07:02 24 Oktober 2018
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    Bilder aus dem syrischen Idlib nach einer vermutlichen Giftgas-Attacke

    Ammar Abdullah fotografiert Giftgas für Reuters in Syrien

    © REUTERS / Ammar Abdullah
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    von Zivilist
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    Am 4. April wurden in Khan Sheikhoun angeblich viele Menschen durch Giftgas verletzt und getötet. So jedenfalls hat es das Fernsehen weltweit ausgestrahlt.

    Viele Innenaufnahmen aus Krankenhäusern mit vielen Sauerstoffmasken huschten über die Mattscheiben. Will man's genau sehen, findet man aus diesen Fernsehaufnahmen schlechte Videostills, keine Orte, keine Uhrzeit, keine Beweise. Fotos sind rar, aber es gibt sie. Beim Vergleich wird schnell klar, dass der Mann der Stunde Ammar Abdullah war und seine Agentur Reuters ist.

    Welche Stunde?

    Es gibt sogar Außenaufnahmen, die einen Ort, nämlich einen Kalksteinbruch, erkennen lassen. Die Aufnahme oben dürfte die bekannteste sein.

    Im Zeitalter von Solarenergie und Internet ist es ein Leichtes, die Schattenlänge in Idlib am 4. April bestimmen. Um 7:30, als sich der Vorfall angeblich ereignete, warf ein Gegenstand von einem Meter Höhe einen Schatten von vier Meter Länge. Kurz nach 8:30 Uhr waren es noch zwei Meter, um 11:30 Uhr nur noch 0,67 Meter und um 12:30 Uhr stand die Sonne im Zenit mit einer kleinsten Schattenlänge von 0,58 Meter.

    Das Fotoshooting

    Die Aufnahme, übrigens auch die anderen, dürften also gegen Mittag entstanden sein. Die wesentlichen Figuren sind zwei Fotografen, ein (totes?) Mädchen in einer Plastiktüte und zwei Männer in Tyvek-Overalls, wie es sie in jedem Baumarkt ab fünf Euro zu kaufen gibt, dazu weitere Darsteller und fotogene Staubmasken, wie es sie ebenfalls für kleines Geld in jedem Baumarkt gibt. Der Mann, der das Mädchen auf den Armen trägt, ist der zweite Fotograf.

    Der Bunker

    Völlig bedeutungslos für das behauptete Giftgasereignis ist dieses Bild. Wichtig ist der Betonpfeiler links und der Gegenstand, der unten rechts daneben liegt. Es könnte ein Werkzeug oder ein Schuh sein. Vielleicht zwei Stunden später hat Ammar Abdullah nämlich dieses Bild aufgenommen. Der Gegenstand unten ist immer noch am Ort, aber der Boden ist nicht mehr besenrein. Beachtlich, was Reuters mit dem Bild beweisen will.

    Im Steinbruch

    Interessant auch die weißen Säcke links. Schon all die Jahre rollen vom Türkischen Reyhanli Hilfskonvois, meist unter Flagge des Türkischen Roten Halbmonds, manchmal auch unter UN- Flagge und von Steinmeier zum 70. Geburtstag der UN dringend angemahnt, nach Syrien. Gutgläubige mögen die weißen Säcke, die man oft bei militärischen Anlagen der Rebellen sieht, für Weizen oder Reis halten, aber es könnte ja auch Ammoniumnitrat sein, mit dem die Rebellen Syriens Städte zerstören. Unter „FSA Hell Cannon“ finden sich noch viele youtube- Videos. Die Kochgasflaschen französischen Standards werden mit Leitwerk versehen, mit dem Dünger Ammoniumnitrat gefüllt und in Syriens Bausubstanz geschossen. Die weißen Säcke vorm Bunkereingang enthalten definitiv kein Getreide. Es dürfte sich um eine militärische Anlage handeln.

    Es gibt wenige Innenaufnahmen vom „angegriffenen“ Krankenhaus, etwas Unordnung, vier alte OP- Liegen vor einer grünen Wand, oben eine Höhlendecke mit zwei Neonröhren. Diese Höhle könnte in dem Steinbruch sein. Aber die wenigen Bilder weisen weder Fotograf noch Agentur aus, sie scheinen geistiges Eigentum der Rebellen zu sein. Hier wurden definitiv nicht hunderte Opfer behandelt, die Örtlichkeit würde eher zum kriminellen Organhandel passen. Das fotogene Chaos kennen wir schon von einem anderen gefakten Krankenhausangriff, der von der US-NGO SAMS inszeniert wurde und noch vom Spiegel verbreitet wird.

    Theodore A. Postol vom MIT hat das verfügbare Videomaterial analysiert und kommt auch zu dem Steinbruch, der in keinem räumlichen Zusammenhang mit dem Kraterchen in der Straße steht. Es dürfte sich um eine militärische Anlage der Rebellen, die auch für Hinrichtungen genutzt wird, handeln.

    Fake

    Selbst laut Bild ist bei Sarin schnelle Hilfe angesagt. Die mehrstündige Verspätung von Ammar Abdullah und seinem Kollegen will dazu so gar nicht passen, genauso wenig die Behauptung, dass Verletzte in die Türkei gebracht worden seien. Es kann sich nur um Reyhanli handeln, das immerhin 120 Kilometer entfernt im Norden liegt.

    Ammar Abdullah und Reuters müssen wir dankbar sein, dass sie den neuerlichen Giftgasevent in der Provinz Idlib als Fake entlarvt haben.

    Die Meinung des Autors muss nicht mit dem Standpunkt der Redaktion übereinstimmen.

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    Tags:
    Giftgas, Reuters, Ammar Abdullah, Khan Sheikhoun, Idlib, Syrien