10:44 27 November 2020
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    Im Krisenkapitalismus ist die Angst vor dem materiellen und sozialen Absturz für die meisten Menschen tägliche Realität. Ängste vor Terroranschlägen, Krieg, Umweltkatastrophen, Notstand und Chaos überschatten die Existenzsorgen zusätzlich. Die Mehrzahl der Ängste wird systematisch geschürt und sind Folge der westlichen Welt-Neuordnungspolitik.

    Masterplan: Es gibt keine Zufälle!

    Die politischen Vollstrecker des globalisierten Krisenkapitalismus und der imperialistischen Neuordnungskriege in den Regierungszentralen folgen einem integrierten Gesamtplan. Zu diesem gehören auch die sogenannten Freihandelsabkommen wie TTIP, CETA und TISA.

    TTIP, CETA und TISA und kriegerische Welt-Neuordnungspolitik sollen vollendete Tatsachen schaffen, um die Welt in Interessen- und vor allem auch Exklusionszonen aufzuteilen. Vor allem China, Russland und Iran gilt der Ausschluss. Über die Hintertür sollen CETA und TTIP Europa zwingend an die USA schweißen.

    Desaströses (außen-)politisches Establishment

    Der reale Kriegs- beziehungsweise Bedrohungsterror auf der einen Seite und die systematische Feind-Propaganda und Gehirnwäsche auf der anderen Seite stehen in einem direkten Zusammenhang. Um die eigene expansionistische Außen- und Kriegspolitik vor den eigenen Völkern nicht als das dastehen zu lassen, was sie ist — nämlich Staatsterrorismus — müssen aktuelle und potentielle Feinde maximal dämonisiert werden.

    Planvoll in die Enge getrieben muss Russland um jeden Preis als der eigentliche Aggressor erscheinen, wenngleich sämtliche Vorarbeiten der „Annexion der Krim“ nachweislich von der westlichen Wertegemeinschaft initiiert wurden, um die Ukraine aus der russischen Einflusszone herauszubrechen. Damit nicht genug: Der gesamte „weiche islamische Unterbauch“ der Russischen Föderation ist im Visier der obsessiven Welt-Neuordnungstäter.

    In diesem Zusammenhang stellt sich für den deutschen Außenminister Steinmeier schon seit langem die Frage: Ist der Mann eigentlich deutscher Außenminister oder ist er der Abteilungsleiter des State Department für Deutschland?

    Und noch mehr: Angesichts der gleichgeschalteten untertänigen Vasallenschaft der EU-Staaten stellt sich insgesamt die Frage, ob die herrschenden politischen Klassen Europas nicht mit grenzenlosen Mitteln — analog zur Ukraine — bestochen und zusätzlichen Drohungen davon „überzeugt“ werden, die servile Gefolgschaft bei der Verwirklichung der US-Eurasien-Eroberung sicher zu stellen. Abwegig wäre dies keinesfalls. Im Gegenteil!

    Hier nochmals Brzezinski:
    „Tatsache ist schlicht und einfach, dass Westeuropa und zunehmend auch Mitteleuropa weitgehend ein amerikanisches Protektorat bleiben, dessen alliierte Staaten an Vasallen und Tributpflichtige von einst erinnern.“ (Brzesinski, 2015, S. 79)

    Propaganda-Phraseologie

    Mit multimedial orchestrierten Desinformations- und Propaganda-Kampagnen, dummen Phrasen und der Gehirnwäsche des Publikums halten die Bewusstseinsspezialisten der Medienindustrie ihren Regierungen innenpolitisch den kriegstreiberischen Rücken frei. Dazu bedienen sie sich u.a. einer speziellen Wortschöpfungs-„Kultur“. So werden die deutschen Propagandawerkstätten des Mainstream nicht müde, der Bevölkerung die kriegerischen Absichten des politischen Establishments mit immer wiederkehrenden Sprüchen schmackhaft zu machen, z. B.:
    Demokratie bringen, den Rechtsstaat verankern, die Freiheit verteidigen, den freien Markt installieren, Märkte öffnen, die westlichen Werte verbreiten, die Menschenrechte sichern, unsere Sicherheitsinteressen wahrnehmen, notwendige Präsenz sicherstellen, die Sicherheitsarchitektur aufrechterhalten, den Wohlstand sichern, humanitär intervenieren.

    Die geistfreien Sprüche zur Rechtfertigung konventioneller und atomarer Aufrüstungspläne und des imperialistischen Gebarens sind allfällig und austauschbar.

