16:48 12 Dezember 2017
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    Krimbrücke (Archiv)

    Es kann nur einen geben: Wladimirs Brücke

    © Sputnik/ Alexej Pawlischak
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    von Holger Eekhof
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    Die wohl unnötigste Abstimmung, die jemals in Russland statt fand, wird gerade durch das russische Verkehrsministerium durchgeführt: Die Suche nach einem Namen für die Brücke über die Strasse von Kertsch.

    Peinlichst vermieden wird dabei das normalste der Welt, die Suche nach einem menschlichen Taufpaten. Einer historischen Persönlichkeit, die es würdig wäre, dieser Brücke einen Namen zu geben.

    Peinlich ist dies vor allem in Anbetracht der Tatsache, das dem russischen Verkehrsministerium scheinbar die Chuzpe fehlt, den wirklich einzigen möglichen Namen vorzuschlagen, einen Namen, der genau das zum Ausdruck bringen kann, was die Brücke symbolisiert:

    Das moderne und das alte Russland, bei dem zusammen wächst, was zusammen gehört.

    Und wer hätte je mehr für Russland geleistet als Wladimir I.. Er war es, der Russland den Glauben an einen Gott und an sich selbst wieder näher brachte. Er war, der das jetzige Bilde der Rus prägte. Er prägte das russische Denken wie kein Zweiter.

    Und er prägte es von der Krim aus, von der Krim brachte er den Glauben nach Russland, an ein Russland.

    Ihn nun bei der Namensfindung zu ignorieren, ist nahezu sträflich. Er war es, der die Verbindung zwischen den russischen Völkern prägte – nahezu bis heute. Ihn zu ignorieren, nur weil er auch Fürst der Kiewer Rus war, ist völlig unangebracht. Rus ist Rus — und Rus bleibt Rus – auch wenn gerade noch ein paar Landesteile von irgendwelchen von außen installierten Möchtegerns in alleiniger Verwaltung gehalten werden. Dies ist kein Grund, nicht an die gemeinsamen Bande zu erinnern.

    Und was verbindet Menschen mehr als den Glauben an einen gemeinsamen Heiligen – es gibt kein festeres Band. Regierungen kommen und gehen – aber der Glaube bleibt. Denn er prägt die Menschen, er verbindet die Menschen, er erst macht sie zu Menschen. An was auch immer ein jeder glauben möge.

    Ganz abgesehen davon, das er als Schutzheiliger der Truppen des Innenministeriums Russlands einen wohl nicht zu unterschätzenden Einfluß darauf hatte, das die Rückkehr der Krim zur Heimat so elegant geregelt werden konnte. Allein um diese Helden zu ehren, die diesen Brückenbau erst möglich gemacht haben, müßte man die Brücke schon Wladimirs Brücke nennen.

    Also bitte: Der einzig zulässige Name für diese Brücke ist Wladimirs Brücke.

    Und wer weiß, wenn man in allen Ecken und Enden Russlands sucht, vielleicht findet man ja sogar in irgendeinem versteckten Winkel irgendeinen Wladimir, der würdig genug wäre, diese Brücke auf seinen Namensvetter zu taufen. Der irgendwie sogar ein wenig in diese Tradition hineinpaßt. Ich bin mir da sogar sicher.

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    Tags:
    Name, Liste, Brücke, Russland
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