desillusionierter. Interessant, dass gerade er die Hungersnot in der Ukraine ins Licht der Weltöffentlichkeit gerückt hat, soll sie ja heute als Beweis der Feindschaft der Russen gegen die Ukrainer herhalten. Aus meiner Sicht war es kein vorsätzliches Verbrechen der Stalin-Administration, allenfalls muss man ihr den Vorwurf der Unfähigkeit machen.

    FAIRLIE war ein früh desillusionierter Kennedy-Sympathisant.

    Die Meinung des Autors muss nicht mit dem Standpunkt der Redaktion übereinstimmen.

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    Tags:
    Verschwörungstheorie, BBC