    „No country in the world faces the threats America faces.“

    oder

    “I think we’re a long way from that [der Atomwaffenreduktion, U.M.] and, in the meantime, we need to be prepared to defend ourselves. The best way to avoid war is to be strong enough that no one wants to mess with the United States.”
    (Das waren nur einige Statements von dummen Politikerphrasen, aus: Lawrence S. Wittner, s.o.)

    Zu den Klassikern des Orwell’schen Neusprech gehören die „Verantwortungsübernahme“ und der „Gestaltungswille“ des deutschen Kriegsestablishments. Sie stehen für: „Wir haben den Krieg wieder zur Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln gemacht.“

    Angst-Level-Eskalation

    Um diese diabolische Außen- und Sicherheitspolitik gegen den Willen der Zivilgesellschaft durchzusetzen, muss deren Empörung kanalisiert (Empörungs-Management) sowie der Desinformations- und Angst-Level in der Bevölkerung ständig aufrecht erhalten und wegen des Abnutzungseffekts stetig eskaliert werden.
    An diesen Hetzkampagnen und Kriegen ist die deutsche Regierung direkt oder indirekt beteiligt. Und so kann man der Merkel-Regierung humanitäre Gründe bei der Flüchtlingsaufnahme nicht unterstellen, da die Flüchtlinge das billigend in Kauf genommene logische Produkt der mitzuverantwortenden Kriegs- und Neuordnungspolitik sind. So gehören der Krieg gegen Assad und die Grenzöffnung direkt zusammen, um
    das miserable Image der Merkel-Regierung als brutales Regime und wesentlicher Treiber der Quadriga-Austeritätspolitik gegen Griechenland aufzuhübschen: „Die sozioökonomische Vernichtung und Demütigung Griechenlands war das eigentliche Ziel, das Merkel und Schäuble 2015 verfolgten“, dem Diktator Assad das flüchtende Volk abzunehmen, damit der Geschmähte als Herrscher ohne Volk dasteht, die deutsche Bevölkerung in Hilfsbereite oder Fremdenfeindliche, in „Anständige“ und „Nichtanständige“ zu spalten, Widerstandsenergien zu absorbieren und in weiten Teilen Überfremdungsängste zu schüren, die Folgekosten und —lasten der mitverschuldeten Neuordnungskriege der deutschen Bevölkerung aufzulasten („wir schaffen das“), Terroristen nach Europa „einzusickern“ und in deren Folge die Terrorangst zu eskalieren sowie die EU in einen monströsen transnationalen Polizei-, Kontroll- und Sicherheits-Überstaat zu transformieren.

    Neokonservative, transatlantische Herrschaftscliquen

    Die neokonservativen, transatlantischen Herrschaftscliquen des (außen-)politischen Establishments in den westlichen Regierungszentralen, in EU-Kommission und NATO terrorisieren über ihre imperiale Desaster-Politik die Bevölkerungen darüber hinaus mit der
    Ankündigung möglicher Notstände und der Notwendigkeit der Notvorsorge und nicht zuletzt mit der potentiellen Wiedereinführung der Wehrpflicht, weil sich nicht genug freiwilliges Kanonenfutter für ihre geostrategischen Weltbeherrschungskriege findet, das sich in den Krüppelstatus oder den Tod befördern lässt.

    Und dort, wo die Bevölkerung mit Angst traktiert, das Völkerrecht systematisch ausgehebelt und der Rechts-Nihilismus zur herrschenden Doktrin des (außen-)politischen Establishments gerinnt, wird Regierungshandeln zum organisierten Banditentum und damit zu illegitimer Herrschaft. Wovor Eisenhower in seiner Abschiedsrede vom 17. Januar 1961 so eindringlich warnte, ist längst Realität: Der militärisch-industrielle-Komplex hat die Herrschaft übernommen.

    Im Klartext: Die Hasardeure in den Herrschaftsparteien haben Friedenspflicht und Friedenssicherung als politische Priorität längst ad acta gelegt und den Krieg als Mittel der Politik re-installiert. Sie brauchen und befördern ihn, denn er ist Mittel und Zweck ihres schmutzigen Multi-Milliarden-Welteroberungsbusiness, mit dem sie als Handlungsagenten des transatlantischen-militärisch-industriell-administrativen-Komplexes eng verwoben sind.

    Die Meinung des Autors muss nicht mit dem Standpunkt der Redaktion übereinstimmen.

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