10:41 05 August 2020
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    Bundesbildungsministerin Anja Karliczek setzt mit Blick auf mittelmäßige Ergebnisse der Pisa-Studien auf Tests der Sprachfähigkeit schon in der Kita. Es sei alarmierend, dass 20 Prozent der 15-Jährigen nicht sinnverstehend lesen könnten, sagte die CDU-Politikerin in einem Interview der „Welt am Sonntag“.

    Man braucht aus ihrer Sicht „eine neue Kultur des Lesens und vor allem der Sprachförderung generell“.

    Schon in der Kita müssten die Fähigkeiten der Kinder getestet werden. Dann sei noch etwas Zeit für eine gezielte Förderung der Kinder mit Nachholbedarf. Bei der Einschulung soll es eine weitere Überprüfung geben.

    „Das muss sich dann in der Schule wiederholen. Am Ende hilft vermutlich nur: Üben, üben, üben, auch wenn sich das altmodisch anhört“, meinte die Ministerin.  

    Kein Anspruch auf Mittelmaß

    Deutschland liege zwar bei den Pisa-Studien über dem Durchschnitt aller Mitgliedsländer der OECD, aber für ein Land, das Innovationsland sei und bleiben wolle, könne Mittelmaß nicht der Anspruch sein.

    „Wir müssen in die Spitzengruppe kommen - zumindest in die europäische Spitze. Das Ziel sollten wir uns im nächsten Jahrzehnt, das ein Innovationsjahrzehnt sein sollte, ganz bewusst setzen.“

    Den hohen Anteil an Quereinsteigern unter den Lehrkräften, der immer wieder Gegenstand von Kritik wird, sieht Karliczek als nicht problematisch: „Quereinsteiger einzusetzen ist besser, als den Unterricht ausfallen zu lassen. Aber: Quereinsteiger zu beschäftigen, sollte nur eine Übergangslösung sein.“

    Im Gespräch mit der Zeitung wehrte sie sich auch gegen Kritik, die der CSU-Vorsitzende Markus Söder an ihrer Arbeit indirekt geäußert hatte.

    „In der ersten Hälfte der Wahlperiode haben wir Innovation, Forschung und Bildung richtig vorangebracht. Ich bin mit der Bilanz sehr zufrieden.”

    Doch in einigen Bereichen könne man noch zulegen.

    Kritik aus FDP

    Die Vize-Fraktionsvorsitzende der FDP, Katja Suding, kritisierte am Sonntag auch Bundesfamilienministerin Franziska Giffey. Die SPD-Politikerin habe beim Gute-Kita-Gesetz einen großen Teil der Finanzmittel genutzt, um Kitas kostenfrei zu machen - statt diese unter anderem in die Sprachförderung zu investieren.

    Auch für Bundesbildungsministerin Karliczek fand sie scharfe Worte: Sie verrenne sich jetzt in Details, anstatt die großen Linien neu zu justieren, und habe es versäumt, die Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern neu zu gestalten und alle Länder in ein Boot zu holen. Es sei ein „absoluter Treppenwitz”, so Suding, sich nun als Bundesbildungsministerin über mögliche Konsequenzen aus Pisa-Studien auszulassen.

    jeg/mt/dpa

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    Tests, Sprache, Kinder, Kita, Bildungswesen, Anja Karliczek