06:28 11 Dezember 2019
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    Kevin Kühnert (Archivbild)

    Kühnert bleibt Juso-Vorsitzender – und will in den SPD-Vorstand

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    Kevin Kühnert ist erneut zum Bundesvorsitzenden der Jusos gewählt worden. Auf dem Bundeskongress der Jugendorganisation in Schwerin wurde er mit einer stabilen Mehrheit von 264 der 298 Delegiertenstimmen wiedergewählt – das sind über 88 Prozent. Jetzt will er anscheinend in den SPD-Bundesvorstand.

    Juso-Chef Kevin Kühnert ist für zwei weitere Jahre zum Vorsitzenden der SPD-Nachwuchsorganisation gewählt worden. Der 30-jährige Berliner trat auf dem Juso-Bundeskongress in Schwerin ohne Gegenkandidaten an und erhielt 88,6 Prozent der Stimmen. Damit verbesserte er das Ergebnis seiner ersten Wahl 2017, als ihm knapp 76 Prozent der Delegierten ihre Stimme gaben. Damit erzielte Kühnert das beste Ergebnis eines Juso-Chefs seit 1969.

    Kühnert gilt als Kritiker der großen Koalition in Berlin. Die Jusos sehen die bevorstehende Neubesetzung der SPD-Bundesspitze als Richtungsentscheidung und setzen auf einen Linksruck mit einem vorzeitigen Ende der großen Koalition in Berlin. Gemeinsam mit dem NRW-Landesverband der SPD unterstützen sie die Kandidatur von Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans zum Parteivorsitz. Kühnert erklärte in Schwerin, die SPD sei zu einem Reparaturbetrieb geworden. Lange schon sei man nicht an die Wurzel der Probleme gegangen, auch vermisse er große Visionen für die Zukunft der Partei.

    Kühnert sprach sich dafür aus, bereits jetzt in Gesprächen und Treffen mit Vertretern der anderen Parteien ein rot-rot-grünes Bündnis auf Bundesebene vorzubereiten. Es gelte:

    „Die bleierne Schwere der ewig dauernden großen Koalition überwinden“.

    Die auf Länderebene schon erprobte rot-rot-grüne Koalition sei auch auf Bundesebene wünschenswert, weil sich damit die aktuelle politische Blockade lösen lasse.

    Kühnert selbst will beim SPD-Bundesparteitag in Berlin in zwei Wochen für einen Posten im Vorstand der Partei kandidieren. Dabei hat er gute Chancen: Ein wichtiger Platz an der Spitze ist frei geworden. Bayerns SPD-Landesvorsitzende Natascha Kohnen zieht sich aus der Spitze der Bundespartei zurück. Zur Begründung erklärte die bisherige stellvertretende SPD-Chefin, die Partei brauche einen personellen Neuaufbau und eine Verjüngung. Diese Ankündigung gilt indirekt als Unterstützung für einen Kandidaten aus den Reihen der Jusos für das Spitzenamt.

     

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    Jusos, SPD, Kevin Kühnert