02:01 22 November 2019
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    Die Außenminister von Deutschland und der Türkei, Heiko Maas und Mevlut Cavusoglu, am 26. Oktober in AnkaraTreffen von Heiko Maas und Mevlüt Cavusoglu

    Cavusoglu moniert bei Treffen mit Maas: Deutschland stellt sich auf Seite der „Terroristen“

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    Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusolgu hat während des Besuchs seines Amtskollegen Heiko Maas in Ankara am Samstag Deutschland scharf kritisiert.

    In Bezug auf die türkische Offensive in Nordsyrien gegen die kurdische YPG-Miliz sagte er bei einer Pressekonferenz, obwohl Deutschland angebe, dass es die Sicherheitsbedenken der Türkei verstehe, stelle es sich auf die Seite der „Terroristen“. YPG ist in der Türkei als Terrororganisation eingestuft.

    Die Türkei erwarte von Deutschland, dass es im „Geiste der Allianz“ mit der Türkei handele, hieß es von Cavusoglu weiter. Bundesministerin Kramp-Karrenbauers Idee über eine Schutzzone in Syrien bezeichnete der Minister als unrealistisch. Außerdem versicherte er, dass die Türkei keine Menschenrechtsverletzungen in Nordost-Syrien zulassen würde.

    Maas war am frühen Mittag in Ankara eingetroffen, um in einem Gespräch mit Cavusoglu auf eine dauerhafte Waffenruhe zu dringen. Außerdem wollte er die Einhaltung internationalen Rechts beim Umgang mit Flüchtlingen und eine Unterstützung der politischen Friedensbemühungen für Syrien einfordern. Cavusoglu hatte Maas öffentlich aufgefordert, „nicht mit erhobenem Zeigefinger“ aufzutauchen.

    Türkische Offensive

    Ankara begann am 9. Oktober den Militäreinsatz „Friedensquelle“ gegen die von kurdischen Milizen kontrollierten Gebiete in Nordsyrien. Die Operation stieß international auf Kritik. Nach dem Auslauf einer mit den USA vereinbarten Waffenruhe verständigten sich die Türkei und Russland auf ein Memorandum, das ebenfalls einen zeitweiligen Waffenstillstand vorsieht, damit die kurdischen Einheiten die Grenzgebiete verlassen können. Bundesverteidigungsministerin Annegret-Karrenbauer hat die Errichtung einer Schutzzone in der Region unter internationaler Überwachung vorgeschlagen.

    msch/sb/dpa/rtr

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    Heiko Maas, Mevlüt Cavusoglu, YPG, Syrien, Deutschland, Türkei