04:08 21 November 2019
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    Liebesgrüße aus Moskau - Putin Berater bei exklusivem Vortrag in Wien

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    Russland zwischen Freund- und Feindbild. Experte: "Westliche Werthaltungen sind nicht universal. Ein ehrlicher Dialog auf Augenhöhe wäre notwendig"

    Der Direktor des russischen Instituts für strategische Studien (RISS), Leonid Reschetnikow, hielt am 17.10.2016 einen Keynote Vortrag vor einer exklusiven Gesellschaft in Wien. Der Berater des Präsidenten der russischen Föderation, welcher auch Direktor der größten russischen Denkfabrik ist, hielt einen geopolitischen Vortrag und stand für einen ausgewählten Kreis von Personen für aktuelle Fragen zur Verfügung. Das Russische Institut für strategische Studien (RISS) gilt als Putins wichtigstes Analysezentrum. Als Generalleutnant des Russischen Nachrichtendienstes (SWR) und Historiker ist Reschetnikow seit 2009 das Oberhaupt des eigens zur Beratung des russischen Präsidenten gegründeten Think Tanks.

    Eingebettet in ein reichhaltiges Kulturprogramm, dessen Highlight der Auftritt zweier russischer Künstler, die für die musikalische Untermauerung unter anderem mit einer erstklassigen Balalaika-Demonstration sorgten, hielt der hochrangige Experte einen profunden Vortrag. Das Humaninstitut Vienna hatte die Ehre an dieser exklusiven Veranstaltung teilnehmen zu dürfen.

    Dr. Leonid Reschetnikow kam auf Einladung des Generalsekretärs des Suworow Instituts, Patrick Poppel, für einen exklusiven Vortrag nach Wien. In diesem Zusammenhang stellte der Generalsekretär des Suworow Instituts fest: Besonders in Zeiten von Sanktionen und einer angespannten politischen Lage sei der Besuch Reschetnikows ein Zeichen für die Intensivierung eines österreichisch-russischen Dialogs.

    Der Soziologe Fabio Witzeling hält in seiner sozialwissenschaftlichen Analyse zum Thema differenziert fest: „Zur Normalisierung der aktuellen weltpolitischen Spannungen wäre ein ehrlicher Dialog auf Augenhöhe notwendig, welcher nicht nur die Souveränität anderer politischer Ordnungen, sondern auch anderer Wertordnungen als Ausdruck historisch gewachsener Mentalitätsstrukturen respektiert. Das unreflektierte Überstülpen westlicher Standards auf Kulturen und Gesellschaftssysteme mit anderen Traditionen des Zusammenlebens sei eine der Grundursachen für die gegenwärtigen geopolitischen Krisenzustände."

    Weiters führt der Soziologe fort: „Die aktuellen geopolitischen Konflikte führen uns tragisch vor Augen, dass das seit dem Fall des Eisernen Vorhanges oft konstatierte 'Ende der Geschichte' in einer ideologisch weitgehend einheitlichen Weltgemeinschaft, in der nur mehr ökonomischer Wettbewerb im Vordergrund steht, und kollektive Identitäten wie Kulturen, Nationen oder Religionen nur noch eine marginale Rolle spielen, ein verhängnisvolles Trugbild war. Diese Erkenntnis ist keine neue, sondern ereilte uns spätestens seit dem 11. September 2001. Was jedoch bis heute bleibt, ist die von außen betrachtet anmaßende Weltsicht, welche die westliche bzw. anglo-amerikanische  Welt- und Wertordnung über alle anderen stellt und damit zwar buzzwords wie 'Toleranz' und 'Vielfalt' vor sich her trägt, jedoch kein Verständnis zeigt für tatsächliche kulturelle Unterschiede.“

    Das Thema des offenen und transparenten Dialoges zwischen Österreich und Russland und unabhängig davon zwischen allen internationalen Akteuren ist in der heutigen Zeit ein elementares, gerade in Zusammenhang mit dem Thema Frieden und Völkerverständigung. Ein fairer Umgang mit dem jeweiligen Gegenüber, ob aus Ost oder West, ist hierbei essenziell. Österreichs Chance auf der weltpolitischen Bühne könnte hier ähnlich wie zu Zeiten Kreiskys in der Rolle des neutralen Friedensstifters in Äquidistanz zu allen Großmächten liegen. In Zukunft steckt außenpolitisch in beschriebenem Kontext ein immenses Potential für Österreich.

    Die Meinung des Autors muss nicht mit dem Standpunkt der Redaktion übereinstimmen.

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    Tags:
    Frieden, Dialog, Fabio Witzeling, Leonid Reschetnikow, Wladimir Putin, Wien