11:36 25 September 2017
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    Erdölverarbeitungswerk (Archivbild)

    Wie kommt das IS Öl in meinen Tank ?

    © AFP 2017/ KARIM SAHIB
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    von Zivilist
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    Schon lange ist bekannt, daß die Kriegskasse des IS hauptsächlich durch Ölverkäufe gefüllt wird. Aber wie kommt dieses Öl zum Verbraucher ?

    Die technischen Voraussetzungen

    Die Briten haben den Irak aus dem Osmanischen Reich so zugeschnitten, daß er aus Ölquellen im Norden und einem Hafen im Süden besteht, eine billige Tanke für ihre Navy auf halbem Weg nach Indien. Die erste Pipeline nach Norden, letztlich zum Hafen Ceyhan in der Türkei, änderte Alles, ein Kurdischer Rosinenstaat wurde möglich.

    Der Marktzugang

    Als der Westen den Irak zerschlagen wollte, mußte man dem Kurdenstaat im Norden um Kirkuk auch Einnahmen verschaffen und es gab einigen Streit, bis die Kurden Irakisches Öl auf einige Rechnung verkaufen durften. Ausgerechnet die Türkei machte sich dafür stark. Man muß aber wissen, daß die Kurden Atatürks beste Freunde waren, solange bis Atatürk den Siegermächten die Türkei abgetrotzt hatte und in der Folgezeit die Kurden des Nachbarn oft die besten Freunde bei der Bekämpfung der eigenen Kurden waren. Der erste Tanker mit Kurdischem Öl dümpelte mit seiner Ware lange im Mittelmeer herum, bevor wohl Israelische Käufer die Ware bei Zypern übernahmen, der nächste dümpelte lange im Golf von Mexiko herum, aber schließlich etablierte sich das Produkt auf dem Markt. Man sieht auch, daß das Öl bis zur Raffinerie Kurdisches Öl im technischen Sinne bleibt, man kann verschieden Rohöle nicht einfach mischen, also wird das Öl in einen Tank in Ceyhan gepumpt und von da in einen Tanker. Die Geschäfte gingen gut in Kirkuk, sehr gut sogar, die Förderkapazitäten wurden ausgebaut, schneller als die pipelines, also ließ man parallel LKWs fahren.

    Die rollende Pipeline

    Nachdem der Öltransport per LKW in die Osttürkei einmal etabliert war, konnte auch der IS auf diesem Wege Öl verkaufen, formal konnte man auch das Öl erst an Kurden verkaufen, die es dann in der Türkei verkauften. In jedem Falle wußten die Beteiligten, was gespielt wird. Die Amis haben Syrische Erdölinfrastruktur gebombt, Putin hat auf dem G20 Gipfel in Antalya 2015 seinen Kollegen Fotos der rollenden Pipeline vorgelegt, von 8500 Trucks war die Rede und die Russen haben diese Pipeline um einige 1000 LKWs reduziert. Ob Syrisches und Kurdisch- Irakisches Öl bereits am Dreiländereck Syrien — Türkei — Irak vermischt wurden, ist nicht bekannt, aber der IS hatte in Ceyhan seinen eigenen Lagerbestend und ein zeitlicher Zusammenhang zwischen dem Anstieg der Frachtraten für Öltanker mit größeren IS Offensiven wurde nachgewiesen, Erdogans Sohn ist groß im Türkischen Tankergeschäft. Ein Blick auf die Karte zeigt die potentiellen Bestimmungsländer für die Tanker: Das skrupellose Israel, Griechenland, das mehr als pleite ist, Bulgarien wo die Menschen demokratisch zwischen zwei Mafiosi wählen können und welches Drogen und Waffen an den IS liefert und Rumänien. Für die großen Ölkonzerne, die viel Geld investiert haben und langfristige Verträge haben, ist das IS Öl eine billige Schmuddelkonkurrenz, ein Teil des IS Öls wird auch in der Türkei raffiniert und verbraucht und auch Syrer kaufen beim IS.

    Die EU Sanktionen

    Selbst wenn man also bis zur Raffinerie Syrisches IS Öl identifizieren könnte, so besteht daran kein Interesse. Schon 2011 wußte Westerwelle, daß das Assad- Regime großes Elend bringen wird und die EU darum Syrien mit Sanktionen helfen muß! 2013 fordert Westerwelle die Lockerung der Sanktionen zugunsten der Opposition im Osten. Und im April 2013 hebt die EU die Sanktionen für Rebellen- Öl auf. Wohlgemerkt, hier geht es in erster Linie darum Syrien zu schaden, erst in zweiter Linie um den IS.

    Italien — Mafia — Libyen

    Nach dem Überfall auf Libyen kamen Rebellen bald auf die Idee, einen Öltanker zu füllen und auch am Auslaufen konnte man sie nicht hindern, Libyen hatte einfach kein Wasserfahrzeug, welches bei hoher See dazu in der Lage gewesen wäre. Und wie stopt man überhaupt einen Öltanker? Mit einem Schuß vor den Bug? Mit einem Schuß in den Bug? Mit einem Schuß in den Rumpf? Man müßte den Tanker schon entern. Jetzt hat Italien den Weg von den Raffinerien nach Libyen zurückverfolgt und wir haben gewissermaßen Syrien 'in a nutshell'. Fraglich bleibt aber, ob das Intersse wirklich dem IS gilt, oder ob nicht eher die Haftar Regierung im Osten zugunsten der Regierung des Westens in Tripoli geschwächt werden soll.

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    Tags:
    Mafia, Pipeline, Öl, IS, Wladimir Putin, Syrien, Türkei, Irak
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