07:36 14 November 2019
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    Angst (Symbolbild)

    Angst ist kein guter Ratgeber

    © Flickr/ Jesús Gorriti
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    Erfahrung und Reife gegen Polarisierungen und Feindbilder in unserer Gesellschaft. Jurist und Notar in Rente schildert seine Perspektiven zum Thema Polarisierungen und aufgeladenem Klima in der Gesellschaft. Was kann man tun, um Feindbilder abzubauen?

    Angst, Vorurteile und Feindbilder prägen in immer stärkerer Form die Menschen und das Miteinander in unserer Gesellschaft. Was kann man tun, um das aufgeladene Klima zu neutralisieren und wieder zum Besseren zu wandeln? Wie können Menschen mit Ängsten besser umgehen und daraus wachsen? Dr. Georg Zakrajsek, erfahrener Jurist und Notar im Ruhestand, schildert im Experteninterview seinen auf Erfahrung beruhenden Ansatz zur Lösung dieser Problemkomplexe.

    Experte im Assoziationstest

    Das wissenschaftlich fundierte Interview beginnt mit einem unkonventionellen Einstieg in Form eines Assoziationstests, in dem Dr. Zakrajsek seine spontanen Assoziationen zu bestimmten Begriffen wie Angst, Sicherheit, Leben, Liebe oder Frieden schildert. In Anlehnung an das Stimulus und Response Modell werden in diesem Verfahren die assoziativen Netzwerke im Gedächtnis analysiert. Ausgehend von der grundlegenden Analyse und Beschreibung der mit den Stimulusworten assoziierten Inhalte mündet das fachlich fundierte Gespräch in einen gesellschaftskritischen Diskurs zu den Themenfeldern Polarisierung, Ängste und Feindbilder.

    Leistung schafft Sicherheit

    Die Erkenntnis aus dem tiefgehenden Gespräch mit dem renommierten Experten ist, dass Angst durch konkrete Leistungen überwunden werden kann und man dieser auch durch den Erwerb und die Entwicklung von Kompetenzen und Fähigkeiten begegnen kann. Leistung schafft Sicherheit. Denn wer sich selbst durch eigene Leistungen profiliert, gewinnt ein bestimmtes Maß an Freiheit und Unabhängigkeit, das einem keiner mehr nehmen kann.

    So muss man laut der Expertenmeinung von Dr. Zakrajsek die Menschen fordern und fördern. Nur so können sie wachsen und positiv entwickeln. Er schildert basierend auf seiner Kernannahme, dem individuellen Leistungsmodell, seine einstige Arbeit als Notar, die auch zentral mit dem Thema Mediation verbunden war. Er sah sich als Vermittler bei verhärteten Fronten und war stets darauf bedacht eine faire und annehmbare Lösung für beide Seiten eines Konflikts zu erarbeiten. Diese Arbeit der Mediation und Vermittlung in der Gesellschaft bei emotional angespannten oder polarisierenden Themen wie der vergangenen Bundespräsidentenwahl in Österreich stellt aus der Sicht des Juristen einen fruchtbaren Weg dar, um festgefahrene Positionen oder Spannungen zu lösen. Eines ist laut Zakrajsek klar — nur nichts zu tun ist auch keine Lösung. Probleme, die man nicht löst, holen einen früher oder später ein.

    Daher kann man klar feststellen, dass die aktuellen Problemfelder in unserer Gesellschaft wie Feindbilder (ob religiöser, kultureller oder ethnischer Natur) und Ängste so rasch wie möglich kompetent und sachlich zu lösen sind. Basierend auf der erlangten Weisheit des erfahrenen Notars und Juristen kann man festhalten, dass sich das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und die eigene Leistung gepaart mit einer positiven Zukunftshaltung bewährt macht. Wie stellte schon Nelson Mandela treffend fest "Es scheint immer unmöglich bis es jemand getan hat".

    Die Meinung des Autors muss nicht mit dem Standpunkt der Redaktion übereinstimmen.  

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    Tags:
    Bundespräsidentenwahlen, Feindbilder, Leistung, Angst, Sicherheit, Daniel Witzeling, Georg Zakrajsek