20:11 18 September 2020
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    Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat die rechtsextreme Gruppe „Combat 18” verboten. Das teilte der Sprecher des Ministeriums, Steve Alter, am Donnerstag mit.

    Die Polizei durchsuchte am Morgen in Hessen, Brandenburg, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz mehrere Objekte. Stanley R., der als wichtige Figur in der Szene gilt, wurde den Angaben zufolge in Thüringen festgenommen.

    ​Die gewaltbereite rechtsextreme Organisation gilt als bewaffneter Arm des in Deutschland verbotenen Neonazi-Netzwerks „Blood and Honour” (Blut und Ehre). Sie hat ihren Ursprung in Großbritannien und ist in mehreren europäischen Ländern aktiv.

    Die Zahl „18” ist ein Szenecode für den ersten und den achten Buchstaben im Alphabet, also A und H - die Initialen von Adolf Hitler. Symbol der Gruppe, die sich auf einen „Rassenkrieg” vorbereitet, ist der Drache. Neonazis, die sich „Combat 18” zugehörig fühlen, tragen häufig schwarze T-Shirts oder Jacken mit der Aufschrift „C 18”.

    Früheren Medienberichten zufolge hatte Seehofer bereits im Sommer die Prüfung eines Verbots angekündigt. Hintergrund ist der Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke am 2. Juni 2019. Der Tatverdächtige gilt als rechtsextrem.

    Mordfall Lübcke

    Der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke war im Juni 2019 auf der Terrasse seines Hauses durch einen Kopfschuss getötet worden. Der tatverdächtige Stephan E., früher als Neonazi bekannt, soll nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler der Schütze sein. Ob ein weiterer Mann am Tatort anwesend war, konnte bisher nicht nachgewiesen werden. E. legte ein umfassendes Geständnis ab, widerrief es aber später. Sein Anwalt erklärte zuletzt, E. sei gemeinsam mit Markus H. bei Lübcke gewesen. H. steht bisher im Verdacht der Beihilfe zum Mord.

    ai/dpa/rtr

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    Tags:
    Razzien, Rechtsextremismus, Horst Seehofer