10:23 06 Juni 2020
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    Es bedarf nicht der Begabung zur Erleuchtung, um nachvollziehen zu können, dass die derzeitigen Sanktionen gegen Russland für nahezu alle Staaten Europas gleichbedeutend mit einem Schuss in den Ofen sind.

    Besonders darunter zu leiden hat sicherlich Italien mit seiner angeschlagenen Wirtschaft und einem atemberaubenden Schuldenberg, der seit der Einführung des Euro auf über zwei Billionen Euro angestiegen ist. Das sind ungefähr 133 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und somit der höchste Stand seit 1924 oder seit der Machtübernahme der Faschisten in Italien.

    Hinzu kommt, dass Italien in den letzten 15 Jahren ein Viertel seiner Industrieproduktion verloren hat – und zwar in Bereichen, in welchen es mit Deutschland konkurrieren konnte. Dementsprechend ist die Perspektivlosigkeit und Arbeitslosigkeit der Jugendlichen im Belpaese besonders eklatant.

    Dem nicht genug hat Italien mit einer Invasion von illegalen Wirtschaftsflüchtlingen biblischer Ausmaße zu tun, welche sich seit Frau Merkels „Wir schaffen das“ millionenfach aufmachen aus Asien und Afrika ins gelobte Land Deutschland, England oder Schweden zu kommen, aber auf wundersame Weise in Italien hängen bleiben.  Von alldem will aber die amtierende Regierung der Bundesrepublik Deutschland und ihren Wasserträgern nichts wissen.

    Nun sind Wirtschaftsprobleme für Italien nichts Neues. Sie gehören praktisch seit der Gründung des modernen Italiens im Jahre 1861 wie die Pizza, die Spaghetti oder die italienische Oper zum Bild Italiens. Wie schnell sich dieses Problem aber auf das politische Klima dieses Landes auswirken kann, zeigt der Einwanderungsstopp für Italiener in die USA zwischen 1921 – 1924 und die damit einhergehende Machtübernahme der Faschisten in Italien.

    Für Italiener war die Option der Auswanderung bis in die späten 70er Jahre des letzten Jahrhunderts ein probates Mittel, um etwas Druck aus dem sozialen Kessel zu nehmen. Doch damit ist es seit einigen Jahren definitiv vorbei. Die Sanktionen gegen Russland tun nun ihr Übriges und geben Italien sozusagen den Rest.

    Wie die französische Zeitung LES ECHOS berichtete, beläuft sich die Rechnung, die italienische Unternehmer auf Grund dieser Sanktionen gegen Russland bisher haben bezahlen müssen, auf 3,6 Milliarden Euro. Alle  Bereiche der Wirtschaft sind davon praktisch betroffen – ein deutliches Zeichen, wie sehr die italienische Wirtschaft mit ihren russischen Partnern in freundschaftlicher Beziehung  und Harmonie prosperierte.

    Es versteht sich also von selbst, dass Italien überhaupt kein Interesse hat, weiterhin diese absurden und schädlichen Sanktionen gegen Russland zu unterstützen. Doch dieses Bemühen um ein gutes Verhältnis oder — wie die französische Zeitung LES ECHOS weiter schreibt – das  doppelte Spiel zwischen Washington und Moskau dürfte bald ein Ende haben.

    Spätestens mit der Wahl Hillary Clintons zum neuen Präsidenten der USA wird sich Italien dem Diktat seiner transatlantischen „Schutzmacht“ unterordnen müssen. Die traditionell guten freundschaftlichen Beziehungen mit Russland dürften dann der Vergangenheit angehören — es sei denn, Donald Trump wird die nächsten Präsidentschaftswahlen gewinnen.

    So gesehen ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis in Italien etwas passieren wird, dass die politische Landschaft Europas mit einem Schlag verändern wird. Nicht der Brexit und auch nicht eine mögliche Machtübernahme von Le Pen in Frankreich wird der Auslöser dieses Ereignisses sein, auch nicht das Scheitern von Gangsterverträgen wie TTIP und CETA, sondern die katastrophalen gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse Italiens. Mit einem Wort: Italien steht das Wasser sprichwörtlich bis zur Unterlippe. Italien wird wieder dorthin zurück müssen, wo es unter der Führung von Silvio Berlusconi einmal war – in gemeinsamer Eintracht mit dem  großartigen russischen Staatsmann Wladimir Putin sich für eine friedliche uns sichere Welt einzusetzen.

    Die Meinung des Autors muss nicht mit dem Standpunkt der Redaktion übereinstimmen.

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    Tags:
    Faschismus, Migranten, Invasion, Sanktionen, CETA, TTIP, Donald Trump, Hillary Clinton, Silvio Berlusconi, Wladimir Putin, Italien, Russland